Entwicklung des Damen-Eishockeys aus nationaler und internationaler Sicht| Vermischtes | Letzte Änderung: Wednesday, 17-Apr-2002 22:54:49 CEST |
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Auszug aus einer Studienarbeit von Rainer Nittel Inhalt1. EinleitungDie deutsche Damen-Nationalmannschaft nimmt im Februar 2002 erstmalig an den olympischen Winterspielen Teil. Die nachfolgende studienbegleitende Arbeit stellt sowohl die geschichtliche Entwicklung der Sportart sowie die inhaltliche Entwicklung der Arbeit der deutschen Damen-Nationalmannschaft dar. Der Verfasser dieser Arbeit war von 1995 bis heute verantwortlicher Damen-Bundestrainer. Die meisten inhaltlichen Ausarbeitungen entstanden, wenn nicht anders gekennzeichnet, im Rahmen seiner Tätigkeit mit der Mannschaft. Auf die Zeit von 1988 bis 1995 kann nur peripher eingegangen werden, da über diesen Zeitraum keine Informationen vorliegen. 2. Die internationale Entwicklung des Damen-Eishockeys"Als Mitte der 90er Jahre des vorherigen Jahrhunderts in Montreal die Frauen Eishockey spielten beurteilte ein Redakteur das Spiel als "ein Kind der Komik". Rund 80 Jahre später die fast gleiche Situation in Europa. Die Frauen mit dem Puck wurden belächelt und als komische Unterhaltung eingestuft. Doch das sollte sich ändern. 1892, also 25 Jahre vor der NHL [National Hockey League, höchste Profiliga in Nordamerika], war die Stadt Barrie in der kanadischen Provinz Ontario Austragungsort des ersten Frauen-Eishockeyspieles. Die Damen spielten noch mit knöchellangen Röcken, sieben Mädchen bildeten ein Team. Vorher wurde inoffiziell gespielt. Um 1890 war z.B. Lord Stanley of Preston, der Stifter des "Stanley-Cups" [Trophäe der NHL] und britischer Gouverneur in Kanada, bei einem Frauenspiel. Ein Männerspiel hat der durch die Pokalstiftung "bekanntesten Engländer in Nordamerika" nie gesehen. Um die Jahrhundertwende spielten Frauen auch in der Goldgräberstadt Dawson City, später in Ottawa, Quebec und Winnipeg, anschliessend auch in den USA. 1920, die Damen durften mittlerweile mit knielangen Röcken spielen, wurde die "Lady Meredith Trophy" gestiftet, um die eine Frauenliga spielte. Topteam der 30er Jahre waren z.B. die Preston Rivuletts, die 9 Mal in Serie Meister wurden und in dieser Zeit nur zwei von 350 Pflichtspielen verloren. Heute ist Frauen-Eishockey in Kanada und den USA sogar Profisport und die Spielerinnen gehören zu den besten der Welt. Bei bisher vier [sieben] Weltmeisterschaften gingen alle Titel nach Kanada, Zweite wurden jeweils die US-Girls. Das erste Olympische Turnier, 1998 in Nagano, gewannen die Amerikanerinnen - vor Kanada. Finnland wurde [bis 2000] in allen Wettbewerben jeweils Dritter und bestes Europa-Team. Die Europäerinnen hingen viele Jahre in der Entwicklung etwas zurück. holen aber jetzt auf. Die skandinavischen Mädchen führen dabei. Europas Frauen mußten um Eiszeiten in den begrenzt vorhandenen Eishallen kämpfen. Viele Teams konnten erst kurz vor Mitternacht trainieren und die Frauen mußten große Opfer bringen. doch sie setzten sich durch. Nach den Skandinavierinnen kamen die Frauen in der Schweiz, in Dänemark, in Deutschland, in Norwegen, in Großbritannien und in Holland. In Osteuropa begannen die Tschechinnen. Auch China, Rußland und Japan kamen mit Ihren Frauen in die oberen Leistungsklassen. 