Quelle : Deutsches Damen-Eishockey : http://members.aol.com/damenDEB/indexa.html
14.08.94 Damenmeister steht am 19. Februar fest!
- Endrundenmodus geändert / Nur noch die besten vier nehmen teil -
Schon bei der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft 1994, Ende Februar in Darmstadt, wurden
die Weichen für die diesjährige Saison im Damen-Eishockey gestellt und einige
entscheidende Veränderungen beschlossen. Die wichtigsten Veränderungen betreffen dabei
die Teilnehmerzahl und den Austragungsmodus der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft.
Konnten bislang sechs Mannschaften an der Endrunde teilnehmen, so wird es in Zukunft nur
noch vier Teams vergönnt sein, zur "Deutschen" zu fahren. Dementsprechend
mußte auch der Qualifikationsmodus geändert werden. Bisher waren die ersten vier der
Bundesliga-Nord sowie die ersten zwei der Bundesliga-Süd direkt qualifiziert. Nicht
zuletzt aufgrund des großen Erfolges der Süd-Bundesligisten in der letzten Saison,
gesteht man nun auch der Bundesliga-Süd vier Startplätze für das neugeschaffene
Viertelfinale zu. In diesem treten die ersten vier beider Ligen in Überkreuzvergleichen
(1. BL-Nord gegen 4. BL-Süd; 2. BL-Nord gegen 3. BL-Süd usw.) gegeneinander, in Hin- und
Rückspiel, an. Die jeweiligen Sieger der vier Paarungen sind dann für die Endrunde
qualifiziert. Bei der Endrunde kommt es dann am ersten Tag zu zwei Halbfinalspielen,
während am zweiten Tag die siegreichen Teams das Finale bzw. die unterlegenen Teams den
dritten Platz ausspielen. Jede Mannschaft muß also zweimal bei der Endrunde aufs
Eis. Gerade für diese Neuerung wird es bei den Spielerinnen viel Zustimmung geben,
immerhin waren bei der bisher praktizierten Turnierform vier Spiele binnen 36 Stunden die
Norm gewesen. Von Andreas Lauer, DEB-Damenbeauftragter, war zu erfahren, daß man durch
den geringeren Streß das Niveau der Endrunde nochmals erhöhen will! Doch bis dahin ist
es noch ein weiter Weg. Erst einmal müssen alle Mannschaften die Vorrunde überstehen und
wer dort den Sprung in das Viertelfinale nicht schafft, auf den wartet im Februar und
März eine Abstiegsrunde, welche ähnlich der Bundesliga-Vorrunden ausgespielt wird.
12.09.94 Wechselfieber in der Bundesliga-Nord
- Die vier Erstplazierten der letzten Saison -
Da bei den Damen die Saison in zwei Wochen beginnt, werden in den nächsten beiden
Ausgaben die Teams der BL-Nord etwas unter die Lupe genommen. Heute die vier Ersten der
letzten BL-Nord Vorrunde.
