10.09.95 Teams der Bundesliga-Nord kurz präsentiert
(S.K.) Da bei den Damen die Saison erst in drei Wochen beginnt, bleibt noch etwas Zeit
in den nächsten Ausgaben die Teams der Bundesliga-Nord etwas unter die Lupe zu nehmen.
Heute soll dabei die Aufmerksamkeit auf den Frankfurter ESC und EC Bergkamen liegen.
Frankfurter ESC "Die Löwen"
In der abgelaufenen Saison 1994/95 konnten die Damen des Frankfurter ESC ihren bisher
größten Erfolg feiern, denn das Erreichen des vierten Platzes in der Vorrunde und die
damit verbundene Teilnahme an den Viertelfinalspielen gelang ihnen noch nie. Da es, mit
Ausnahme von Jeanette Jung, keine Abgänge gab, demgegenüber aber insgesamt fünf neue
Spielerinnen zur Verfügung stehen, haben die Löwen endlich einmal einen großen
Spielerkader zusammen und können damit erneut hoffnungsvoll in die Saison blicken. Im
einzelnen sind die neuen Spielerinnen Doris Mika (Torhüterin) und Renate Irmer
(Verteidigung) die beide reaktiviert wurden sowie Candan Kavalci und Alisha Wengenroth
(beide Stürmerin) die aus dem eigenen Nachwuchs kommen. Die größte Verstärkung stellt
aber ohne Frage Marjaana Tommola da. Die in den letzten Jahren für den OSC
Berlin-Schöneberg spielende Finnin verschlug es aus beruflichen Gründen nach Frankfurt
und wird dort neben den etablierten Leistungsträgern Jutta Michael und Stefanie Komma
sicherlich für viel Furore sorgen. Immerhin besitzt Marjaana Tommola eine hervorragende
Spielübersicht und strahlt als Verteidigerin sehr viel Torgefahr aus, während sich mit
Jutta Michael und Stefanie Komma zwei Stürmerinnen in den Reihen der Frankfurter befinden
die ausgesprochen Konstant in ihren Leistungen sind. Beiden gelang in der letzten Saison
in jedem Spiel mindestens ein Scorerpunkt, ein Kunststück welches ansonsten nur noch
Maren Valenti (Mannheimer ERC) gelang! Das größte Fragezeichen steht so hinter dem neuen
Trainer Helmut Riedel, der die langjährige Arbeit von Stefan Kagerer erfolgreich
fortsetzen soll. In zwei Testspielen gegen Darmstadt und Lauterbach soll die nötige
Abstimmung zwischen den "Neuen" und den "Alten" Spielerinnen
abgeschlossen sein.
EC Bergkamener Bären
Ganz im Gegensatz zum Erfolg der Frankfurterinnen, ging die abgelaufenen Saison für die
Bergkamener Bären als die schlechteste in die Vereinsgeschichte ein. Dennoch waren die
Verantwortlichen über das Abschneiden der Mannschaft, mit dem letztendlich souverän
errungenen Klassenerhalt, zufrieden. Schließlich hatten sich die Bären nach dem Abgang
von vier wichtigen Leistungsträgern die Konsolidierung der Mannschaft als Ziel gesetzt.
Dieses gelang und nun kann mit Hilfe eines neuen Trainers (Marcus Zwick löst Stanly Pryl
ab) sowie systematischer Stärkung des eigenen Spielerpotentials durch Neuverpflichtungen
und Nachwuchsspielerinnen langsam wieder nach vorne geschaut werden. Die Mannschaft
verlassen haben Marina Heyse (Laufbahn beendet wg. Studium) und Alexandra Kahlert die beim
Zweitligisten Herner EV spielen möchte. Obendrein mußten die Verantwortlichen ihre
Hoffnungen auf ein Comeback von Ines Molitor endgültig begraben. Die 38-fache
Nationalspielerin hatte noch vor zwei Jahren in Kanada gespielt, nach ihrer Rückkehr
jedoch aus gesundheitlichen Gründen pausieren müssen. Nun also das Ende einer großen
Karriere. Zu den "Neuen" gehört auch in Bergkamen mit Claudia Spier (geb.
Pätzold) eine reaktivierte Spielerin, die nach einer Babypause wieder ins Geschehen
eingreift. Außerdem stehen nach einer langen Verletzungspause mit Kerstin Kinzel und
Tanja Schonz vom SV Brackwede zwei erfahrene Spielerinnen zur Verfügung. Die Mannschaft
komplettieren werden Sandra Herford, Sonja Lehnerer und Stefanie Psink als
Nachwuchsspielerinnen. Um die richtige Form zu finden und mit Platz 5 oder 6 ihr
Saisonziel zu erreichen, werden die Bären in ihren Vorbereitungsspiele insbesondere gegen
unterklassige Teams antreten.
Eigentlich sollte am vergangenen Wochenende der Meisterschaftsauftakt mit den Spielen
Mannheimer ERC - Frankfurter ESC und Grefrather EV - TuS Wiehl stattfinden, doch schon zu
Beginn der Saison beantragte Mannheim und Wiehl eine Spielverlegung. So können der MERC
sowie der OSC Berlin-Schöneberg ausführlicher vorgestellt werden.
Mannheimer ERC
Schaut man sich dabei den Mannschaftskader an, so wird deutlich das für die
erfolgsverwöhnten Mannheimerinnen die rosigen Zeiten erst einmal vorbei sind. Denn
zeitgleich mit dem Höhenflug der DEL-Profis, setzte der Tiefflug des Damenteams ein. Die
letzte Saison endete mit dem Ausscheiden im Viertelfinale, als souveräner Vorrundensieger
und heißer Titelanwärter, in einem Fiasko und diesmal wird von vornherein nur der
Klassenerhalt angepeilt. Woher die plötzliche Bescheidenheit kommt, wird schnell klar
wenn man sich den aktuellen Spielerkader anschaut. Mit Ausnahme von Petra Weber verließ
die komplette erste Reihe den dreimaligen Deutschen Meister. BL-Nord Superstar Maren
Valenti spielt fortan nur noch für die Junioren des Heilbronner EC, Monika Spring ging zu
den Grefrather "Panther" und Ilona Holliday wechselte in die Hessenliga zur TSG
Darmstadt. Dazu wechselte Natascha Schaffrik bereits im Januar zu Gunsten vom Tus Wiehl
den Verein. Die Säulen der Mannschaft werden nun vor allem die beiden Torhüterinnen
Nadine Spanihel und Elke Raubenheimer sowie Verteidigerin Petra Weber und die beiden
Stürmerinnen Antje Pfau und Birgit Brendel sein. Von der Leistung dieser
"Fünf" wird das Spielniveau abhängen und gelingt es dazu den jungen
Spielerinnen Verantwortung zu übernehmen, dann wird die Mannschaft ihren Weg
(erfolgreich) gehen. Neu ist in der Mannschaft neben Verteidigerin Jeanette Jung
(Frankfurter ESC) und Heidi Fougere (Neueinsteigerin) auch die Trainer Victor Pysz und
Karl Scheytt.
ES Weißwasser
Einen gänzlich anderen Verlauf wird die Saison für "Die Pinguine" aus
Weißwasser nehmen, denn im Gegensatz zur Konkurrenz aus den alten Bundesländern ist es
für den ESW ungleich schwerer Verstärkungen aus anderen Teams zu gewinnen. Die
Möglichkeiten Spielerinnen mittels Lehr- oder Arbeitsstellen an sich zu binden reichen
nicht einmal für die eigenen Mädels aus und so verließen Marlen Skiba (Esslingen)
sowie Nicole Ansorg (ohne Verein) aus diesem Grund Weißwasser. Da Heike Elsner und
Elisabeth Keller Mutterfreuden entgegensehen, desweiteren Daniela Braun aus
gesundheitlichen Gründen aufhören muß und als größter Verlust Kapitän Heike Klinke
die Schlittschuhe an den Nagel hängt, fehlen den "Pinguinen" gleich sechs
Stammspielerinnen! Zu guter Letzt mußten die Verantwortlichen den geplanten Einbau von
drei Nachwuchsspielerinnen ad acta legen, da sich durch die neue Altersstrukturregelung
die fünf "Alten" Sechzehnjähren die drei Nachwuchsplätze teilen müssen. Die
neue Altersstrukturregelung erweißt sich für Weißwasser als sehr ungünstig. So kann es
nur darum gehen in der Vorrunde das Gesicht zu wahren und die Mannschaft zu festigen, ehe
es in der Abstiegsrunde wiedermal um alles geht.
OSC Berlin-Schöneberg "Ladies"
Ebenfalls mehr Verluste als Neuzugänge haben die "Die Ladies" des OSC
Berlin-Schöneberg zu verzeichnen. Die beiden Leistungsträgerinnen Marjaana Tommola
(Frankfurter ESC) und Katja Bandlofsky (DEB-Schiedsrichterin) stehen nicht mehr zur
Verfügung und werden wohl die größten Lücken hinterlassen. Dazu kommt noch das Berlin
ebenfalls "Esslingen geschädigt" ist, weil Stammtorhüterin Tanja Jakupovic
abgeworben wurde. Mit Carola Märker, aus familiären Gründen, sowie Charlotte Kopitz
(Armbruch) fallen zwei weitere erfahrene Spielerinnen aus. Demgegenüber stehen mit Ramona
Weiss (Eishasen Berlin) und Sandra Grütter (Langenthal/Schweiz) nur zwei Neuzugänge. Vor
allem Sandra Grütter könnte das Spiel der Hauptstädterin positiv beeinflussen, immerhin
war sie einmal Mitglied der Schweizer Nationalmannschaft und die ist bekanntlich besser
als die Deutsche. Letztendlich gab es auch beim OSC einen Trainerwechsel (den insgesamt 4.
in der BL-Nord!). Ronald Herzog, auch noch Nachwuchstrainer bei den Preussen, löst den
bisherigen Trainer Michael Bahr ab und will mit seiner Mannschaft wenn es gut läuft einen
Play-off-Platz erreichen. Das die Mannschaft die Abgänge gut verkraftet hat, zeigte ein
kürzlich erreichter 3. Platz beim Internationalen Turnier des EV Füssen.