1989 fand die erste Frauen-Europameisterschaft in Deutschland statt. IIHF-Präsident Dr. Günther Sabetzki erkannte die Zeichen der Zeit und stand voll hinter den Puckjägerinnen. Die IIHF [International Ice Hockey Federation] half den Frauen rund um die Welt. Es wurde neben einer Europameisterschaft auch ein Pacific-Wettbewerb mit den Frauen aus Nordamerika und Asien durchgeführt."1. Der Ausrichtung der ersten Europameisterschaft im Jahr 1989 durch den Deutschen Eishockey-Bund folgte 1990 die erste offizielle Weltmeisterschaft in Ottawa, weitere Weltmeisterschaften wurden in den Jahren 1992, 94 und 97 ausgetragen. In den Zwischenjahren wurden jeweils Europameisterschaften durchgeführt. 1992 gelingt der endgültige Durchbruch. Am 21. Juli 1992 beschloß das IOC [Internationales Olympisches Komitee] in Barcelona, daß 1998 in Nagano die Frauen im olympischen Turnier dabei sind. 2 Am 17. November 1992 verkündeten dann das IOC und das Nagano Organizing Committee sogar die Durchführung des Damen-Eishockeyturniers als vollwertige Medaillendisziplin. Damit wurde der Sportart sowohl ein nationaler wie auch internationaler Impuls gegeben, der bis heute anhält. Während der EM 1996 hatte das Damen-Komittee der IIHF die zukünftige Planung für internationale Turniere vorgestellt. Seit 1999 werden jährlich Weltmeisterschaften mit einer A- und einer B-Gruppe zu je 8 Mannschaften durchgeführt. Die bisher durchgeführten Europameisterschaften sowie der Pazifik-Cup entfallen. 1998 gab es für die nicht in Nagano teilnehmenden Mannschaften ein Qualifikationsturnier für die WM 1999. Es war ein Weg über rund 100 Jahre. Aus dem "Kind der Komik" ist anerkannter Hochleistungssport geworden und die Teilnehmerzahl von Olympiateilnehmern im Jahr 2002 ist von sechs zu acht gegangen."1 3. Die wichtigsten Stationen des internationalen Damen-Eishockeys in der Übersicht1200er Älteste hockeyartige Sportart, das Hurling, ein Ballspiel mit Schläger aus Irland 3.1 Die Entwicklung der Aktiven Spielerinnen in der verschiedenen Nationen von 1988 bis 1995Wie bereits beschrieben, erfährt das Damen-Eishockey in Nordamerika und in Europa seine erste größere Entwicklung in den 70er Jahren. Anhand einer Untersuchung von Frank Libera (Tab. 1) aus dem Jahr 1996 ist zu erkennen, daß die Zuwachsraten zwischen 1988 und 1995 in auch in den anderen Kontinenten immens und bereits die vorolympischen Impulse zu spüren waren. Das Damen-Eishockey verbreitet sich weltweit und ist in seiner Entwicklung nicht mehr aufzuhalten. Tabelle 1: Anzahl der weiblichen Spieler 1988/89 vs. 1994/95 in den einzelnen Verbänden
Tabelle 1: IIHF Report, Status of Women's Hockey; International Ice Hockey Federation (Hrsg.), Zürich 1996 Anhand der in Tabelle 1 gezeigten Zahlen ist klar zu erkennen, welche zahlenmäßige Entwicklung das internationale Damen-Eishockey von 1988 bis 1995 durchlaufen hat. Leider sind für die nächsten Jahre nur noch vereinzelte Daten verfügbar. Doch auch diese zeigen die Weiterentwicklung der Sportart im allgemeinen und die Vormachtstellung der Länder Kanada, USA und Finnland im speziellen. Tabelle 2: Anzahl der weiblichen Spieler 1994/95 vs. 1999/00 in Kanada, USA und Finnland
