Zwischenbilanz Dameneishockey Bundesliga 2001/2002

| Vermischtes | Letzte Änderung:  Wednesday, 17-Apr-2002 22:54:52 CEST

    Zusammengestellt von Alexander Maischein

    Zum Jahresende 2001 sind alle sportliche Entscheidungen der Vorrunde in der Dameneishockey Bundesliga 2001/2002 gefallen. Für die Zwischenrunde haben sich im Norden die Mannheimer WildCats, der OSC Berlin und die Bergkamener Bären qualifiziert. Im Süden zogen unangefochten die Titelverteidiger vom TV Kornwestheim, der SC Riessersee als Nachfolger der Moskitos Geretsried und die Pinguine vom ESC Planegg in die Zwischenrunde ein. In der erstmals ausgespielten Pokalrunde werden sich die Lady Panther Grefrath, die Eishexen aus Braunlage, die Hannover Seahawks, die Tigers aus Königsbrunn, die Pesky Kids aus Esslingen und die Wölfe aus Memmingen gegenüber stehen. Auf dem ersten Blick scheint in der Olympiasaison alles seinen gewohnten Gang zu gehen und doch gibt es einigen Zündstoff für die nächsten Monate.

    Der Modus und der Fall SC Riessersee

    Die Bundesliga startete bereits unter einem ungünstigen Stern. Nachdem sich in der letzten Saison der bayrische Landesverband aus dem Aufstiegsrennen verabschiedete und sich im Norden herauskristallisierte, dass niemand aufstiegswillig war stand die Bundesliga auf der Kippe. Dazu kamen drei erzwungene Vereins-Neugründungen in Grefrath, Hannover und Mannheim. In diesen Fällen gab der jeweilige Landesverband seine Zustimmung die Damenmannschaften im DEB-Bereich spielen zu lassen. Auch der DEB begrüßte diese Entscheidungen und nahm die Nachfolgeteams wieder in der Bundesliga auf. Ähnliches dachte man sich auch im Falle Riessersee. Hier zogen die Damen der Moskitos Geretsried geschlossen nach Garmisch mit der Aussicht eine bessere Förderung im dortigen Stammverein dem SC Riessersee zu erhalten. Angesichts vielerlei einflussreicher Namen im Umfeld des SCR sah man offenbar keinerlei Schwierigkeiten mit der Spielgenehmigung auf sich zukommen. Doch so einfach war das nicht. Die Damenmannschaft galt als neugegründet und musste Satzungsgemäß in der untersten bayrischen Liga - der Damen-Landesliga - antreten. Obwohl die sportlich keinen Sinn machen würde, es auch keinen Nachrücker aus dem Landesverband gab und zudem die Landesliga erneut auf die Teilnahme an einer Aufstiegsrunde verzichtete, verweigerte der Landesverband den Moskitos den Start in der Bundesliga. In einem unerträglichen Ränkespiel schwebte die neugegründete Starmannschaft aus Garmisch - über 10 Olympiakandidatinnen befanden sich im Kader - zwischen Bundesliga, Landesliga und dem völligen Aus. Auf den letzten Drücker - 20 Stunden vor dem ersten Spiel fand man einen faulen Kompromiss und ließ den SCR in der Bundesliga Süd starten mit der Auflage, dass die Damen zwar bis ins Finale vorstoßen dürfen - allerdings selbst im Falle eines Finalsiegs nicht den Titel eines Deutschen Meisters tragen dürfen.