Mit der Vorstellung des TuS Wiehl soll, ehe am nächsten Wochenende endgültig der
Spielbetrieb losgeht, der Abschluß in der Kurzpräsentation des Teilnehmerfeldes für die
Bundesliga-Nord erfolgen.
TuS Wiehl
Der letztjährige Tabellenzweite der BL-Nord-Vorrunde und NRW-Titelträger dürfte auch in
den nächsten Monaten wieder zu den spielbestimmenden Mannschaften zählen. Eine gute
Saison und die damit verbundene Qualifikation zur Endrunde wären auch bitter nötig, denn
schließlich veranstaltet Wiehl die 12. Meisterschaftsendrunde im Februar 96. Einen
Spielerkader um dieses Ziel zu verwirklichen haben die "Huskies" jedenfalls
zusammen. Zwar wiegt besonders der Verlust von Elvira Leuwer (Laufbahn aus gesundheitl.
Gründen beendet) schwer und auch Sandra Meding (schwanger) sowie Petra Kaluza (Grefrath)
sind als langjährige Stammspielerinnen herbe Abgänge, aber auch die Neuzugänge können
sich sehen lassen. Fallen Silke Friedrichs (Wilhelmshaven), Britta Schwethelm (Wiehl 1 b)
und Annerose Arldt (Solingen) noch unter die Kategorie "normal", so sind Ellen
Lammers und Rebecca Marenbach (beide Hennef) schon beachtliche Verstärkungen. Immerhin
wurden beide zum letzten Nationalmannschaftslehrgang eingeladen. Besondere Erwähnung muß
aber auch Silke Friedrichs zu teil werden, weniger wegen ihres Leistungspotentials als
vielmehr für ihren Enthusiasmus. Die Torhüterin aus Wilhelmshaven nimmt jeden Montag 3-4
Stunden Fahrzeit in Kauf, nur um in der Bundesliga spielen zu können!! Das größte
Problem für Wiehl dürfte neben der Eingewöhnung der Neuzugänge, auch der quantitativ
dünn besetzte Spielerkader sein. Schon im letzten Viertelfinale gab es durch den
Kräfteabbau einen unerwarteten Einbruch. Hier wartet auf die beiden Trainer Thomas
Althausen und Uli Hecht die größte Arbeit.
Grefrather EV "Die Panther"
[S.K.] Die Damenmannschaft des Grefrather EV "Panther" von der Saison 1995/96.
Trainer Stefan Franz, Managerin Ursula Heußen, Sabine Tiggeler, Petra Kaluza, Raffaela
Wolf, Andrea Krudwig, Monika Spring, Miriam Thimm, Anette Bergmann, Melanie Weddershoven,
Ilka Brix, Sarah Thyßen, Rachel Thyßen, Mannschaftsarzt, Trainer Erich Franz, Esther
Thyßen, Nicole Schmitten, Iris Heußen, Birgit Pimpertz, Steffi Sillekens, Aurelia Von
der Straß, Stefanie Pütz. (Eishockey-News)
22.10.95 Grefrath deklassiert Moers/Mannheim startet in Saison
- Favoritensiege auf der ganzen Linie -
[S.K.] Einen scheinbar unaufhaltsamen Weg schlagen die "Panther" des Grefrather
EV in der Vorrunde der Bundesliga-Nord ein. In ihrem zweiten Saisonspiel gegen den
Aufsteiger GSC Moers gab es mit dem 14:0 (6:0,6:0,2:0) erneut einen deutlichen
zweistelligen Sieg. So hat die Mannschaft vom Trainergespann Erich und Stefan Franz die
makellose Bilanz von 4:0 Punkten bei 31:0 Toren aufzuweisen. Den Weg zum hohen Sieg
ebneten erneut Raffaela Wolf und Iris Heußen die mit jeweils zwei Toren in den ersten 13
Minuten rasch für klare Fronten sorgten und dem Gegner den Nerv zogen. Danach ging es
ruhiger weiter, ehe mit einem Doppelschlag, Sekunden vor der ersten Drittelpause, durch
Monika Spring und Melanie Weddershoven aus der zweiten Sturmformation der erste Abschnitt
endete. Auch der Mittelabschnitt nahm diesen Spielverlauf. Vier Tore der ersten Reihe
durch Iris Heußen (22.), Raffaela Wolf (24.) sowie dem Verteidigerduo Rachel Thyßen
(30.) und Nicole Schmitten (36.) ließen Moers beinahe entmutigen, bevor Melanie
Weddershoven und Ilka Brix jeweils in der 38. Minute das Dutzend vollmachten. Danach
schaltete Grefrath zwei Gänge zurück und erhöhte dennoch bis auf 14:0, für die sich
Stefanie Pütz und Caroline Hudelet verantwortlich zeichneten. Was die Siege Wert sind,
werden aber erst die kommenden Wochen zeigen, wenn es gegen Frankfurt und Wiehl geht, den
möglicherweise einzigen ernstzunehmenden Gegnern der "Panther". Der einzige
Wermutstropfen ist die schlechte Zuschauerresonanz, die zwar im Dameneishockey nichts
neues ist, dennoch hätte die Sportart und besonders bei einer Spitzenmannschaft mehr
Beachtung verdient. So ließen sich bei den ersten beiden Heimspielen der
"Panther" geradeeinmal zwei Dutzend Zuschauer in der Eishalle blicken.
Im zweiten Match des Wochenendes standen sich der Mannheimer ERC und der TuS Wiehl
gegenüber. Eine interessante Partie, mußte doch Mannheim nach den vielen Abgängen
erstmals Farbe bekennen. Das gelang ihnen dann auch besser als erwartet, denn die
Mannschaft von Trainer Victor Pysz lieferte einen großen Fight und hatte nur knapp mit
4:5 das Nachsehen. Wiehl hält damit den Kontakt zu den Grefratherinnen, während für
Mannheim schon am kommenden Wochenende in den Spielen gegen Weißwasser und Moers Punkte
im Bereich des Möglichen sind. (Eishockey-News)
29.10.95 TuS Wiehl ist neuer Spitzenreiter
- In 7 Spielen fielen 68 Tore ! -
[S.K.] Ein wahres Mammutprogramm hatten die Mannschaften der Bundesliga-Nord am letzten
Wochenende zu absolvieren. Mit Ausnahme des Frankfurter ESC und der "Panther"
des Grefrather EV hatten alle Vereine jeweils einen doppelten Einsatz zu entrichten. Dabei
konnten sich der TuS Wiehl und der Mannheimer ERC über zwei Siege freuen, während der EC
Bergkamener Bären, ES Weißwasser und Aufsteiger GSC Moers ohne Punktgewinn blieben.
Neuer Tabellenführer ist auf Grund der mehr ausgetragenen Spiele der TuS Wiehl. Am
Samstag siegte die Mannschaft vom Trainergespann Thomas Althausen und Uli Hecht gegen den
EC Bergkamen mit 10:4 (1:0,5:2,4:2). Nachdem bis zur 26. Minute lediglich ein Tor gefallen
war, bekamen die Zuschauer danach ein munteres Toreschießen zu sehen, wobei es bis zum
Stand von 7:4 (45.) relativ ausgeglichen zu ging. Erst in den letzten beiden Minuten
schraubte Natascha Schaffrik mit 3 ihrer insgesamt 4 Tore das Ergebnis in diese Höhe. Die
weiteren Torschützen waren Birgitt Schlesinger 2, Beate Koß (ehemals Roßkothen),
Claudia Odermatt, Britta Schwethelm und Sabine Küpper für Wiehl sowie Traudel Maluga 2,
Nicole Hertrich und Michaela Kiefer für Bergkamen. Der Sonntag brachte für Wiehl erneut
einen zweistelligen Sieg. Diesmal hieß es 11:0 (6:0,3:0,2:0) gegen den OSC
Berlin-Schöneberg. Bereits das erste Drittel brachte die Entscheidung, dabei stand es bis
zur 17. Minute 1:0. Doch Wiehl erwies sich wie schon am Vortag als Meister von
"Doppelschlägen", allein drei Tore fielen in der 20. Spielminute. Diesmal tat
sich besonders Sabine Küpper mit 3 Toren hervor, Birgitt Schlesinger und Michaela D
Heur mit jeweils 2 sowie Britta Schwethelm, Rebecca Marenbach, Claudia Odermatt und Beate
Koß waren die anderen Torschützen. Wie in "alten Zeiten" müssen sich die
Spielerinnen des Mannheimer ERC an diesem Wochenende gefühlt haben, denn die durch eine
Vielzahl von Abgängen arg gebeutelte Mannschaft erzielte vier Punkte aus zwei Spielen.