Tabelle 2: Zahlen aus Media Guides der Damen-Nationalmannschaft USA, CAN, FIN zur WM 2001 3.2. Übersicht und Ergebnisse der IIHF-Turniere von 1989 bis 2001Im Zuge der internationalen Entwicklung des Damen-Eishockeys hat der Internationale Eishockey-Verband sich den Bedürfnissen angepasst. 2001 nahmen 264 Nationalmannschaften an den internationalen Turnieren teil. Dies waren entsprechend ihrer Platzierung:
Weitere Nationalmannschaften sind in der Entstehung (z.B. Österreich, Ukraine). Nationale Meisterschaften werden in über 303 Ländern der Welt ausgetragen, so z.B. auch in Österreich, Polen, Bulgarien, Neuseeland oder Weißrußland. Folgende internationalen Damen-Meisterschaften wurden bisher vom Internationalem Eishockey-Verband ausgetragen: Europameisterschaften 1989 European Championship in Düsseldorf/Ratingen (FRG): 1991 European Championship in Frydek-Mistek/Havirov (TCH): 1993 European Championship Gruppe A in Esbjerg (DEN): 1995 European Championship Gruppe A in Riga (LAT): 1996 European Championship Gruppe A in Yaroslav (RUS) Pazifische Meisterschaften 1995 Pacific Championship in San Jose (USA): Weltmeisterschaften 1990 World Championship in Ottawa (CAN): 1992 World Championship in Tampere (FIN): 1994 World Championship in Lake Placid (USA): 1997 World Championship in Kitchener (CAN): 1999 World Championship in Espoo (FIN): 2000 World Championship in Mississauga (CAN): 2001 World Championship in Minneapolis (USA) Olympische Spiele 1998 Olympischen Spiele in Nagano (JPN): 2002 Olympische Spiele in Salt Lake City (USA): 4. Die nationale Entwicklung des Damen-EishockeysDas deutsche Damen-Eishockey hat seinen Ursprung in der Langeweile der Spielerfrauen des EV Füssen gefunden. Eilten die Männer aus dem Allgäu in den 60er und 70er Jahren von einem nationalem Erfolg zum anderen, kamen die Spielerfrauen auf die Idee, in ihrer umfangreichen Freizeit auch auf das Eis zu gehen. Aus dieser eigentlich als einmalige geplanten Aktion entstand 1974 die erste Damen-Mannschaft Deutschlands, die des EV Füssen. Im weiteren Verlauf gründeten sich weitere Mannschaften und es kam zu ersten Freundschaftsspielen. Doch es dauerte noch 8 Jahre bis die erste Liga gegründet wurde. Der damalige Präsident des Internationalem Eishockey-Verbandes Dr. Günther Sabetzki der gleichzeitig Präsident des Eissport-Verbandes Nordrhein-Westfalen war und der heutige Schatzmeister des Deutschen Eishockey-Bundes Wolfgang Sorge und aktuelle Präsident in NRW gründeten 1982 die erste Damen-Liga Deutschlands. Unter der Organisation des Eissport-Verbandes NRW gingen die ersten 5 Mannschaften in die NRW-Meisterschaft. Gewinner dieser ersten Meisterschaft war 1983 die Kölner EDM "Die Panther. In der nächsten Saison gab es dann bereits Landesmeisterschaften in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Im Mai 1984 spielten die besten Teams der einzelnen Landesmeisterschaften erstmalig den Titel des Deutschen Meisters aus. Die IGES Reutlingen/ESG Esslingen durfte sich als erster Deutscher Meister in die Geschichtsbücher eintragen. Im April 1985 kam es dann zu den ersten internationalen Kontakten. Eine Auswahl aus den Mannschaften EHC Eisbären Düsseldorf, DEC Iserlohn und dem GSC Moers reiste nach Kanada, um in der International Division des Brampton Canadettes Dominion Ladies Hockey Tournament teilzunehmen. Die Reise des Teams