Mannheimer ERC
Nur 3:23 min. fehlten dem Mannheimer ERC in der vergangenen Saison zum Deutschen
Meistertitel. Nun wird es Trainer Danilo Valenti in dieser Saison versuchen müssen, den
vierten Titel mit seiner Mannschaft nach Baden-Württemberg zu holen. In die Vorrunde geht
die Mannschaft jedenfalls als haushoher Favorit, wurden doch mit Torhüterin Nadine
Spanihel aus Düsseldorf und Verteidigerin Petra Weber aus Frankfurt zwei weitere
überdurchschnittliche Spielerinnen zum MERC geholt. Abgänge, so Trainer Valenti, gibt es
dagegen keine. News-Tip: Platz 1
EC Bergkamener Bären
Sorgen gibt es derzeit bei den Verantwortlichen des EC Bergkamener Bären. Die
Nationalspielerinnen Aurelia Vonderstraß, Nicole Schmitten, Stefanie Pütz und Raffaela
Wolf wechselten nach Grefrath. Dazu kommt das die Amerikanerin Julie Ask zurück nach
Amerika ging, Katrin Wandtke ihre Schlittschuhe an den Nagel hing und Claudia Spier
(ehemals Pätzold) wenn überhaupt erst im Januar wieder zur Verfügung stehen wird. Für
erfreuliche Nachrichten sorgte dagegen Ines Molitor die, nach einem Jahr bei den Toronto
Arrows in Kanada, wieder zurückkehrt. Weitere Neuzugänge sind Michaela Kiefer die beim
Absteiger Herner EV in der letzten Saison Torschützenkönig war, sowie Almuth Bolesta
(Bochumer Lakers/Skaterhokkey), Alexandra Knarren (EC Lünen) und aus dem eigenen
Nachwuchs Melanie Wagner und Antje Wiewiora. Kurz vor Redaktionsschluß wurden mit Marina
Heyse (ehemals Neusser EC), Manuela Schonz und Martina Haehre (b. SV Brackwede) drei
weitere Neuzugänge gemeldet. News-Tip: Platz 4-6
TuS Wiehl
Die Damen des TuS Wiehl sorgten nach der letzten Saison mit ihrem geschlossenen
Vereinsaustritt beim Neusser EC und dem Wechsel nach Wiehl für mehr Aufsehen als Tage
zuvor mit ihrem dritten Platz bei der Meisterschaft. Eben diesen zu wiederholen wird sehr
schwer, wenn nicht gar unmöglich. Denn mit der Amerikanerin Sheila Graham und den
Nationalspielerinnen Sabine und Steffi Kürten stehen drei wichtige Leistungsträger der
Mannschaft nicht mehr zur Verfügung. Während sich die Kürten-Schwestern dem
Süd-Bundesligisten Esslingen anschlossen, mußte Sheila Graham ihre sportliche Laufbahn
aus gesundheitlichen Gründen beenden. Zuletzt hat auch noch Elvira Leuwer angekündigt
kürzer zu treten, um sich nur noch hinter der Bande zu engagieren. Doch haben die
Verantwortlichen vorsichtshalber eine Spielgenehmigung ausstellen lassen, schließlich ist
der "Rücktritt vom Rücktritt" heutzutage keine Seltenheit mehr. "Bei all
diesen Abgängen wäre ein Play-off-Platz eine große Überraschung und keiner sollte sich
wundern, wenn Wiehl in dieser Saison erst einmal gegen den Abstieg spielt", war von
Trainer Uli Hecht zu erfahren. News-Tip: Platz 4-6
OSC Berlin-Schöneberg
Beim OSC Berlin-Schöneberg ging es in den Sommermonaten recht beschaulich zu. Die
wichtigste Veränderung gab es im Angriff, wo mit Rückkehrerin Michaela Hildebrandt aus
Königsbrunn eine eminent wichtige Verstärkung erzielt wurde. Noch bei der Deutschen
Meisterschaft im Februar erzielte sie mit 3 Tore und 3 Assists den 6. Platz in der
Scorerwertung. Während eines Testspieles, 1:1 (0:0,0:0,1:1) am vergangenen Sonntag in
Weißwasser, zeigte Sie ihre Routine und schoß das Tor für den OSC. News-Tip: Platz 3-4
Frankfurter ESC
"Die Löwen" des Frankfurter ESC hatten einen verhältnismäßig ruhigen Sommer.
Neuzugänge gibt es so gut wie keine, lediglich mit Spielerinnen aus der 1b Mannschaft
wurde der Kader des Bundesligateams ergänzt. Auch Abgänge gibt es mit Doris Gerhardt und
Petra Weber nur zwei zu vermelden, so daß in etwa von der gleichen Spielstärke wie im
letzten Jahr ausgegangen werden kann. Während Doris Gerhardt ihre Laufbahn beendete,
schloß sich Petra Weber dem Vizemeister aus Mannheim an. Einen großen Vorteil gegenüber
der Konkurrenz hatten "Die Löwen" in der Saisonvorbereitung, denn die
Mannschaft brauchte auch in den heißen Monaten nicht aufs Eis verzichten und fand
in Limburg gute Bedingungen vor. News-Tip: Platz 4-6
ES Weißwasser
Bei den "Pinguinen" des ES Weißwasser weiß momentan keiner so richtig woran er
ist. Bereits im Mai begannen die Vorbereitungen auf die neue Saison und alle, Mannschaft
wie Verantwortliche, haben sich viel vorgenommen. Doch nach den ersten Testspielen macht
sich Unzufriedenheit breit, denn Mannschaft wie Trainer wollten schon viel weiter sein.