Gegen den ES Weißwasser hieß es 4:0 (2:0,1:0,1:0) und Aufsteiger GSC Moers hatte mit
10:1 (6:0,3:0,1:1) das Nachsehen. Der klare Sieg gegen Moers war nach Toren von Melanie
Rach und Anja Scheytt je 3 sowie Petra Weber, Tina Obermann, Martina Schmitt und Jeanette
Jung, bei einem Gegentor von Aline Miller, nie in Gefahr. Gegen Weißwasser war der
Doppelpunktgewinn wesentlich schwerer, doch eine überragende Torhüterleistung von Nadine
Spanihel sicherte hier beide Punkte. Für die Tore zeichneten sich derweil Tina Obermann
2, Antje Pfau und Martina Schmitt verantwortlich. Weißwasser verlor tagsdrauf beim
Frankfurter ESC deutlich mit 1:8 (0:3,0:3,1:2) und es schien als hätte die Mannschaft
sämtliche Tugenden in Mannheim gelassen. Die Mannschaft aus Sachsen ließ jegliche
mannschaftliche Geschlossenheit und Disziplin vermissen und verlor völlig zu recht in
dieser Höhe. Wenigstens gelang im dritten Spiel durch Kapitän Fanny Klenner das erste
Saisontor, während für Frankfurt Patricia Nink 3, Monika Herold 2, Stefanie Komma,
Marjaana Tommola und Jutta Michael erfolgreich waren. Bereits am Samstag unterlag
Aufsteiger Moers zu Hause dem OSC Berlin-Schöneberg mit 0:3 (0:1,0:2,0:0). Dabei
zeichneten sich ausgerechnet die beiden Neuzugänge Sandra Grüttler mit zwei Toren und
Ramona Weiß als Matchwinner aus. Insgesamt war Moers vor dem gegnerischen Tor zu harmlos,
um den OSC ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Vorbildlich aber dennoch die große
kämpferische Einstellung die die Mannschaft des Aufsteiger in bisher jedem Spiel
auszeichnet. Das letzte Spiel fand am Sonntagabend zwischen dem EC Bergkamen und den
Grefrather EV statt. Dabei wurde Grefrath zum erstenmal wenigstens für ein Drittel
gefordert. Bergkamen ging sogar zweimal durch Tore von Nicole Hertrich in Führung, ehe
der Gast das Spiel bis zur ersten Drittelpause mit 3:2 und am Ende doch noch deutlich mit
13:3 (3:2,5:0,5:1) für sich entschied. Alle drei Tore für Bergkamen gehen auf das Konto
von Nicole Hertrich, während für Grefrath Rafaela Wolf 5, Melanie Weddershoven, Monika
Spring je 2, Sarah Thyßen, Nicole Gotzes, Nicole Schmitten und Stefanie Pütz ins Tor
trafen. (Eishockey-News)
12.11.95 Grefrath gewinnt Spitzenspiel, aber Wiehl bleibt Erster
- Spitzentrio setzt sich vom Feld ab -
[S.K.] Nur drei Spiele standen am Wochenende auf dem Programm der Bundesliga-Nord, aber
alle drei Ansetzungen versprachen spannendes Eishockey. Zum einen trafen mit dem
Grefrather EV und Frankfurter ESC zwei der drei vermeintlichen stärksten Teams erstmals
aufeinander, zum anderen standen sich in der Partie zwischen den Mannheimer ERC und EC
Bergkamener Bären, die Spitzenteams vergangener Jahre, gegenüber. Für alle Mannschaften
eine erste ernsthafte Standortbestimmung in dieser Saison. Im Spitzenspiel gewann der
Grefrather EV sein Heimspiel gegen den Frankfurter ESC mit 6:4 (1:1,4:3,1:0). Dabei legten
die "Löwen" aus Frankfurt wie die Feuerwehr los und gingen bereits nach 3
Minuten durch Eva Kallus in Führung. Der schnelle Rückstand trug nicht gerade dazu bei
das Spiel der Gastgeber zu beruhigen, und doch glich die aus Essen gekommene Andrea
Krudwig noch vor der ersten Drittelpause aus (18.). Grefrath kam dann wesentlich
ausgeschlafener aus der Kabine und erhöhte schnell bis auf 3:1. Die Torschützen waren
Rachel Thyßen (21.) und Monika Spring (22.). Als dann gar das 4:1 (Raffaela Wolf / 29.)
fiel, schien eine Vorentscheidung gefallen. Aber Frankfurt erwies sich als sehr kampfstark
und verkürzte mit zwei Toren von Jutta Michael (34./36.) auf 3:4. Jeweils ein Tor von
Steffi Pütz (37.) für Grefrath und Monika Herold (38.) für Frankfurt komplettierten den
Mittelabschnitt. Die endgültige Entscheidung fiel, obwohl es zu diesem Zeitpunkt noch
keiner ahnte, in der 42. Minute durch das zweite Tor von Raffaela Wolf. Danach tat sich
nichts mehr, wobei die gastgebenden "Panther" nie ihre Nervosität ablegen
konnten und sich so auf ein spannendes Rückspiel in vier Tagen gefaßt machen können. Im
Match zwischen Mannheim und Bergkamen ging es ebenso packend zu. Auch in ihrem vierten
Heimspiel kamen die MERC-Damen gut aus den Startlöchern und schoßen durch Anja Schyett
(7.), Melanie Rach (26.) sowie Birgit Brendel (33.), bei einem Gegentor von Michaela
Kiefer (24.), bis Ende des zweiten Drittels eine 3:1 Führung heraus, ehe Bergkamen im
letzten Abschnitt den Spieß umdrehte. Traudel Maluga (45.), Silvia Schneegans (50.) sowie
nochmals Michaela Kiefer (56.) schoßen den am Ende verdienten 4:3 (0:1,1:2,3.0) Sieg des
ECB heraus. Überragende Spielerin auf Seiten des Gastes war Michaela Kiefer die an allen
Toren beteiligt war. Auch das Sonntagsspiel beim TuS Wiehl verloren die Mannheimerinnen,
diesmal wurden sie mit 4:1 (0:0,4:0,0:1) geschlagen. Das Spiel war weitaus ausgeglichener
wie es das Resultat aussagt, doch die "Huskies" vom TuS Wiehl bestätigten
einmal mehr ihren Ruf als ausgesprochen routinierte Mannschaft. Die Unkonzentriertheiten
der MERC-Hintermannschaft ausnutzend und dazu eine gehörige Portion Cleverneß vor dem
gegnerischen Tor genügten zu diesem Sieg. Auffallend das Wiehl erneut doppelt in
Unterzahl erfolgreich war. Vor allem diese zwei Tore zogen den Gästen den Nerv. Insgesamt
zeichneten sich Sabine Küpper (21.), Birgitt Schlesinger (27./31.) und Natascha Schaffrik
(32.) für die Tore verantwortlich. Wermutstropfen für Wiehl ist die Verletzung von
"Huskie"-Torhüterin Silke Friedrichs, die nach einem unglücklichen
Zusammenprall mit einer Knieverletzung vom Eis mußte. Das Ehrentor für Mannheim erzielte
Tina Obermann in der 56. Minute. (Eishockey-News)
Grefrath neuer Spitzenreiter
- Mannheim und Bergkamen in altem Glanz -
[S.K.]. Mit einer faustdicken Überraschung wartete der EC Bergkamener Bären in seinem
Heimspiel gegen die "Löwen" des Frankfurter ESC auf. Trotz eines schnellen 0:1
Rückstandes nach drei Minuten (Constanze Dahler) erstarrten die Gastgeber nicht in
Ehrfurcht vor dem großen Favoriten und drehten das Ergebnis noch in den ersten zwanzig
Minuten, als zwischen der 12. und 15. Minute Nicole Hertrich (2x) und Traudel Maluga
dreimal für Bergkamen trafen, um. Auch im Mittelabschnitt hielt die Herrlichkeit von
Bergkamen an, was sich auch in Toren bemerkbar machte. Wiederum Nicole Hertrich (24.), die
nun schon seit Wochen in toller Form ist und erneut mehrfach traf, sowie Michaela Kiefer
(26.) und Silvia Schneegans (35.) erhöhten bei einem Gegentor von Eva Kallus (25.) bis
auf 6:2. Nach den Ergebnissen der letzten Wochen hatten wohl die wenigsten mit solch einen
Zwischenstand gerechnet, aber bei Bergkamen stimmte an diesem Tag einfach alles und so
blieb gewann Bergkamen 6:2 (3:1,3:1,0:0). Auch der Ausfall von Frankfurts
Verteidiger-As Maarjana Tommola kann nur bedingt für die Niederlage herhalten, da sie
auch schon in der Vorwoche beim bravourösen Spiel gegen Grefrath fehlte. Für Bergkamen
war der Sieg dennoch sehr teuer, denn Kapitän Silvia Schneegans fiel verletzungsbedingt
aus und hat nach ersten ärztlichen Untersuchungen einen Sprunggelenksbruch, womit eine