erlangte eine große Öffentlichkeit und die Zahl der registrierten Spielerinnen stieg von 1985 bis 1987 von 250 auf 450. Im Zuge der nationalen Entwicklung, der steigenden Aktivenzahlen und dem Engagement von Dr. Günther Sabetzki und Wolfgang Sorge ist es dann die logische Konsequenz gewesen, eine Nationalmannschaft ins Leben zu rufen. Dem ersten Nationalmannschaftslehrgang 1988 folgten auch die ersten Länderspiele am 03. und 04.12.1988 gegen die Schweiz in Geretsried und Kaufbeuren. Wie bereits beschrieben, zeigte sich der Deutsche Eishockey-Bund sehr engagiert und richtete im Frühjahr 1989 die erste Damen-Europameisterschaft in Ratingen und Düsseldorf aus. Hier konnte Deutschland die Bronzemedaille erringen. Aus der Dynamik der Europameisterschaft heraus wurde dann 1989 die erste Bundesliga ins Leben gerufen. Bestehend aus Gruppe Nord und Süd spielten jeweils 8 Mannschaften in einer Vorrunde. Die bestplazierten trafen sich dann zur Deutschen Meisterschaft, die weiterhin als Turnier ausgerichtet wurde. Gespielt wird die Damen-Bundesliga bis nach den Regeln der IIHF. Die Spielzeit beträgt drei mal 20 Minuten. Spielberechtigt für den Ligabetrieb sind Mädchen ab 16 Jahren. Einmalig in der deutschen Sportlandschaft ist, daß es im deutschen Eishockey Mädchen/Frauen jeden Alters erlaubt ist, gemeinschaftlich mit Jungs/Männern im Team zu spielen, d.h. daß es gemischte Nachwuchs und Seniorenmannschaften geben darf und auch gibt. Nachdem die Organisation der Liga noch anfänglich in den Händen der Landesverbände Bayern und Nordrhein-Westfalen lag, wurde die Bundesliga 1997 erstmalig vom Deutschen Eishockey-Bund durchgeführt. Der Unterbau wird weiterhin von den Landesverbänden organisiert. Heute nehmen ca. 50 offizielle Teams mit ca. 1.500 Spielerinnen im Alter von 16 J. und älter am Seniorenspielbetrieb teil. Dazu kommen ca. 700 Spielerinnen im Alter von 15 J. und jünger, sowie ca. 40 Schiedsrichterinnen. 12 Teams in der Bundesliga (Nord und Süd), 38 Teams in den weiteren fünf Landesligen. 4.1. Die wichtigsten Stationen des nationalen Damen-Eishockeys in der1974 Erstes Damenteam gegründet : EV Füssen Die deutschen Meister 1994 bis 2001: Mannheimer ERC (5x), ESG Esslingen (5x), EHC Eisbären Düsseldorf (4x), 4.2 Die zahlenmäßige Entwicklung des deutschen Damen-Eishockeys von 1988 bis 1995/10Tabelle 3: Anzahl der weiblichen Spieler 1985 bis 2000 in Deutschland
Tabelle 3: Zahlen aus den jährlichen Veröffentlichungen der Paßstelle des Deutschen Eishockey-Bundes und den Jahrbüchern des Deutschen Eissport-Verbandes 1997 bis 2001. Ähnlich der internationalen Entwicklung sieht man ein sprunghaftes Ansteigen der Aktivenzahlen bis Mitte der 90er Jahre. 1996 ist bereits jeder fünfte Aktive des Deutschen Eishockey-Bundes weiblich. Gründe für diesen immensen Anstieg ist zum einen die Berichterstattungen über das Entwicklung der Frauensportarten und natürlich die Erfolge der Männermannschaft bei den Olympischen Winterspielen 1992 und 1994 und der Ausrichtung der Herren-Weltmeisterschaft im eigenen Land 1993. In Deutschland kommt es dann aber 1995 zu einer Stagnation in der Entwicklung. Dies scheint eine typisch deutsche Situation zu sein. Mit insgesamt fast 30.000 registrierten Spielern scheinen die Kapazitäten der ca. 170 Eishallen in Deutschland ausgereizt. Insbesondere im Konkurrenzkampf mit dem männlichen Nachwuchs ziehen die Damen-Mannschaften oftmals den kürzeren beim Kampf um vernünftige Trainingszeiten. Es ist bis heute noch in vielen Vereinen normal, an Wochentagen Trainingszeiten ab 22.00h zu erhalten. Selbst Bundesligavereine haben durchschnittlich nur 2 Trainingseinheiten pro Woche. 