Auch das 1:1 Unentschieden im letzten Test gegen den OSC Berlin trug nur bedingt dazu bei,
Selbstvertrauen zu tanken. Die Nerven sind also schon nach dem fünften Testspiel arg
strapaziert. Zuvor wurde viermal bei einem Turnier in Wilhelmshaven gespielt. Dabei gab es
eine 0:1 Niederlage gegen Riga sowie Siege gegen Whaven 2:1, Bremerhaven und Moers
jeweils 4:0. Personell hat sich die Mannschaft kaum verändert. Einzig Torhüterin Anja
Janke (berufliche Gründe) und drei Spielerinnen aus dem erweiterten Kader sind nicht mehr
dabei. Nachwuchsspielerinnen sollen dafür rechtzeitig an höhere Aufgaben herangeführt
werden. News-Tip: Platz 7
Grefrather EV
Die spektakulärsten Veränderungen im Mannschaftsgefüge gelangen dem Grefrather EV. Mit
Aurelia Vonderstraß, Nicole Schmitten, Stefanie Pütz und Raffaela Wolf sicherte sich der
Aufsteiger die Dienste von vier Nationalspielerinnen des Ligakonkurrenten aus Bergkamen
und steigt damit direkt in den Kreis der Favoriten auf. Jedoch erhielt Raffaela Wolf von
ihrem Ex-Verein keine Freigabe und ist bis zum 31.05.95 (!!!) gesperrt. Mit Carolin
Hudelet verstärkt eine Französin den Angriff des Aufsteigers. Trotz der vielen
Neuzugänge darf nicht vergessen werden, daß auch mit den einheimischen Spielerinnen
jahrelang gut gearbeitet wurde. Bestes Beispiel dafür ist Iris Heußen. Die 16-jährige
spielt seit ihrem achten Lebensjahr für den GEV und trägt seit drei Jahren das Trikot
der Deutschen Nationalmannschaft. News-Tip: Platz 2
DEC Eishasen Berlin
Nach Aussagen der Verantwortlichen des DEC Eishasen Berlin wollte man überhaupt nicht in
die Bundesliga aufsteigen und in der Tat, die Eishasen kamen in die BL-Nord, wie die
Jungfrau zu ihrem Kind: völlig ahnungslos! Zuerst reduzierte sich das Quintett in der
Aufstiegsrunde, aufgrund der Rückzieher Herne und Düsseldorf, zu einem Trio. Dann nahm
der Verband Wilhelmshaven, wegen dem Einsatz nichtspielberechtigter (ausländischer)
Spielerinnen, alle Punkte weg und schon waren die Eishasen ohne einen (auf dem Eis
gewonnenen) Pluspunkt erstklassig. Die Stützen der Mannschaft werden weiterhin
Torhüterin Carolin Kleffel, Verteidigerin Heidi Weise und Stürmerin Daniela Kogler sein.
Da die Mannschaft sich jedoch nicht verstärken konnte, wird es sehr schwer für sie
werden in der Bundesliga zu bestehen. Vielleicht gelingt dennoch die eine oder andere
Überraschung. News-Tip: Platz 8
(Eishockey-News 12.09.94)
- MERC siegt standesgemäß -
Der erste Sieger und damit auch Tabellenführer steht fest und wie nicht anders zu
erwarten, ist es der Mannheimer ERC. Die Mädels vom letztjährigen Vizemeister
siegten standesgemäß mit 10:1 (2:1,3:0,5:0) beim krassen Außenseiter ES Weißwasser.