Genesungszeit von 8-10 Wochen zu erwarten wäre. Überaus erfolgreich gestalteten die
MERC-Damen ihr Wochenende mit zwei Auswärtssiegen beim ES Weißwasser und OSC
Berlin-Schöneberg. Nicht schwer fiel dem MERC der 7:1 (4:0,3:1,0:0) Doppelpunktgewinn bei
den "Pinguinen", die sich zu Hause abermals desolat vorstellten. Aus ganz
anderen Holz waren die Mannheimerinnen geschnitzt: Wieselflink auf den Beinen und eiskalt
vor dem gegnerischen Tor! Besonders "Kalt" war Tina Obermann die als vierfache
Torschützin in Erscheinung trat. Birgit Brendel, Melanie Rach und Antje Pfau besorgten
die restlichen Tore, während für Weißwasser Heike Klinke erfolgreich war. Der OSC
Berlin-Schöneberg forderte den MERC wesentlich mehr und war sich nach zwei Treffern von
Michaela Hildebrandt (11./21.) wohl schon zu sicher, ehe die Mannschaft das große
Nervenflattern bekam. Ausgeglichen und schnell gestaltete sich das Spiel, wobei Berlin in
den ersten 30 Minuten mit die beste Saisonleistung brachte. Dann aber gelang Anja Scheytt
der psychologisch wichtige Anschlußtreffer (35.) und Mannheim drehte im letzten Abschnitt
auf. Demgegenüber riß der Spielfaden beim OSC völlig und Torhüterin Ilona Meyer wurde
ein ums anderemal im Stich gelassen. Nochmals Anja Scheytt (49.), Anja Schnetz (50.) und
Patricia Heitzmann (59.) schossen den 4:2 (0:1,1:1,3:0) Sieg heraus. In beiden Spielen war
Stürmerin Antje Pfau die überragende MERC-Spielerin, die wenn auch in Berlin torlos
immer wieder ihre Mitspielerinnen nach vorne trieb und in beiden Spielen insgesamt 4
Vorlagen erzielte. Nach den Siegen macht Mannheim einen Sprung bis auf den 3. Platz Leider
wurde das Spiel zwischen TuS Wiehl und den Grefrather EV, immerhin ging es um die
Tabellenführung, kurzfristig auf Sonntagabend vorverlegt, so daß eine größere
Berichterstattung nicht zu realisieren war. Neuer Tabellenführer ist nun die Mannschaft
aus Grefrath die knapp mit 2:1 (0:1,1:0,1:0) die Oberhand behielt. Eigentlich hatte das
Spiel keinen Sieger oder besser keinen Verlierer verdient, da es seit langem das beste
Vorrundenspiel der BL-Nord war. Hochklassige Aktionen und eine große taktische Disziplin
auf beiden Seiten machten das Spiel für die Zuschauer zu einem wahren Leckerbissen. Die
Führung der Gastgeber durch Beate Koß egalisierte Andrea Krudwig (25.), ehe Miriam Thimm
aus abseitsverdächtiger Position nach Vorlage von Iris Heußen den entscheidenden Treffer
(53.) anbringen konnte. Außerdem gewann Grefrath am Samstag in Moers mit 6:0
(2:0,3:0,1:0). Tore: Stefanie Pütz und Nicole Schmitten je 2 sowie Melanie Weddershoven
und Monika Spring.
10.12.95 Mannheimer ERC siegt in Bergkamen und Frankfurt
- Weißwasser und Moers trennen sich 2:2 Unentschieden -[S.K.]. Einen
vor der Saison kaum erwarteten Durchmarsch in Richtung Viertelfinale nehmen die Damen des
Mannheimer ERC. Zwei klare Erfolge gegen die direkten Konkurrenten Bergkamen und Frankfurt
haben den Weg auf den entscheidenden vierten Platz mehr als geebnet. Zunächst
revanchierte sich der MERC bei den Bergkamener Bären mit einem 5:0 (2:0,2:0,1:0) Sieg
eindrucksvoll für die knappe Niederlage im November auf eigenem Eis. Dabei wartete
Mannheims-Torfrau Nadine Spanihel abermals mit einer glanzvollen Leistung auf und war
Hauptgarant für den Doppelpunktgewinn. In einer ansonsten über weite Strecken
ausgeglichen Partie gelang Tina Obermann (12.) der 1:0 Führungstreffer, den Melanie Rach
gleich noch das 2:0 (14.) folgen ließ. Der Vorsprung wurde fortan kontinuierlich durch
Tore von Constanze Weiß (25.), Melanie Rach (40.) und Martina Schmidt (43.) ausgebaut.
Bei den Gastgebern verdienten sich besonders das erfahrene Verteidigergespann Claudia
Spier und Petra Niggemann Bestnoten, deren engagierte Einsatz eine höhere Niederlage
verhinderte. Neben den Mannheimern durfte sich noch einer über das Spiel gefreut haben,
denn Nationaltrainers Rainer Nittel war unter den Zuschauern und konnte vor allem über
die Leistung seiner Torhüterin Nadine Spanihel erfreut sein. Am Sonntag ließ Mannheim
dann dem Frankfurter ESC keine Chance und gewann 5:1 (4:1,1:0,0:0). Dabei wurde schon
frühzeitig für klare Fronten gesorgt. Im Gegensatz zu den "Löwen", die sich
in schlechter Verfassung präsentierten und bei denen ein Kräfteverschleiß unverkennbar
war, spielte der Gast aus Mannheim wie aufgedreht. Keine Anzeichen von Müdigkeit auf
Grund des Spieles vom Vortag. Im Gegenteil, die Mannheimerinnen waren stets einen Schritt
schneller und hätten leicht auch noch höher gewinnen können. Auffallend ist auch die
mannschaftliche Geschlossenheit, was auch die fünf verschiedenen Toschützin belegen.
Getroffen haben Petra Weber, Martina Schmidt, Tina Obermann, Anja Scheytt und Melanie Rach
für Mannheim und Maarjana Tommola für den Frankfurter ESC. Ferner mußte der Aufsteiger
GSC Moers auf seiner "Ostreise" zweimal ran. Dabei verbuchte Moers im Spiel beim
ebenfalls noch punktlosen Tabellenvorletzten ES Weißwasser beim 2:2 (1:1,1:0,0:1)
Unentschieden seinen ersten Punkt der Saison, während gegen den OSC Berlin-Schöneberg
wegen einem schwachen zweiten Drittel 0:3 (0:0,0:3,0:0) verloren wurde. In beiden Spielen
beschränkte sich der Aufsteiger auf die Perfektion seiner Qualitäten und verteidigte
über die gesamte Zeit geschickt das eigene Tor. Dazu kam die Einfallslosigkeit der
Gastgeber, die dadurch Mühe hatten zum Torerfolg zu gelangen. Während Berlin aber in der
Abwehr sicher stand und dadurch die Tore von Cornelia Paul, Bianca Schmitt und Jessica
Lasserre zum Sieg reichten, verschenkte Weißwasser eine zweimalige Führung (Manuela Brux
7., Madlen Kasper 39.) durch leichtsinniges Abwehrverhalten. Aline Miller (11.) bzw. Silke
Eichert (52.) nahmen die Geschenke dankend an und sorgten so für eine fast optimale
Chancenverwertung des Gastes aus NRW.
17.12.95 Für Frankfurter ESC steigen die Aktien
- MannheimerERC kann Viertelfinale planen / Weißwasser kann noch gewinnen
-
[S.K.]. Mit zwei klaren Siegen gegen die "Bären" vom EC Bergkamen 8:5
(4:1,1:1,3:3) sowie einem 6:0 (3:0,2:0,1:0) gegen den OSC Berlin-Schöneberg stießen die
Damen vom Frankfurter ESC das Tor zum Viertelfinale wieder weit auf. In beiden Begegnungen
sorgten die "Löwen" frühzeitig für eine Vorentscheidung, wobei es gegen
Bergkamen zu Beginn des letzten Drittels noch einmal eng wurde als der Gast bis auf 5:4
(42.) herankam. Doch an diesem Wochenende hatte bei Frankfurt Stürmerin Stefanie Komma
ihr Visier ganz genau eingestellt und bezwang Bergkamen bzw. Berlin mit ihren Toren fast
im Alleingang. In dem auf mäßigen Niveau vorgetragenen Match gegen Bergkamen war
zunächst Marjaana Tommola und Patricia Nink für Frankfurt erfolgreich, ehe Stefanie
Komma sechs (!) Tore in Folge schoß. Für die Gegenseite, bei denen Silvia Schneegans,
Manuela Schonz und Claudia Spier schmerzlich vermißt wurden, trafen Traudel Maluga und
Nicole Hertrich je zweimal sowie Michaela Kiefer. Und weil Tore schießen soviel Spaß
macht, schenkte Stefanie Komma am Sonntag den Berlinerinnen auch noch mal drei Tore ein.