5. Die Entwicklung der Damen-Nationalmannschaft von 1988 bis 1995:Die Zeit von 1988 bis 1995 findet keine besondere Bearbeitung, da über diesen Zeitraum nicht genügend Daten vorliegen, um diese inhaltlich genau beschreiben zu können. Deshalb folgt ein kurzer Überblick. Wie bereits beschrieben fand das erste Länderspiel der Damen-Nationalmannschaft am 03.12.1988 in Geretsried gegen die Schweiz statt. Die erste Generation der Mannschaft bestand zum großen Teil aus Spielerinnen, die erst mit 13 bis 16 Jahren zum Eishockey gekommen waren. Dies liegt darin begründet, daß zum einen eine Verbindung mit dem männlichen Nachwuchs noch nicht üblich und die Trainingszeiten der Damen-Mannschaften oft erst am späten Abend waren. Das technische Niveau und die konditionellen Fähigkeiten waren dadurch noch nicht sehr weit entwickelt. Nur vereinzelt gab es Spielerinnen die über den familiären Bezug zur Sportart eine Ausbildung im Nachwuchs erhielten. In der Saison 1988/89 folgten dem ersten Länderspiel noch drei weitere Freundschaftsspiele, die der Vorbereitung auf die erste Damen-Europameisterschaft dienten. Erfreulicherweise konnte die deutsche Mannschaft im Kreis der favorisierten Skandinavierinnen eindringen und im Penaltyschießen gegen Norwegen die Bronzemedaille erringen. Im der darauffolgenden Saison nahm die deutsche Mannschaft dann an der ersten Damen-Weltmeisterschaft in Kanada teil. Hier zeigte sich das große Leistungsgefälle zwischen den verschiedenen Kontinenten. Wie bereits aus der Geschichte des internationalen Damen-Eishockeys erkennbar haben die Nordamerikanerinnen einen großen Vorsprung vor Europa. In Europa waren die Skandinavierinnen führend, gefolgt von Deutschland und dem asiatischen Vertreter Japans. Bereits hier kam es beim deutschen Kader zu Veränderungen. Spielerinnen, wie z.B. Maren Valenti oder Natascha Schaffrik nahmen bereits mit 13 bzw. 15 Jahren an den Welt-Titelkämpfen teil (Maren Valenti ist bis heute die jüngste Spielerin, die bisher an einer WM teilgenommen hat). Dieses sehr junge Alter ist damit zu erklären, daß beide Spielerinnen durch ihre Ausbildung im männlichen Nachwuchs bereits im Alter von 13 Jahren stärker waren als die Spielerinnen der ersten Generation. In den nachfolgenden Jahren wurde mehr oder weniger auf den Stamm der ersten Jahre aufgebaut. Die Hierarchie der Nationen veränderte sich kaum. Bis einschließlich der Saison 1993/94 vertrauten die Trainer auf den bewährten Stamm mit vielen Spielerinnen aus der ersten Generation, konnten aber keine große leistungsmäßige Entwicklung verzeichnen. Erst nach dem achten Platz bei der Weltmeisterschaft 1994 wurde der Kader neu strukturiert. Allein in der Saison 1994/95 wurden 29!!! Plätze des 45er Kaders der Damen-Nationalmannschaft neu belegt. Hoffnungsvolle Talente der 2. Generation wurden eingebaut und trotz eines Durchschnittsalters von 19 Jahren erreichten die deutschen Damen Platz 5 bei der