Lange Zeit hatte der MERC mit seinen Reisestrapazen und hervorragend eingestellten
"Pinguinen" zu kämpfen und so stand es bis zur 33. min. 2:1 ehe die Gäste,
durch Tore von Anja Scheytt sowie zweimal Maren Valenti, auf 5:1 davonzogen. Zuvor ging es
im ersten Drittel wesentlich schneller. Das erste Tor dieser Saison erzielte Birgit
Engmann von den "Pinguinen" nach genau 66 Sekunden. Genauso schnell antwortete
der MERC und erzielte ebenfalls noch in der 2. min. bzw. 3. min., durch Birgit Brendel und
Maren Valenti, seine ersten beiden Tore. Im Schlußabschnitt versuchte der Gastgeber noch
lange das Ergebnis "unter zehn" zu halten. Doch es blieb beim Versuch, denn
nachdem Natascha Schaffrik in der 48. min. das 6:1 erzielte, schwanden die Kräfte beim
Gastgeber immer mehr und es folgten zwischen der 51. und 55. min. noch vier weitere Tore.
Antje Pfau und Maren Valenti mit jeweils zwei Treffern zeigten sich dafür verantwortlich.
(Eishockey-News 29.09.94)
- Favoriten setzten sich souverän durch -
Die Spiele vom Wochenende:
Frankfurter ESC - EC Bergkamen 4 : 4 (0:0,2:2,2:2)
Mannheimer ERC - Grefrather EV 5 : 0 gewertet
Der Lapsus der Woche, möglicherweise der gesamten Saison, widerfuhr den Panthern des
Grefrather EV. Nichts schlimmes ahnend traf die Mannschaft kurz nach halb drei in Mannheim
ein und mußte erfahren das man sich in der Spielzeit arg vertan hatte. Spielbeginn sollte
eigentlich um 14.00 Uhr sein und wie die Grefrather auf 16.00 Uhr kamen, konnten sie sich
im nachhinein selbst nicht erklären. Eine harmloser Fall von "menschlichen
Versagen", doch sollten alle von Hohn und Spott absehen, denn wer ist schon vor
Fehlern gefeit.
(Eishockey-News 12.10.94)
- Im Norden leistest sich Grefrath großen Lapsus, im Süden Siege für
Favoriten -
Norden: Für einen kuriosen Spielausfall sorgte der Grefrather EV in Mannheim. Nichts
schlimmes ahnend traf die Mannschaft kurz nach halb Drei in Mannheim ein und mußte
erfahren das man sich in der Spielzeit arg vertan hatte. Spielbeginn sollte eigentlich um
14.00 Uhr sein und wie die Grefrather auf 16.00 Uhr kamen konnten sie sich im nachhinein
selbst nicht erklären. Auf jeden Fall genügte das unentschuldigte zu spätkommen, um das
Spiel mit 2:0 Punkten und 5:0 Toren für den Mannheimer ERC zu werten. Die erste richtige
Standortbestimmung gab es im Aufeinandertreffen der Frankfurter Löwen und Bergkamener
Bären. Beide kassierten zuvor Schlappen gegen Mannheim und wollten nun die ersten Punkte
einfahren. Am Ende, eines über die gesamte Spielzeit ausgeglichenen Spieles, hatten
tatsächlich beide Teams ihre ersten Punkte auf der Habenseite. Das der Punkt für die
Löwen dennoch glücklich war, zeigt die Tatsache das Jutta Michael erst 26 Sekunden vor
Schluß den Ausgleich erzielen konnte. Auch zuvor waren stets die Gäste aus Bergkamen in
Führung gegangen, doch hatten die Löwen immer eine schnelle Antwort parat. Die Tore im
sehr fair geführten Spiel schossen: Jutta Michael (2), Stephanie Nink und Petra Knöffel
für den FESC sowie Traudel Maluga (2), Silvia Schneegans und Michaela Kiefer für
Bergkamen.