Das macht dann nach Adam Riese neun Stück an einem Wochenende, fast so als wenn
Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen. Die weiteren Tore gegen Berlin erzielten
Jutta Michael, Monika Herold und Martina Heinz. Der OSC so schien es hatte sich am Vortag
beim Mannheimer ERC voll verausgabt und kam deshalb mit leeren Händen nach Hause, denn
auch in Mannheim setzte es eine Niederlage. 4:1 (0:0,1:1,3:0) hieß es am Ende für den
Mannheimer ERC, der das Viertelfinale damit praktisch erreicht hat. Torschützin waren
Anja Scheytt 2, Tina Obermann und Antje Pfau für den MERC sowie Michaela Hildebrandt für
Berlin. Noch wichtiger als der Sieg war aber der erstmalige Einsatz von Corinna Pelant,
mit der dem MERC eine gute Verstärkung gelang. Mit der 19-jährigen Corinna Pelant
wechselte immerhin eine aktuelle Nationalspielerin vom amtierenden Meister ESG Esslingen
nach Mannheim und der besondere Vorzug der Spielerin ist ihre vielseitige
Einsatzmöglichkeit. Bis auf die Position des Torhüters hat sie schon alles gespielt und
kann damit für besondere Bedeutung werden, sollte mal auf einer Position ein Engpaß
entstehen. Ebenfalls zweimal spielten Weißwassers "Pinguine". Beim
Tabellenführer Grefrather EV hielten sie sich wacker und verloren nur mit 2:6
(0:2,1:3,1:1), jedoch war es Grefraths schlechteste Heimvorstellung, was das Ergebnis ein
wenig relativiert. Durch individuelle Einzelleistungen reichte es dennoch zu einem
ungefährdeten Sieg. Raffaela Wolf stellte mit 3 Toren die Weichen auf Sieg und Melanie
Weddershoven, Nicole Schmitten sowie Andrea Krudwig brachten die zwei Punkte sicher heim.
Zweifache Torschützin für Weißwasser war ausgerechnet Silke Meyer, die normalerweise
als vierte Nachwuchsspielerin nicht zum Einsatz kommt. Schlimmer als die Niederlage war
aber der verletzungsbedingte Ausfall von Manuela Brux, bei zwei einsatzfähigen Reihen
doppelt tragisch. Dennoch gelang Weißwasser in Moers ein in dieser Höhe völlig
überraschender 8:1 (0:0,3:1,5:0) Sieg. Zwar deutete sich schon im Hinspiel die
Überlegenheit der Sachsen an, doch mit dem Toreschießen hapert es ja bei Weißwasser
gewaltig. Moers dürfte nach dieser Niederlage nicht mehr vom Tabellenende wegkommen und
sich zielgerichtet auf die Abstiegsrunde vorbereiten. Für Weißwasser waren Birgit
Engmann zweimal sowie Fanny Klenner, Maja Glatz, Claudia Tanner, Manuela Sekul, Sindy
Genenncher und Lysann Mebus erfolgreich und für Moers Melanie Lente. Im letzten Spiel des
Wochenendes verlor der EC Bergkamen gegen TuS Wiehl mit 2:6 (0:2,1:2,1:2). Dabei vergaben
die Gastgeber ein besseres Resultat durch ungenügende Chancenauswertung und verpaßten
eine mögliche Überraschung, denn das Spielgeschehen wogte Auf und Ab. Wieder einmal
waren Natascha Schaffrik, Birgit Schlesinger und Beate Koß mit 2 Toren die Garanten für
den Sieg, während Traudel Maluga und Nicole Hertrich für Wiehl trafen.
07.01.96 Spitzenquartett setzt sich weiter ab
- TuS Wiehl und Frankfurter ESC trennen sich im Spitzenspiel 2:2 -
[S.K.] Das Spitzenspiel des Wochenendes fand beim Endrundenausrichter TuS Wiehl statt, wo
die schon für das Viertelfinale qualifizierten heimischen "Huskies" auf den
heißesten Aspiranten des vierten Tabellenplatzes die "Löwen" des Frankfurter
ESC trafen. Dabei zeigten sich die Gäste aus Hessen nach der Weihnachtspause gut erholt
und hatten mit dem 2:2 (0:1,0:0,2:1) Unentschieden großes Pech nur einen Punkt gewonnen
zu haben, denn Frankfurt stellte über die gesamte Spielzeit die wesentlich bessere
Mannschaft. Nur am Fehlen der gefährlichsten Huskies-Stürmerin Natascha Schaffrik kann
es nicht gelegen haben, daß im Spiel des Gastgebers jegliche Ordnung fehlte und man so
dem guten Kombinationsspiel des Frankfurter ESC wenig entgegenzusetzen hatte. Das große
Manko im Spiel der Frankfurterinnen war die schlechte Chancenverwertung, die eine
vorzeitige Entscheidung verhinderte. Da reichte auch eine zweimalige Führung durch
Patricia Nink (10.) und Marjaana Tommola (52.), nach einer Super-Einzelleistung, nicht, um
zu gewinnen. Wiehl gelang durch Birgitt Schlesinger (49.) sowie Antje Knust (57.), nach
jeweiliger Vorarbeit von Rebecca Marenbach und Sabine Küpper, der 1:1 bzw. 2:2 Ausgleich.
In den letzten beiden Spielminuten hatten dann sogar beide Teams noch die Möglichkeit das
Match für sich zu entscheiden, doch das wäre nach Einschätzung der Wiehler
Verantwortlichen für den Gastgeber des Guten zuviel gewesen, "denn schon das
Unentschieden ist für uns sehr glücklich". In den beiden Auftritten des souveränen
Spitzenreiters Grefrather EV in Weißwasser und Berlin war dagegen nicht viel Glück im
Spiel. Die beiden deutlichen Siege, 10:2 (5:0,3:2,2:0) beim ES Weißwasser und 9:1
(4:0,3:1,2:0) beim OSC Berlin-Schöneberg, sprechen eine deutliche Sprache. Die ersten
Drittel genügten jeweils zum Sieg, danach spielte Grefrath mit seinen Gegnern und zeigte
dabei den Zuschauern schöne Kombinationen. Mit der derzeitigen Verfassung wird Grefrath
auf jeden Fall ein ernstes Wörtchen um die Meisterschaft mitsprechen. Die Torschützin:
Silke Meyer und Maja Glatz für Weißwasser; Bianca Schmidt für Berlin sowie in beiden
Spielen für Grefrath: Raffaela Wolf 8, Iris Heußen, Miriam Thimm je 3, Melanie
Weddershoven 2, Andrea Krudwig, Steffi Sillekens und Nicole Schmitten je 1. Die letzte
Begegnung stieg zwischen Aufsteiger GSC Moers und dem Mannheimer ERC, wobei der
Tabellendritte keinerlei größere Probleme hatte und mit 6:0 (2:0,1:0,3:0) gewann.
Besonders bemerkenswert war vor allem die Fairneß zwischen beiden Teams, denn es gab
lediglich 2 Strafminuten für Moers. Schwerer als die Niederlage, die keine Überraschung
darstellt, ist für Moers der Weggang der beiden Geschwister Caroline und Susanne Albers
in Richtung Duisburg. Beide waren immerhin Stützen der Mannschaft und werden im
bevorstehenden Abstiegskampf sehr Fehlen. Das der Tabellenletzte dennoch dem sofortigen
Wechsel zustimmte spricht für den Sportsgeist der Verantwortlichen in Moers. Die Tore
für Mannheim schossen Antje Pfau und Neuzugang Corinna Pelant je 2 sowie Melanie Rach und
Anja Scheytt.
14.01.96 Grefrath scheint ungeschlagen zu bleiben
- Grippevirus dezimiert die Mannschaften / Berlin trotzt Frankfurt 2:2 ab
-
[S.K.] Zu zwei Spielabsagen kam es in der Bundesliga-Nord, weil die "Pinguine"
des ES Weißwasser auf Grund von zahlreichen verletzten und kranken Spielerinnen keine
spielfähige Mannschaft zusammen bekommen haben. So blieb den Verantwortlichen nichts
weiter übrig, als die Absage der Auswärtsspiele in Bergkamen und Wiehl. Da eine
Neuansetzung des Spieles gegen den EC Bergkamen mangels freien Terminen (die Vorrunde muß
in zwei Wochen abgeschlossen sein) nicht möglich ist, wird der EC Bergkamen, ohne der
Entscheidung der Ligaleitung vorgreifen zu wollen, wohl das Spiel mit 5:0 Toren und 2:0
Punkten gutgeschrieben bekommen. Dagegen zeichnet sich mit dem TuS Wiehl eine sportliche
Lösung ab. Da Wiehl ohnehin noch nach Weißwasser muß (Samstag, 27.01.), ist man bereit
das Heimspielrecht zu tauschen und am Sonntag gleich nochmals in Sachsen anzutreten.
Sollte das Spiel zustande kommen, gebührt den "Huskies" aus Wiehl der
"Fair-Play-Preis". Auch in einigen anderen Mannschaften schlug der Grippevirus
zu, doch konnte andernorts überall gespielt werden. Dabei umschiffte der TuS Wiehl die
Klippe GSC Moers souverän und kam zu einen 11:1 (2:1,4:0,5:0) Heimsieg. Nur kurzzeitig,
nachdem Moers der 1:1 (Sandra Flaschke/10.) Ausgleich gelang, riß bei den
"Huskies" der Spielfaden, der aber ab dem zweiten Drittel wiedergefunden wurde.