    Dem böse Spiel um den SCR folgte eine weitere Pleite. Durch die Unklarheit über Riessersee konnte der Ligenleiter die Durchführungsbestimmungen nicht rechtzeitig fertig stellen. Unter großer Zeitnot entstand so ein unausgegorenes Schriftstück, welches offenkundige Fehler enthält, aber nun als Grundlage zur Durchführung herangezogen wird. Auf einer inoffiziellen Ligentagung nach Ende der letzten Saison sprachen sich Vertreter von 11 Vereinen dafür aus, dass es in der Olympiasaison keinen Absteiger geben würde und somit auch keine Qualifikationsrunde gespielt würde als Ersatz wurde eine Pokalrunde der jeweils 4 bis 6.Platzierten aus Nord und Süd beschlossen. Weiterhin wollte man in der Zwischenrunde noch einmal bei Null beginnen und eine komplette Einfachrunde spielen. Dafür nahm man geschlossen in Kauf, dass in der entscheidenden Phase der Saison evt. Die Nationalspielerinnen fehlen würden. In der letztendlich verschickten Durchführungsbestimmung fanden sich jedoch nur noch Fragmente dieser Vorschläge. So werden zwar die Punkte aus der Vorrunde nicht mit in die Zwischen- und Pokalrunde übernommen - allerdings finden nur Spiele gegen die Gegner aus der jeweils anderen Gruppe statt. Also wird Mannheim zwar gegen Kornwestheim. Riessersee und Planegg spielen - nicht jedoch gegen Berlin und Bergkamen! So war das nicht gedacht und so macht das auch keinen Sinn - jeder sah, dass hier ein Fehler entstanden ist - ein lächerlicher keiner Verschreiber - aber man arrangierte sich mit dieser Lösung und spielt entsprechend dieser Bestimmung die Saison zu Ende. Sicher ist jedoch, dass man sich mit diesem Modus und mit den Vorkommnissen um Riessersee absolut der Lächerlichkeit preisgibt. Gerade in der Olympiasaison hat man wenigstens die Chancen, dass es auch die Öffentlichkeit merkt wie Lächerlich die Situation in der Bundesliga ist.

    Die Ligenleitung: Wechsel von Karl Rogg auf Markus Schweer

    Die Bundesliga krankt seit gut zwei Jahren an der ungewissen Situation in der Ligenleitung. Nachdem Andreas Lauer über einige Jahre eine solide Arbeit verrichtete, fiel er mitte letzter Saison krankheitsbedingt aus. Das es nicht gut um Ihn stand merkten viele erst als man mitte der Saison ohne Leitung dastand und die zweite Saisonhälfte mehr oder weniger selbst organisieren musste - was auch gelang. Übergangsweise übernahm Karl Rogg vom DEC Königsbrunn das Amt. Aufzuzählen was in den Anfangsmonaten der laufenden Spielzeit alles schief gelaufen ist lohnt nicht mehr - aber es bleibt darauf hinzuweisen, dass Herr Rogg ebenfalls schwer erkrankt ist und einige Zeit sein Amt nicht vollständig wahrnehmen konnte. Ein Gespräch mit Frau Traxler vom DEB ende November offenbarte das Dilemma: Sie konnte es nicht verstehen. dass sich kein Vereinsvertreter in den letzten Wochen bei Ihr gemeldet habe, obwohl sie doch für die Bundesliga nun mit zuständig sei. Ebenso der Fall bei der Durchführungsbestimmung: Währende in der Internetgemeinde bereits zu Saisonbeginn massive Verwunderung über die vielen Fehler gezeigt wurde, bemerkten dies die meisten Vereine erst am Ende der Runde. Es zeigte sich, dass es nicht mehr üblich war die Bestimmungen genau zu studieren. Eine Eigeninitiative von Markus Schweer vom EC Bergkamen brachte Ihn schließlich zum Amt des stellvertretenden Ligenleiters. Seine Nachfragen wie es denn nun weitergehe, gipfelten im Angebot vom DEB - "Er solle es doch machen" und er hat es gemacht. Seine Arbeit in den letzten vier Wochen des Jahres 2001 brachten schon sehr viel Licht und Linie in den Fortgang der Bundesligen

    Abgesehen von den vielen unschönen Begleiterscheinungen neben dem Sport gibt es viel Berichtenswertes vom sportlichen Geschehen:

    Mannheimer WildCats

    Die WildCats aus Mannheim sind sicher die große Überraschung der laufenden Saison. Oft genug wurde Aufgezählt welch gravierenden Abgänge das Team von Trainer Danilo Valenti zu verzeichnen hatte. Kurz genannt: Maritta Becker (Riesserse), Nina Linde, Lena Gratzl (Kornwestheim), Susan McKenzie (Königsbrunn), Natascha Tomcyk (Sonthofen). Da ging jede menge Substanz - aber es kam Maren Valenti nach ihrem Gastspiel bei den St.Julie Pantheres zurück und mit Ihr beim Team wie auch bei Trainer Danilo Valenti die Freude am Sport. Mit dem Mut eine ganze Schar junger Spielerinnen aus der zweiten Liga und dem eigenen Nachwuchs einzubauen ging man in erster Linie mit dem Ziel in die Saison wieder Spass zu haben und vielleicht unter die ersten Drei zu kommen. Nach dem letzten Spiel der Vorrunde steht man mit 20:0 Punkten an erster Stelle und hat auch die Favoriten aus Berlin und Bergkamen jeweils zweimal bezwungen. Aufgeblüht sind eigentlich alle in der Mannschaft. Maren und Anja Scheytt punkten wie in alten Zeiten, Jana Schreckenbach wächst zu einer großartigen Verteidigerin heran und hat das Ticket zu Olympia fest im Auge - dahinter strecken und recken sich eine Vielzahl von Talenten wie z.B. Anabel Dörr und Jennifer Weis denen die Zukunft gehören kann. Eine Riesenleistung bringen auch die erfahrenen Kerstin Fischer - die auch mal für den großen Rückhalt Nadine Pfreundschuh - ins Tor geht oder Rebekka Marenbach, die eine klasse Saison hinlegt. Was in dem Team steckt zeigte es insbesondere als es in kurzer Folge schwere Rückschläge verkraften musste. Christina Fischer und Tanja Gelo zogen sich komplizierte Brüche zu und auch die einzige Torfrau - Nadine Pfreundschuh - fiel mit einem Fingerbruch für zwei Spiele aus. Selbst einen Busunfall beim erzwungenen Heimspiel in Hannover steckte man weg. Unbestritten ist der Norden in dieser Saison schwächer besetzt als der Süden - trotzdem darf man gespannt sein wie sich die WildCats in der Zwischenrunde gegen die scheinbar übermächtigen Südteams verkaufen werden. Verdient haben sie sich jedes Spiel - vielleicht bis in die Finalrunde.

    Berlin, Bergkamen, Grefrath und Braunlage

    Sportlich spannend war es im Norden bis kurz vor Schluss der Vorrunde. Vier Teams balgten sich um zwei freie Plätze für die Zwischenrunde. Überraschend gut dabei die Eishexen aus Braunlage. Sie waren im letzten Jahr noch das sogenannte Kanonenfutter der Liga. Doch bereits in einer sehr souveränen Qualifikationsrunde zeigte sich, dass hier etwas wächst. Noch war es etwas zu wenig - Unentschieden gegen Bergkamen, Grefrath und knappe Niederlagen gegen Mannheim und Berlin zuhause zeigen wie nahe dran die Eishexen waren.

    Auch Grefrath knabberte am dritten Platz, aber zwei knappe Niederlagen gegen die Bären aus Bergkamen verbauten den Weg nach oben. Als plötzlich nach zwei Wertungen gegen Berlin die OSC Ladies in Reichweite schienen konnten sich das GEC-Team trotz großem Einsatz in Mannheim nicht den wichtigen Punkt zum dritten Platz sichern. Letztlich war das sehr junge Team noch ein wenig zu unerfahren. Überragend war hier Esther Thyssen im Tor die ständig im Blickpunkt stand und evt. dadurch das Olympiaticket noch erhaschen konnte. Tragisch sicher Rachel Thyssen, bei der ein nicht auskurierter Infekt das Herz angriff und gar die sportliche Zukunft bedroht.

    Die Bären aus Bergkamen galten als stark und ausgeglichen besetzt. Umso mehr kosteten sie am Anfang dem sportlichen Leiter Markus Schweer die letzten Nerven. Viele knappe Spiele und keinen leichten Sieg präsentiertem ihm seine Mädchen. Doch mit Erfolgen in Berlin und Grefrath sowie Siege gegen Braunlage und Grefrath zu Hause ließen dann doch die direkte Konkurrenz zurück.