(Eishockey-News 14.10.94)
- TuS Wiehl startet mit Sieg in die Saison / Frankfurter ESC siegt zweimal
auswärts -
Die erfolgreichste Mannschaft am letzten Wochenende war der Frankfurter ESC, der die
Auswärtsspiele in Weißwasser mit 8:3 (3:2,2:1,3:0) und beim DEC Eishasen Berlin mit 4:0
(2:0,2:0,0:0) sicher gewann. In beiden Spielen setzten die Routiniers der Löwen die
Akzente und erzielten den Großteil der Tore: Stefanie Komma 4, Patricia Nink 3, Petra
Knöffel und Monika Herold je 2 sowie Eva Kallus mit einem 1 Tor. Ebenfalls zwei Spiele
hatte der Grefrather EV zu absolvieren. Am Samstag war der Mannheimer ERC zu Gast und
hatte sein bis dato schwerstes Spiel. Zwar waren die Gäste dem Aufsteiger in allen
Belangen überlegen, dennoch gab es nur ein 4:0 (2:0,1:0,1:0). Dieses Resultat spricht
zweifellos für den Aufsteiger, der über die gesamte Spielzeit unermüdlich kämpfte und
mit Torhüter Ester Thyßen seine beste Spielerin hatte. Dagegen konnte sich der Gast auf
seinen ersten Block verlassen, der in Person von Monika Spring (2), Ilona Holliday und
Maren Valenti auch die Tore erzielte. Am Tag darauf stand die Begegnung TuS Wiehl gegen
Grefrather EV an und für Wiehl gab es einen gelungenen Saisonauftakt. Die kämpferisch
sehr überzeugenden Spielerinnen aus Wiehl zeigten sich von ihrer guten Seite und gewannen
mit 5:3 (1:0,1:1,3:2). Während man Grefrath das Spiel vom Vortag noch anmerkte, gingen
die Gastgeberinnen aggressiv in jeden Zweikampf und erarbeiteten sich so den nötigen
Vorteil. Durch die einseitige Verteilung der Strafminuten (Wiehl 16 min.; Grefrath 2 min.)
wird das Zweikampfverhalten beider Mannschaften ebenfalls gut sichtbar. Durch ihre Tore
sind besonders Sandra Meding (3) und Beate Roßkothen (2) noch hervorzuheben, während
für Grefrath Nicole Schmitten, Ulrike Kugelmann und Ilka Brix trafen. Für die beiden
Außenseiter der Liga, ES Weißwasser und DEC Eishasen Berlin, ging es wie gesagt gegen
Frankfurt. Dabei gelang keinen auch nur der Ansatz einer Überraschung. Die Tore für
Weißwasser schossen Michaela Streiberger, Fanny Klenner und Heike Klinke; während die
Eishasen bekanntlich ohne Torerfolg blieben.
(Eishockey-News 24.10.94)
- Mittelfeld so ausgeglichen wie lange nicht, nur Eishasen und Weißwasser
habens schwer -
Klarer Gewinner des Wochenendes waren die Löwen des Frankfurter ESC die mit einem 3:2
(0:0,0:2,2:1) Auswärtssieg beim Grefrather EV ihren Höhenflug fortsetzen und sich damit
vorerst auf den zweiten Tabellenplatz schoben. Auf Seiten der Frankfurterinnen glänzten
einmal mehr Stürmerin Jutta Michael die zwei Vorlagen, zu den Toren von Jeanette Jung und
Constanze Dahler, gab sowie Torhüterin Hilke Schwebel. Das dritte Tor für den FESC
erzielte Stefanie Komma. Aus Sicht der gastgebenden Panther war die Niederlage völlig
unnötig, denn über die gesamte Spielzeit waren die Grefratherinnen spielbestimmend, ohne
jedoch die gewünschten Tore zu erzielen. Erst als das Match praktisch schon entschieden
war gelangen in der 50. und 52. min. durch Nicole Schmitten und Iris Heußen die
Anschlußtreffer. Die letzten acht Minuten reichten nicht mehr und so blieb es bei der
unglücklichen Niederlage, die sich der Aufsteiger selbst zu zuschreiben hat. Die mit
Abstand beste Grefratherin war Nicole Schmitten. Ebenfalls zwei Punkte gewannen die
Spielerinnen vom TuS Wiehl, allerdings brauchten sie dafür zwei Spiele. Im Samstagsspiel
war Vizemeister Mannheimer ERC zu Gast und entführte beim 1:5 (0:1,1:2,0:2) beide Punkte.