Mit Sabine Küpper 4, Rebecca Marenbach und Antje Knust je 2 sowie Britta Schwethelm und
Marion Justen je 1 Tor standen diesmal andere Stürmerinnen im Mittelpunkt. Von den
etablierten Torjägern konnte sich nur Beate Koß (1 Tor) auszeichnen, derweil Natascha
Schaffrik und Birgitt Schlesinger als Vorlagengeber auffielen. Beste Spielerin des
Aufsteigers war trotz der 11 Gegentore Torhüterin Jasmin Wagner, die das Ergebnis noch in
Grenzen hielt. Unerwartet deutlich gewann der Spitzenreiter Grefrather EV sein schweres
Auswärtsspiel beim Mannheimer ERC mit 5:0 (0:0,3:0,2:0). Dabei fehlten den
"Panthern" aus Grefrath einige Akteure aus Krankheitsgründen. Für den
größten Schreck beim Trainergespann Franz & Franz sorgte aber Center Monika Spring,
die sich während der Woche einen Achillessehnenanriß zuzog und deren weiterer Einsatz in
dieser Saison stark gefährdet ist. Mit dem Verlust der routiniertesten Spielerin, die bis
zur letzten Saison noch beim Mannheimer ERC spielte, rückte das aktuelle Spielgeschehen
(fast) in den Hintergrund. Lediglich im ersten Drittel konnte Mannheim das Spiel offen
halten, hatte aber mit Beginn des zweiten Drittels der gut harmonierenden Grefrather
Mannschaft nichts mehr entgegenzusetzen. Iris Heußen eröffnete den Torreigen (21.), den
Raffaela Wolf mit drei Toren (29./48./56.) beinahe allein fortführte. Zum
zwischenzeitlichen 3:0 traf Melanie Weddershoven (35.). Am meisten gefreut hat sich beim
Grefrather EV die Torhüterin Esther Thyßen, wegen ihres Shut-out gegen
Nationalmannschaftskollegin Nadine Spanihel die im Tor des Mannheimer ERC steht. Die
Überraschung des Wochenendes gelang den Hauptstädterinnen vom OSC Berlin-Schöneberg,
die den Frankfurter "Löwen" ein 2:2 (0:0,1:1,1:1) abtrotzten. Begünstigend kam
für den Gastgeber hinzu, daß Frankfurt nur 11 Spielerinnen aufbieten konnten. Der OSC,
auch mit drei Ausfällen gehandicapt, gestaltete das Spiel jederzeit ausgeglichen und bot
eine der besseren Saisonleistungen. Nur mit dem Toreschießen hatten beide Mannschaften
ihre Probleme. Erst in der 37. Minute gelang Patricia Nink das 0:1, worauf der OSC
postwendend durch Birgit Bandelow antwortete (38.). Praktisch ein Doppelschlag mit
Beteiligung beider Mannschaften, der im Schlußabschnitt wiederholt wurde. Zunächst
brachte Michaela Hildebrandt ihren OSC mit dem 2:1 (51.) auf die Siegerstraße, aber schon
77 Sekunden später sicherte Monika Herold das Unentschieden. Der damit gerettete Punkt
für den Frankfurter ESC kann in der Entscheidung um den vierten Platz von sehr großer
Bedeutung sein.
(Eishockey-News)
28.01.96 Keine Änderungen mehr in der BL-Nord
- Grefrath, Wiehl, Frankfurt und Mannheim fordern "Süden" im
Viertelfinale -
[S.K.] Am letzten Wochenende der Vorrunde mußten in der Bundesliga Nord noch einmal alle
Mannschaften auf das Eis gehen, um die endgültigen Plazierungen zu ermitteln. Besonders
der Kampf um den "Strich" versprach Spannung, konnten sich doch noch vier
Mannschaften Hoffnungen auf das Viertelfinale machen. Frankfurt, Mannheim, Bergkamen und
Berlin hatten recht unterschiedliche Ausgangspositionen, aber theoretisch war alles noch
möglich. Lediglich die Ersten- und Letzten beiden Plätze waren schon vergeben. Die
Rechenschieber konnten aber bereits am Samstag wieder eingepackt werden, denn der
Mannheimer ERC gewann sein Heimspiel gegen den Frankfurter ESC mit 5:2 (3:2,0:0,2:0). So
gelang der Mannschaft um Kapitän Anja Schnetz trotz eines Vier-Punkte-Abzuges der Einzug
ins Viertelfinale. Bevor es soweit war mußte Mannheim viel leisten, denn das Spiel war
hart umkämpft. Eine schnelle 2:0 MERC-Führung durch Martina Schmitt (3.) und Antje Pfau
(5.), beantwortete Frankfurt mit dem 2:1 Anschlußtreffer von Petra Knöffel (6.) ebenso
schnell. Nach den Toren von Corinna Pelant / MERC (16.) und Jutta Michael / FESC (19.)
dauerte es bis in die Schlußminuten ehe eine endgültige Entscheidung fiel. Tina Obermann
(56.) und Anja Scheytt (59.) erlösten mit ihren Toren den gastgebenden MERC. Damit war
der Frankfurter ESC in seinem zweiten Spiel beim Tabellenletzten GSC Moers gefordert, um
den fehlenden Punkt einzufahren. An der Lösbarkeit der Aufgabe zweifelte dennoch niemand
und man siegte letztlich klar mit 13:1 (6:0,3:0,4:1). Monika Herold 4, Stefanie Komma 3,
Eva Kallus 2 sowie Patricia Nink, Maarjana Tommola, Jutta Michael und Petra Knöffel
sorgten für die höchste Moerser Niederlage. Den Ehrentreffer in der letzten Spielminute
erzielte Daniela Schwaneberg. Durch diese Ergebnisse war das Spiel zwischen dem EC
Bergkamener Bären und dem OSC Berlin-Schöneberg für die Vergabe der Viertelfinalplätze
nicht mehr von Bedeutung. Beide Mannschaften schenkten sich dennoch nichts und sorgten
für ein Torefestival. 7:5 (2:2,2:2,3:1) gewann Bergkamen oder besser Nicole Hertrich,
denn sie schoß die letzten fünf Tore für ihre "Bären". Die beiden anderen
Treffer steuerten Ilona Stemmler und Ines Molitor, die ein gelungenes Comeback feierte,
bei. Für den OSC trafen Michaela Hildebrandt und Sandra Grütter je 2 und Birgit
Bandelow. Ferner verlor der OSC am Samstag beim Grefrather EV zweistellig mit 0:12
(0:3,0:3,0:6). Einmal mehr bewies sich die Dominanz der "Panther" die bis auf
wenige Ausnahmen in dieser Saison noch nicht ernsthaft gefordert wurden. Raffaela Wolf mit
5 sowie Sarah Thyßen, Melanie Weddershoven je 2 und Iris Heußen, Nicole Schmitten und
Miriam Thimm mit 1 Tor waren für den GEV erfolgreich. Zweimal trafen die Weißwasser
"Pinguine" auf die Wiehler "Huskies" und beidemal waren die
Schlittenhunde zu bissig für die Sachsen. In der ersten Begegnung hieß es 1:6
(0:1,1:3,0:2) und lange Zeit sah es nicht nach einen so deutlichen Sieg der Gäste aus
Nordrheim-Westfalen aus. Unkonzentriertheiten und vor allem Disziplinlosigkeiten wurden
Weißwasser zum Verhängnis. Im zweiten Spiel hieß es 8:3 (3:0,5:1,0:2) für Wiehl und
bei konsequenterer Spielgestaltung hätte der Sieg auch leicht zweistellig ausfallen
können.
05.02.96 TuS Geretsried wankte, fiel aber nicht
- Anderen Favoriten Grefrath, Wiehl und Esslingen alle sicher -
[S.K.] Einen totalen Triumph der Vereine aus der Bundesliga-Süd über die Bundesliga-Nord
wie im Vorjahr, das kann man schon nach den Hinspielergebnissen sagen, wird es in dieser
Saison nicht geben. Einzig der amtierende Deutsche Meister ESG Esslingen hielt mit dem 9:0
(5:0,1:0,3:0) Kantersieg beim Frankfurter ESC die Fahne des Südens hoch. Das Ergebnis
drückt es am besten aus, der Titelverteidiger war in allen Belangen überlegen und konnte
sich darüber hinaus auf den Torriecher ihres Torjägers Sandra Kürten verlassen, die
allein fünf Tore schoß. Doch die gesamte Mannschaft bestach an diesem Tag mit dem
technisch klar besseren Eishockey, wogegen die Frankfurter "Löwen" nie ein
Mittel fanden. Das beide Mannschaften auf eine Reihe guter Spielerinnen verzichten mußten
merkte man nur dem Gastgeber an, während Esslingen die Ausfälle gut kompensierte und
sich zudem auf seine Torhüterin Tanja Jakupovic verlassen konnte. Sie machte die wenigen
aber klaren Chancen mit guten Paraden zunichte und beeindruckte so die
"Löwen"-Stürmerinnen. Anders bei Esslingen, wo Angelika Cesko und Alexandra
Schulz je zweimal trafen und damit schon vor dem Rückspiel alles klar machten.
Dagegen ist zwischen dem TuS Geretsried und dem Mannheimer ERC für das
Rückspiel noch alles völlig offen, denn der Krösus der BL-Süd kam über ein 2:2
(1:0,0:0,1:2) Unentschieden in Mannheim nicht hinaus. Zwar stellte Geretsried, in der
Neuauflage des 94 Endspiels, die bessere Mannschaft, aber aufbauend auf eine
überragende Torhüterleistung von Nadine Spanihel überzeugte der Gastgeber vor allem
kämpferisch auf der ganzen Linie und absolvierte eines seiner besten Spiele in dieser
Saison. Auch taktisch agierte Mannheim geschickt, schirmte Christina Oswald gut ab und
nahm auf diese Weise den "Moskitos" aus Oberbayern den Angriffsschwung. Als der
MERC durch Corinna Pelant (20.) in Führung ging und Tina Obermann gar der Treffer zum 2:0
(44.) gelang, lag eine Sensation in der Luft. Erst im Schlußspurt trafen die
"Moskitos" genauer und erreichten durch zwei Tore (49./59.) von Andrea
Weißbach, ihrer besten Spielerin an diesen Tag, noch den Ausgleich.