    Die OSC Ladies aus Berlin holten sich den Erfolg vor allem auswärts. Nur im ersten Spiel mussten sie sich in Mannheim geschlagen geben - alle anderen Spiele gewannen sie. Am Ende der Saison rissen sich die Ladies durch einige Unachtsamkeiten fast selbst in die Tiefe. Durch den Einsatz dreier Schülerspielerinnen ohne Lizenz musste man Siege gegen Hannover und Grefrath wieder abgeben. Am 22.12. wartete man dann gespannt auf die Eishexen aus Braunlage - dieses Spiel musste man gewinnen um in die Zwischenrunde einzuziehen. Die Eishexen blieben im großen Schneechaos stecken welches Deutschland an diesem Tag fest im Griff hatte und bedingt durch die Weihnachtsfeiertage und einiges mehr konnte der OSC kein Eis mehr organisieren - die Wertung + der Einzug in die Zwischenrunde ging nach Berlin während die Grefrather Lady Panthers besonders geknickt waren. Ihnen zum Trost sei gesagt, dass es Berlin sicherlich sportlich absolut verdient hatte in die Zwischenrunde zu gehen, doch die Arbeit an der Holländischen Grenze wird sich noch auszahlen.

    SC Riessersee vs. TV Kornwestheim

    Das Duell der Giganten - so hätte man den Vergleich zwischen dem Deutschen Meister aus Kornwestheim und dem Nachfolger des Vize-Meisters aus Geretsried - dem SC Riessersee umschreiben können. Auf beiden Seiten tummeln sich eine Vielzahl von Olympiakandidaten und auch die ein oder andere internationale Spielerin. Doch nach dem ganzen Ärger um den SCR und der Tatsache, dass die Garmischer nicht Meister werden dürfen war bei dem Team ein wenig die Luft raus. Ebenso beim Duell dieser Teams, welche beide klar und deutlich an die von Trainer Peter Kürten betreuten Kodiaks aus Kornwestheim gingen. Im Hinspiel wurden die Garmischer empfindlich mit 7:2 abgefertigt. Konnte man das noch auf den überraschenden Einsatz der Schweizer Internationalen Kathrin Lehmann bei den Kornwestheimerinnen zurückführen, so ist die 1:5 Heimniederlage der Moskitos im Rückspiel schon Aussage genug. Zwar wurde dem SCR auch hier wieder gute Kritiken zuteil - trotzdem zeigte sich, dass das Konzept von Kürten - aus einer überaus kontrollierten Defensive heraus das Spiel zu machen - wieder aufgeht. Nicht nur, dass die Kodiaks wieder die wenigsten Gegentore kassieren - man findet das disziplinierte Team auch fast niemals in Unterzahl.

    Ein kleiner Wehrmutstropfen fällt auf die Leistung der Kodiaks, da dieses Team mit die schlechtesten Trainingsbedingungen hat und im allgemeinen als zusammengestelltes Esemble gilt. Für diese These spricht auch, dass die Kodiaks einen sehr kleinen Kader haben, der dann aber auch konstant durchspielt. Das Heranführen von Talenten aus dem baden-württembergischen Umland will nicht so recht gelingen. Hier könnten auf die eishockeyverrückten Familie Kürten in den nächsten Jahren noch eine große Aufgabe warten.

    Der SCR spielt zumeist mit vier Reihen und ist im Allgemeinen stark genug jeden Gegner im Süden zu bezwingen. Hier darf man auf die Vergleiche mit den Nord-Teams gespannt sein.

    ESC Planegg vs. DEC Tigers Königsbrunn

    Auch im Süden gab es ein richtiges Duell um den dritten freien Platz für die Zwischenrunde. Nachdem der ESC Planegg im letzten Jahr noch sichtlich geschwächelt hatte, sind die Pinguine dieses Jahr wieder voll da. Das Team hat bekanntlich mit massiven Schwierigkeiten im Umfeld zu kämpfen, so gibt es für Planegg keine eigene Halle und die Spiele, wie auch das Training werden in Miesbach abgehalten - oder wo immer auch Eis frei ist. Trotzdem hat man sich in dieser Saison wieder gefangen und besonders Sandra Rumswinkel trumpft ein ums andere mal auf. Viele Ihrer bisher 18 Tore sorgten für wichtige Punkte im Kampf um Platz drei. Eine weitere Stütze steht mit Viona Harrer im Tor. Die junge Torhüterin hat sich durch ihre couragierte Leistung bis ins Blickfeld des Olympiakaders gespielt. Aus Sicht der Planegger gibt es jedoch bedauerlicherweise um Rumswinkel/Harrer immer wieder Gerüchte bezüglich einem Wechsel nach Garmisch. Sollte das in dieser Runde noch eintreten wäre das eine herbe Schwächung des ambitionierten Teams. Vor allem auf der Torhüterposition wäre man nicht mehr konkurrenzfähig.