Dabei ging Mannheim bereits in der 3. Minute durch Maren Valenti in Führung und baute
diese durch Monika Spring (25.) aus, ehe Sandra Meding zwischenzeitlich auf 1:2 (30.)
verkürzen konnte. Danach blieb das Spiel spannend, aber die Tore schoß wie so oft nur
noch Superstürmerin Maren Valenti (38.,50.,60.). Schade eigentlich nur das es insgesamt
68 Strafminuten gab und für den MERC ganz besonders bitter, daß mit Natascha Schaffrik
eine sehr gute Spielerin verletzungsbedingt ausscheiden mußte. Sonntags gab es dann
wieder, im Spiel gegen OSC Berlin-Schöneberg, zwei Punkte zu bejubeln. Dabei sah es auch
hier lange nach einer Niederlage aus, denn die Haupstädterinnen führten bereits in ihrem
ersten Saisonspiel mit 3:1, doch dann konnte Wiehl das Spiel mit viel Kampfkraft zum 4:3
noch umbiegen. Mit 4:2 Punkten aus drei schweren Spielen hat der TuS Wiehl eine solide
Ausgangsbasis für den weiteren Saisonverlauf geschaffen und wird weiter zu beachten sein.
In Bergkamen trafen die dortigen Bären auf die Eishasen des DEC Berlin. Dies war ein
Nachholespiel und in diesem kam der EC Bergkamen zu einem 8:4 (4:1,1:2,3:1) Sieg und
ebenfalls zum ersten Doppelpunktgewinn. Schnell ging der Gastgeber durch Michalea Kiefer
und Traudel Maluga (jeweils 2. min.) in Führung. Aber gleich im Anschluß verkürzte
Kerstin Arendt (3.) auf 1:3. Später schossen Sabine Grauer, Silvia Schneegans und
Michaela Kiefer ein 5:1 heraus und Bergkamen schickte, angesichts der klaren Führung,
eine dritte Reihe ins Spiel. Postwendend kamen die Gäste besser ins Spiel und durch
Claudia Grundmann zu zwei weiteren Toren (30.,39.). Im letzten Abschnitt, wieder mit zwei
Reihen, kontrollierte der Gastgeber wieder das Geschehen und kam durch Traudel Maluga
(42.) sowie zweimal Silvia Schneegans (51.,52.) zu Treffern. Für Berlin traf erneut
Claudia Grundmann (56.) zum 8:5 Endstand.
(Eishockey-News 31.10.94)
Ganz souverän an der Tabellenspitze der Vizemeister Mannheimer ERC. 53:3 Tore und 14:0
Punkte zeigen die deutliche Dominanz und das obwohl die gefährliche erste Sturmreihe noch
nicht einmal beständig eingesetzt werden konnte. Allein Maren Valenti traf bisher 25 mal,
soviel wie keine andere Mannschaft zusammen. Desweiteren steht Monika Spring mit 5 Toren
sowie 11 Assists auf Platz zwei der Scorerliste. Richtig zu kämpfen, hatte die Mannschaft
erst in einem Spiel als es gegen den TuS Wiehl bis in die 50. Minute nur 3:1 stand. Auf
den Plätzen danach gibt es noch keine klaren Konturen, was aber vor allem an der recht
unterschiedlichen Anzahl der absolvierten Spiele liegt. Die besten Ausgangspositionen
haben bisher der Frankfurter ESC "Die Löwen" und der TuS Wiehl. Ihr großes
Plus: Sie haben gegen ihre direkten Gegner um Platz 4 bereits fleißig gepunktet.