Für die Erfolge der BL-Nord Vertretungen sorgten die beiden
Erstplazierten der Vorrunde Grefrather EV und TuS Wiehl. Während der klare 7:2
(1:0,1:1,5:1) Auswärtssieg der Grefrather "Panther" in Planegg schon zu
erwarten war, kommt der 5:0 (4:0,1:0,0:0) Erfolg der Wiehler "Huskies" beim EV
Landshut vor allem in dieser Deutlichkeit überraschend. Beim Sieg von Wiehl zeigte sich
was Erfahrung ausmachen kann, denn für die "Huskies" ist ein Viertelfinalspiel
nichts besonderes und so wurde die Mannschaft optimal vorbereitet. Auf der anderen Seite
nutzte Landshut die gesamte Vorbereitung nichts, weil das unerfahrene Team aus
Niederbayern über die gesamte Spielzeit nie die Nervosität ablegen konnte. Wiehl nutzte
die Fehler gnadenlos aus und sorgte frühzeitig für klare Fronten. Birgitt Schlesinger
(3./14.), Natascha Schaffrik (4.) und Beate Koß (7.) schoßen eine beruhigende Führung
heraus und entnervten Landshuts Goalie Bianca Merkel. Nach dem 0:4 mußte die zweite
Torfrau Christine Stanglmayr in den Kasten und mit ihr gewann der EVL an Sicherheit.
Lediglich einen Treffer von Birgitt Schlesinger (24.) ließ sie noch zu, doch Landshut war
ab Mitte des zweiten Drittels nur noch um Schadensbegrenzung bemüht. Die Freude über den
klaren Sieg wurde durch die Verletzung von Leila Dekmejere (Halswirbelverletzung)
getrübt. Demgegenüber war Grefraths 7:2-Erfolg schmucklos, aber wenigstens die
Randbedingungen stimmten. 40 Minuten hatten es die "Panther" schwer in richtige
Play-off-Form zu kommen, doch dank einer großen Steigerung im letzten Abschnitt erledigte
man die Aufgabe letzten Endes souverän. Genauso wichtig wie der Sieg ist das erfolgreiche
Comeback von Kapitän Monika Spring, die nach einer vierwöchigen Verletzungspause gleich
zu alter Torgefährlichkeit zurückfand. Das Tandem Monika Spring / Iris Heußen
harmonierte nach Anlaufschwierigkeiten sehr gut und steuerte drei Tore von Monika Spring
auf jeweiliger Vorlage von Iris Heußen bei. Raffaela Wolf stand dem in nichts nach und
schoß ebenfalls drei Tore, während Nationalverteidigerin Nicole Schmitten den letzten
"Panther"-Treffer erzielte. (Eishockey-News)
12.02.96 Keine Überraschungen bei Viertelfinal-Rückspielen
- Mannheimer ERC verpaßt die Sensation gegen Geretsried nur knapp -
[S.K.] Wie kaum anders zu erwarten ließen sich die klaren Hinspielsieger Grefrather EV,
TuS Wiehl und ESG Esslingen in ihren Heimspielen nicht mehr die Butter vom Brot nehmen.
Komplettiert wird das Endrundenquartett durch den TuS Geretsried, der sich nur glücklich
gegen den Außenseiter Mannheimer ERC mit 4:3 durchsetzen konnte. Die spannendste
Auseinandersetzung gab es zwischen Geretsried und Mannheim. Letztlich benötigte der
große Favorit aus Bayern eine erstklassige Christina Oswald sowie eine Portion Glück, um
nach einem dramatischen und über weite Strecken sehr guten Eishockeyspiel den Sieg mit
4:3 (0:1,3:1,1:1) davonzutragen. Wie im Hinspiel erwischten die Mannheimerinnen den
besseren Start. Folgerichtig gingen sie durch Tina Obermann (12.) in Führung, die bis zur
Mitte des Spiels bestand hatte. Dann aber hatte Geretsried seine stärkste Phase und
drehte das Blatt zu seinen Gunsten. Den Ausgleichstreffer erzielte Andrea Weißbach (33.)
und danach kam die Zeit von TuS-Kapitän Christina Oswald, die bis dahin gut abgeschirmt
war. Zunächst verwandelte sie einen von den Schiedsrichtern verhängten Penalty (eine
Mannheimer Spielerin hielt den Puck im Torraum fest) und schon 35 Sekunden später ließ
sie das 3:1 (36.) folgen. In diesen Minuten wirkte Mannheim unkonzentriert, kam aber
erneut durch Tina Obermann (38.) ins Spiel zurück und sorgte gleich zu Beginn des letzten
Abschnitts für eine Paukenschlag. Gerade einmal 26 Sekunden waren gespielt da schloß
Antje Pfau eine Kombination über Birgit Brendel und Melanie Rach zum 3:3 Ausgleich ab.
Jetzt sprach eigentlich alles für die Gäste aus Baden-Württemberg, die sich erneut auf
ihre überragende Torhüterin Nadine Spanihel verlassen konnten und zudem vor allem
kämpferisch überzeugten. Die große Sensation konnte allein Christina Oswald verhindern.
Gegen einen abgefälschten Schlagschuß (52.) von ihr war auch Nadine Spanihel machtlos.
Zwar übte Mannheim danach nochmals mächtig Druck auf das Geretsrieder Tor aus, sie
vermochten es aber nicht den entscheidenden Treffer zum Ausgleich und den damit
verbundenen Einzug in die Endrunde anzubringen.
Ein ebenso dramatisches Spiel sahen die Zuschauer beim 2:2 (0:0,0:2,2:0)
zwischen Endrundenausrichter TuS Wiehl und dem EV Landshut. Obwohl Wiehl aus der Vorwoche
einen 5:0 Vorsprung mitbrachte konnten die "Huskies" bis weit in das zweite
Drittel nicht ihre Nervosität abstreifen. Im Gegensatz dazu griff Landshut von der ersten
Minute bedingungslos an und spielte praktisch alles oder nichts. Mit den beiden Toren von
Anja Merkel (21.) und Kirsten Kühnhackl (24.) erntete Landshut den verdienten Lohn seiner
Angriffsbemühungen und konnte leise auf eine riesen Überraschung hoffen. Aber Wiehl half
wie so oft die große Routine über diese schwierigen Minuten und danach kamen auch die
Chancen für den Gastgeber. Jedoch erwischte EVL-Goalie Bianca Merkel einen großen Tag
und trieb die Wiehler Stürmerinnen schier zur Verzweiflung. Natascha Schaffrik, Birgitt
Schlesinger, Sabine Küpper und Leila Dekmejere scheiterten reihenweise, ehe in den
letzten Minuten Leila Dekmejere (53.) und Birgitt Schlesinger (55.) noch zwei Tore zum 2:2
Ausgleich schossen. Die beiden klarsten Hinspielsieger Esslingen und Grefrath blieben auch
in den Rückspielen ungefährdet. Esslingen gewann 8:4 (2:0,4:2,2:2) gegen den Frankfurter
ESC und führte schon klar mit 6:1, bevor Frankfurt körperbetonter spielte und das
Ergebnis in Grenzen hielt. Die Torschützen für Esslingen waren Bettina Kirschner 3,
Marlen Skiba 2, Stefanie Montag, Sandra Kunzmann und Sabine Kürten sowie Patricia Nink 3
und Marjaana Tommola für Frankfurt. Dagegen tat sich der Grefrather EV trotz des 6:4
(2:1,2:2,2:0) gegen Planegg/Würmtal schwer, ohne das Spielgeschehen jemals aus der Hand
zu geben. Planegg zog sich gut aus der Affäre und hatte mit der Viertelfinalteilnahme
seine bisher erfolgreichste Saison. Bester "Panther" war Iris Heußen mit 3
Toren. Die weiteren Torschützen: Melanie Weddershoven 2 und Monika Spring für Grefrath
und Sandra Rumswinkel, Nina Linde und Nadine Marquardt für Planegg. (Eishockey-News)
18.02.96 ESG Esslingen verteidigt Titel souverän
-Endrunde der Überraschungen / Erstmals nur Damenschiedsrichter im
Einsatz -
[S.K.] Der "Alte" ist auch gleichzeitig der "Neue" Deutsche
Damenmeister, denn die ESG Esslingen wußte sich im richtigen Moment zu steigern und holte
nach 1984 und 1995 zum drittenmal den Titel nach Baden-Württemberg. Im Endspiel besiegte
Esslingen den Endrundenausrichter TuS Wiehl klar mit 4:0 (2:0,1:0,1:0). Die beiden
hochgehandelten Favoriten aus Geretsried und Grefrath sahen sich im Spiel um Platz 3
wieder und hier behielt Geretsried mit 5:3 (2:1,0:1,3:1) die Oberhand.
Halbfinals
Im Eröffnungsspiel zwischen dem Titelverteidiger ESG Esslingen und Geheimfavorit
Grefrather EV 3:1 (1:1,1:0,1:0) spielten wie so oft die Nerven eine entscheidene Rolle.