    Der Konkurrent der Pinguine - die Tigers aus Königsbrunn zogen schließlich mit einem 0:3 zu Hause und einem 1:1 bei Planegg den kürzeren. Insgesamt fehlt dem Team wie schon in der letzten Saison die Vollstrecker im Sturm. Mit lediglich 17 Toren aus 10 Spielen war da einfach nicht mehr drin.

    EHC Memmingen, ESG Esslingen und Hannover Seahawks

    Sie sind die Verlierer der Vorrunde. Nicht unbedingt, weil sie sich auf den letzten Plätzen wiederfinden, sondern wegen der Art und Weise wie die Vorrunde lief. Der EHC Memmingen hatte nicht unbedingt die Ambition unter die ersten Drei zu gelangen, aber man wollte mit Anstand aus den Spielen gehen und eben die gelang mitte der Vorrunde nicht mehr. Nach einigen guten Auftritten wie beim 1:3 in Kornwestheim folgten bittere Niederlagen gegen Riessersee mit 4:11 und 2:10 sowie das Debakel von 0:18 gegen Kornwestheim zu Hause. Die ESG Esslingen hatte sich schon mutiger geäußert und wäre gerne unter die ersten drei gerutscht - nun stehen 0:20 Punkte zu Buche. Darunter vier Niederlagen mit nur einem Tor Differenz - da ging wirklich alles schief. Besonders das Toreschiessen haben die Pesky-Kids nicht erfunden.

    Ein gewagtes Experiment - die Hannover Seahawks

    Fast Tragisch ist die Situation bei den Hannover Seahawks. In Hannover wollte der Vorgängerverein - der KEV Hannover - das Team aus der Bundesliga nehmen und völlig abmelden. Nach Absprache mit den übriggebliebenen Aktiven meldete man als Hannover Seahawks wieder in der Bundesliga. Verstärkung suchte man sich in den unterklassigen Vereinen des Umlands. Von manchen kritisiert und mit viel Unverständnis betrachtet ist das Experiment in Hannover trotzdem ein mutiges nach Luft schnappen für das Damen-Eishockey in Deutschland. Im Norden der Republik ist die Ligensituation für die Damen überaus bescheiden. In der Landesliga Nord-Ost tummeln sich 6 Teams - inklusive dem EHC Adendorf der offiziell noch nicht am Spielbetrieb teilnehmen darf. Diese Liga war für Hannover keine Alternative, da vielleicht das Potential in dieser Saison für die Bundesliga nicht reicht, die Landesliga jedoch eine Einbahnstrasse für die Zukunft gewesen wäre. Das Abenteuer Bundesliga hat das mutige Team aus der Niedersächsischen Landeshauptstadt mit 9 herben Niederlagen in 9 Spielen bezahlt. Trotzdem geht man realistisch wie auch optimistisch in Hannover mit der Situation um. Mittelfristig möchte man verstärkt auf den Nachwuchs bauen. Man sieht vor allem in den jungen Jahrgängen sehr viel Potential, welches evt. gar in der nächsten Saison in einer Ib Mannschaft in der Landesliga Nord-Ost manifestiert werden kann. Man möchte auf jeden fall in der nächsten Saison in der Bundesliga starten und ist sich sicher, dass man das Potential für den Klassenerhalt - zumindest in einer möglichen Relegation aufbauen kann. Im Sinne des Dameneishockeys kann man den Seahawks nur die Daumen drücken.