Europameisterschaft 1995. Die internationalen Turnierteilnahmen von 1989 bis 1995 1988 gegründet, erstes Spiel : 03.12.88 in Geretsried gegen die Schweiz 6. Die Entwicklung der Nationalmannschaft von 1995 bis 2001:Die Zeit von 1995 bis 2001 kann detailliert beschrieben und in verschiedenen Teilbereiche gegliedert werden. Der Verfasser dieser Arbeit zeichnete sich für diesen Zeitraum als Bundestrainer verantwortlich. Die meisten Daten stammen aus seinem eigenem Archiv. Im Mai 1995 wurde der Verfasser mit der sportlichen Leitung der Damennationalmannschaft beauftragt. Der von den Vorgängern eingeleitete Verjüngungsprozess wurde konsequent weiterverfolgt. Die Mannschaft hatte beim ersten Leistungstest ein Durchschnittsalter von 17,8 Jahren und bestand aus vielen Spielerinnen, die noch z.T. in Nachwuchsmannschaften spielten. Das Gros der Mannschaft bildeten Spielerinnen der Jahrgänge 1979, 80 und 81. Ein geregeltes Sommertraining fand sowohl auf Vereinsebene wie auch im Bereich der Nationalmannschaft nicht statt. Die Spielerinnen wurden unregelmäßig einer allgemeinen Leistungsdiagnostik unterzogen, die Ergebnisse aber nicht für den Trainingsbetrieb genutzt. Weiterhin gab es keine vorgegeben taktische Grundkonzeptionen noch eine Grundphilosophie hinsichtlich der Mannschaftsführung. Mit diesen Grundlagen waren die Chancen relativ gering, sich für die Olympischen Winterspiele 1998 zu qualifizieren. Dies hätte bedeutet, mit der jüngsten Nationalmannschaft der Welt sowohl bei der kommenden Europameisterschaft 1996, wie auch bei der nächsten Weltmeisterschaft 1997 den jeweils 5. Platz zu erreichen. Wie sich zeigte, war bereits die erste Hürde für diese junge Mannschaft zu hoch und man entschloß sich, langfristig auf die Qualifikation zu den Olympischen Winterspielen 2002 hinzuarbeiten. In Abstimmung mit den Rahmendaten des langfristigen Leistungsaufbaus (siehe Tabelle 4) war es klar, daß je nach Trainingsalter noch mindestens 3 bis 5 Jahre mit den meisten Spielerinnen gearbeitet werden mußte, um internationale Höchstleistungen zu erwarten. Sollte der Stamm bis Olympia 2002 zusammen bleiben, wäre das Team mit einem ungefähren Durchschnittsalter von ca. 24 Jahren in seinem absoluten Höchstleistungsbereich. Der Weg dorthin wurde in folgend Abschnitte unterteilt: 1995 bis 1997 GrundlagenphaseZiel: Versuch der Qualifiaktion zu den Olympischen Winterspielen 1998 und Schaffen sportlicher Grundwerte, mit einer langfristig orientierten Förderkonzeption im Rahmen des sportartspezifischen Anforderungsprofiles. 1997 bis 1999 AufbauphaseZiel: Teilnahme am Qualifikationsturnier und Erreichen der WM-Qualifikation Gruppe A und Klassenerhalt im folgenden Jahr 1999 bis 2001 LeistungsphaseZiel: Teilnahme an WM Gruppe A, Erreichen des Spiels um die Plätze 5-6 und Qualifikation zu den Olympischen Winterspielen 2002 Die Zielstellungen der o.g. Phasen sollten auf folgenden inhaltlichen Ebenen erreicht werden: Tabelle 4: Rahmendaten des langfristigen Leistungsaufbaus (LLA) in der Sportart Mädchen / Damen-Eishockey in Deutschland
Tabelle 4: Rainer Nittel; Rahmendaten des langfristigen Leistungsaufbaus (LLA) in der Sportart Mädchen / Damen-Eishockey in Deutschland, 1996 7. Literaturverzeichnis:8. Tabellenverzeichnis
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