Unter diesen Voraussetzungen war es eines der besseren Spiele. Esslingen begann stark und
hatte gleich am Anfang Pech, als Petra Kaluza den Puck für ihre schon geschlagene
Torhüterin von der Linie schlug. Das Schicksal glich sich aus als Miriam Thimm einen
Abpraller von Sabine Kürten ins eigene Tor bugsierte und den Titelverteidiger mit 1:0
(6.) in Führung brachte. Nach etwa 10 Minuten kam Grefrath besser ins Spiel und
verstärkte vor allem über Raffaela Wolf den Druck aufs ESG-Tor. Zunächst konnte
Stephanie Kürten, die ansonsten bei den Männern von Esslingen in der Regionalliga im Tor
steht, einigemal gut parieren, aber nach einen Paß von Miriam Thimm auf Raffaela Wolf
(14.) war sie machtlos. Als Grefrath Ende des ersten Drittels zwei Spielerinnen mehr auf
dem Eis hatte und mit Beginn des zweiten Abschnittes erneut in Überzahl spielte,
versiebten zweimal Raffaela Wolf und Monika Spring klarste Einschußmöglichkeiten. Die
Strafe folgte prompt als Esslingen seine Spielerüberzahl ausnutzte. Marlen Skiba und
Bettina Kirschner bereiteten vor und Sandra Kürten vollendete zur neuerlichen 2:1 (24.)
Führung. Zwar gab es auf beiden Seiten danach eine Reihe von Chancen, doch die Partei
verflachte zusehenst, hielt die Zuschauer aber auf Grund der Dramatik in Atem. Diese
erreichten in den letzten vier Minuten ihren Höhepunkt. Zuerst verließ Stephanie Kürten
völlig unmotiviert ihr Tor, was eine Zwei-Minuten-Strafe zur Folge hatte und als diese
von Grefrath ungenutzt blieb, fiel mit dem 3:1 (60.) ins leere Tor durch Marlen Skiba die
endgültige Entscheidung. Das zweite Halbfinale zwischen den Geretsrieder
"Moskitos" und den "Huskies" vom TuS Wiehl war rasant, hochklassig und
vielleicht das beste Spiel was es in dieser Saison überhaupt gab. Von der ersten Minute
an ging es auf und ab, wobei Wiehl mannschaftlich geschlossener agierte. Dagegen waren
für Geretsried besonders Stephanie Frühwirt und Andrea Weißbach die Aktivposten,
während sich Christina Oswald angeschlagen 30 Minuten redlich mühte. Sabine Küpper (6.)
und Beate Koß (17.) für Wiehl sowie Wiltrud Schmid (4.) und Claudia Scholz (18.) für
Geretsried sorgten für ein ausgeglichenes Torekonte nach zwanzig Minuten. Mit Beginn des
zweiten Drittels übernahm Wiehl immer mehr die Initiative und gelangte nach einer
Kombination über Beate Koß und Irina Wichmann durch Sabine Küpper mit 3:2 in Führung
(23.). Was danach folgte war "das beste Drittel was unsere Mädels je gespielt
haben", so Uli Hecht der Co-Trainer vom TuS. Als Wiehls Lettin Leila Dekmejere
zum Doppelschlag ansetzte, sorgte sie mit ihren beiden Solo-Toren bis zum 5:2 (30./31.)
für die Vorentscheidung. Nun spielten sich die "Huskies" in einen Rausch und es
gelang ihnen einfach alles. Im Gegenzug baute der große Meisterschaftsfavorit mehr und
mehr ab, was vor allem angesichts des plötzlich großen Rückstandes ein psychologisches
Problem war. Es scheint aber auch, als habe Geretsried sein Leistungshoch zu zeitig
gehabt. Zur Freude der reichlich erschienen Zuschauer fielen weitere
"Huskies"-Tore, beinahe am Fließband. Bis zum Schlußpfiff schossen Beate Koß
(32./51.), Irina Wichmann (34.), Birgitt Schlesinger (50.), Rebekka Marenbach (51.) und
Leila Dekmejere (58.), bei lediglich noch einem Treffer für Geretsried (Sabrina Kruck /
56.) einen 11:3 (2:2,5:0,4:1) Sieg heraus und demontierten Geretsried regelrecht.
Spiel um Platz 3
Das "Kleine Finale" zwischen den beiden eigentlichen Meisterschaftsfavoriten war
recht kurzweilig. Es schien als wollten Geretsried und Grefrath ihre Schlappen vom Vortag
mit einer guten Abschlußleistung vergessen machen. Dabei hatte der Bayernmeister mehr
Glück und gewann am Ende mit 5:3 (2:1,0:1,3:1). Nach dem Nicole Schmitten mit einem
Schlagschuß das 0:1 (3.) erzielte, führten zwei blitzsaubere Konter über Andrea
Weißbach (8.) und Christina Oswald (11.) zu Toren für die "Moskitos", bevor
Miriam Thimm (33.) wieder für Grefrath erfolgreich war. Im letzten Drittel gab es dann
ein Wechselbad der Gefühle. Zunächst fing Nicole Schmitten an der eigenen blauen Linie
einen Querpaß ab und brachte ihre Grefrather "Panther" trotz 3:5
Unterzahlsituation wieder in Führung (50.). Die Wende leitete Grefraths Kapitän
Monika Spring höchstpersönlich ein. Sie verschoß einen Penalty (52.) und 19 Sekunden
danach glich Andrea Weißbach für ihre Farben aus, ehe Claudia Scholz (54.) und Christina
Oswald (60.) für den Schlußpunkt sorgten.
Finale
Im Endspiel vor knapp 1000 Zuschauern wollte Wiehl mit der Euphorie des Halbfinales zum
großen Wurf ansetzen, aber Esslingen war auf den Punkt genau fit und ging bereits nach
kurzer Zeit durch Alexandra Schulz (7.) in Führung. Esslingen kam nach der frühen
Führung etwas in Bedrängnis, was eine Vielzahl von "Huskies"-Chancen zur Folge
hatte. Wie im Halbfinale versuchte Wiehl über die gesamte Eisfläche zu kombinieren,
scheiterte jedoch immer wieder am entscheidenen letzten Paß oder an Esslingens Torfrau
Stephanie Kürten. Völlig überraschend gelang dem Titelverteidiger in dieser Phase das
2:0 (18.). Die erste Sturmreihe mit Bettina Kirschner und Sandra Kürten spielte sich
durch und Marlen Skiba schoß ein. Mit diesem beruhigenden zwei Tore Vorsprung gewannen
die Aktionen von Esslingen an Sicherheit. Erst recht als nur 50 Sekunden nach Beginn des
zweiten Drittels Sabine Kürten mit einem Weitschuß aus dem Mitteldrittel
"Huskies"-Torfrau Nicole Hinsen überraschte. Es blieb das einzige Esslinger
Highlight in den zweiten zwanzig Minuten, vor allem weil sich die Mannschaft mit der
klaren Führung im Rücken und einer Stephanie Kürten im Tor sicher fühlte und den
Gegner im Griff hatte. Die letzte Möglichkeit ins Spiel zurückzukommen verpaßte Wiehl
bei einem fast zweiminütigen 5:3 Überzahlspiel. Zwar zogen die "Huskies" eine
gutes Powerplay auf und erspielten sich über Beate Koß, Natascha Schaffrik, Birgitt
Schlesinger und auch Irina Wichmann von der blauen Linie vier, fünf klare
Einschußmöglichkeiten, aber Stephanie Kürten war nun der Turm in der Abwehrschlacht.
Für ihren Kampfgeist hätte Wiehl einen Ehrentreffer verdient gehabt, statt dessen
erhöhte Esslingen zum Endstand auf 4:0 (50.). Torschützin war Sabine Kürten, die mit
einem herrlichen Solo über die gesamte Spielfläche, ihrer Leistung während der Endrunde
und als Leitfigur der Mannschaft einen krönenden Abschluß gab. Nach Spielschluß waren
beide Mannschaften mit dem erreichten zufrieden, denn für den Endrundenausrichter Wiehl
war der zweite Platz ein ebenso großer Erfolg wie für Esslingen die erfolgreiche
Titelverteidigung.
Ehrungen
Bei den fälligen Auszeichnungen stellte jede Mannschaft einen Preisträger. Aus den
Händen der Vertreter der beiden Hauptsponsoren Bonnfinanz und Yokohama sowie des
DEB-Damenbeauftragten Andreas Lauer empfingen Stephanie Kürten (Beste Torhüterin),
Sabine Kürten (Beste Verteidigerin) und Leila Dekmejere (Beste Stürmerin) sowie der
Grefrather EV (Fair-Play-Pokal) die jeweiligen Pokale. Bei aller Wertschätzung für das
Organisationsteam um Wiehl-Manager Bolten die eine hervorragende Endrunde organisierten,
wird es wohl immer ein Rätsel bleiben warum Natascha Schaffrik (TuS Wiehl) zur besten
Torschützin und besten Scorerin sowie Andrea Weißbach (TuS Geretsried) zur besten
Assistenten ausgezeichnet wurden. Der objektive Betrachter der Ehrungen wurde das Gefühl
nicht los, daß es hier mehr nach dem Gießkannenprinzip anstatt nach der Statistik ging.
Während der Endrunde gab es eine bemerkenswerte Premiere. Zum erstenmal standen die
Halbfinal- und Finalspiele ausschließlich unter der Leitung von Schiedsrichterinnen.
Manuela Gröger und Sabine Lange als Hauptschiedsrichter und Katja Bandelofsky, Conny von
Gehlen, Nicole Wiese und Susanne Schindler an den Linien zeigten ebenso gute Leistungen
wie die Spielerinnen und brachten die vier Spiele souverän über die Bühne.