    Kathrin Lehmann - Spielerinn zwischen den Welten

    Die Schweizerin Kathrin Lehmann steht beim FC Bayern im Tor - soweit so schön. Ist es für die Insider der Dameneishockeygemeinde nicht verwunderlich, dass es beim FC Bayern auch Frauenfussball gibt, so ist es doch einmalig, dass eine Nationalspielerin im Fussball auch im Eishockey dies erreicht und zwar nicht im Tor, sondern im Sturm. So oft es geht tritt sie für den TV Kornwestheim an und lässt hier Ihre Kolleginnen im gegnerischen Tor erzittern. Zu spüren bekamen dies zu Beginn die Damen des SC Riessersee, welche ein Lehmann-Debakel erlebten. Mit 5 Scorerpunkte pro Spiel ist Kathrin dabei und die Vollblutsportlerin möchte am liebsten das Double - Meister mit Bayern und mit Kornwestheim.

    Michaela Lanzl - ein "einmaliger" Auftritt

    Michaela Lanzl ist immer eine Bemerkung wert. In dieser Spielzeit sieht man sie nicht in der Bundesliga. Sie ist zwar für den SCR gemeldet doch sie versucht sich in Männerteams weiterzuentwickeln. Doch einmal war sie da und besonders die Memminger Damen werden das nicht vergessen. Bei ihrem bisher einmaligen Gastspiel erzielte sie 7 Tore und 2 Vorlagen und ging wieder. So bitter dies für die Gegner ist - wir hoffen Dich wieder zu sehen Michaela!

    Maren Valenti und Anja Scheytt - je 19 Scorerpunkte in einem Spiel

    Ausnahmespielerinnen sind immer wieder für Rekorde gut - gerade in einer Sportart wie Dameneishockey gibt es noch den Platz für große Leistungen. Im Falle von Maren Valenti und Anja Scheytt von den Mannheimer WildCats spielten auch die Gegner etwas mit. Beim Gastspiel der WildCats bei den hoffnungslos unterlegenen Hannover Seahawks ließen es sich die beiden Stürmerinnen nicht nehmen beim 25:0 Auswärtssieg jeweils 19 Scorerpunkte zu erzielen. Anja Scheytt machte ihre 11 Tore und legte noch 8 mal auf, während Maren es bei 10 Toren belies und 9 mal den Pass spielte. Wenn man rummäkeln wollte, könnte man von Eigensinn sprechen - aber das wäre hier sicher nicht angebracht.

    Kerstin Fischer und Carmen Kiene - Am "falschen" Platz

    Als sich in Mannheim Nadine Pfreundschuh bei einem Spiel der Kurpfalz-Eishockeyliga einen Finger brach war die Aufregung in Mannheim groß und sogleich wusste man, dass hier nur Torwartlegende Kerstin Fischer - eigentlich die treue Nummer 9 aus dem Sturm - als Ersatz in Frage kommt. Diese Position hat sie - aus sportlicher Sicht nicht unbedingt erfolgreich - schon einmal in Planegg eingenommen. Damals war es nicht so tragisch, dass aus dem Auftritt eine Niederlage resultierte. Diesmal befanden sich die WildCats in einer kritischen Situation der Saison und Kerstin musste sich bei den Bergkamener Bären und gegen die Eishexen aus Braunlage beweisen. Mit einer willenstarken Teamleistung und erstaunlichem Geschick bewältigte Sie diese Aufgabe und führte ihr Team zum 6:4 Erfolg in Bergkamen. Beim 15:2 gegen Braunlage parierte sie sogar einen Penalty. Nach dem Abenteur sprach sie mit höchstem Respekt vor der Leitung der Goalies und war froh wieder vorne wirbeln zu können. Wie es dagegen Carmen Kiene von den Hannover Seahawks erging kann nur erraten werden. Beim kurzfristig zeitlich vorverlegten Spiel gegen Bergkamen fehlten plötzlich alle Goalies - eine musste arbeiten und die andere bei den Junioren ran - und Carmen war das Opfer im Seahawks Kasten. Mit 26:0 überfuhren die Gäste das gebeutelte Team aus Hannover und viele werden das sicher als harte Bestrafung empfunden haben. Für die Bären allerdings ein Schritt aus der Krise. Nach diesem Kantersieg lief es in der Liga sichtlich besser.

 

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