Frankfurt baut sein erfolgreiches Spiel dabei auf die sichere Torhüterleistung von Hilke
Schwebel auf und zeigt vor dem gegnerischen Tor wenig Nerven, so daß wenige Chancen meist
zum Sieg genügen. Besonders bei Wiehl überrascht der gute Start schon, wenn man bedenkt
das mit Sheila Graham und den Kürten-Geschwistern wichtige Leistungsträger nicht mehr
zur Verfügung stehen. Dafür zeigte Sandra Meding in den ersten Spielen
Torjäger-Qualitäten. Der EC Bergkamener Bären sowie der OSC Berlin-Schöneberg spielten
bislang am wenigsten und so ist eine Einschätzung des wahren Leistungsvermögens
schwierig. Von vornherein stand fest das in Bergkamen die Last auf wenigen Schultern
verteilt sein wird. Momentan sind Silvia Schneegans und Traudel Maluga mit jeweils 4 sowie
Neuzugang Michaela Kiefer mit 3 Toren besonders erfolgreich. Für den Deutschen Meister
von 1991 aus Berlin gab es beim ersten Saisonspiel in Wiehl eine knappe 3:4 Niederlage,
doch die Saison hat ja gerade erst begonnen. Am meisten im ersten Drittel der Saison hat
der Grefrather EV enttäuscht. Obwohl die Verantwortlichen des Aufsteigers in dieser
Saison ohnehin nur die Klasse halten wollten, muß eine Mannschaft die vier
Nationalspielerinnen in ihren Reihen hat, mehr zu bieten haben. Bei allen Für und Wider
ist der Ausgang im Rennen um die Plätze hinter Mannheim jedoch noch völlig offen. Einzig
bei den "Pinguinen" des ES Weißwasser und den "Eishasen" vom DEC
Berlin braucht keiner vom vierten Platz träumen, aber für beide Vereine war von Anbeginn
klar, daß sie kleinere Brötchen backen müssen.
(Eishockey-News 07.11.94)
- TuS Wiehl etabliert sich hinter Mannheimer ERC -
Keine Überraschungen gab es am Wochenende in der Damen-Bundesliga-Nord in den Begegnungen
Mannheimer ERC - EC Bergkamener Bären, TuS Wiehl - Frankfurter ESC, DEC Eishasen Berlin -
ES Weißwasser und Bergkamen - OSC Berlin. Dabei gelang den Damen aus Mannheim mit dem
16:2 (5:0,6:2,5:0) der höchste Erfolg in der Bundesliga-Nord in dieser Saison. Das der
Gastgeber in allen Belangen überlegen war, muß bei der Höhe des Erfolges nicht weiter
erwähnt werden. Am erfolgreichsten war natürlich die erste Angriffsformation. Dabei ist
aus Mannheimer Sicht besonders erfreulich, daß neben Maren Valenti (7 Tore) auch Natascha
Schaffrik mit 3 Toren endlich wieder ein persönliches Erfolgserlebnis hatte. Immerhin war
sie in der letzten Saison die zweitbeste Torschützin der Liga und brachte es bis zu
diesem Spiel auf gerade einmal 2 Treffer. Die weiteren Torschützin: Tina Obermann 2,
Monika Spring, Birgit Brendel, Constanze Weiß und Ilona Holliday je 1 Tor für den MERC;
während für Bergkamen Silvia Schneegans und Traudel Maluga trafen. Möglicherweise
hatten die Bären auch nur ihre Kräfte geschickt eingeteilt, denn am Sonntag sah die
Mannschaft gegen den OSC Berlin lange Zeit wie der Sieger aus. Am Ende gab es aber erneut
eine Niederlage, die jedoch mit 2:3 (1:0,0:0,1:3) sehr knapp und obendrein unglücklich
war. Zweimal ging Bergkamen durch Marina Heyse (1. min. / 47. min.) in Führung, ehe
Jessica Lasserre mit ihren beiden Toren (50. / 55.) den OSC auf die Siegerstraße schoß.
Das erste Tor für den OSC hatte Yvonne Fleck in der 44. min. erzielt. Nach dem
Schlußpfiff trauerten die Gastgeber ihren vergebenen Chancen aus den ersten beiden
Dritteln nach, wo OSC-Torfrau Ilona Meyer in überragender Manier den OSC vor einen
höheren Rückstand bewahrte. Beim Spiel des Aufsteigers Eishasen Berlin gegen den ES
Weißwasser waren anstatt des Spielverlaufes die Begleiterscheinungen nach dem Spiel
Gesprächsstoff. Es regnete während der gesamten Spielzeit! An Eishockey spielen war
nicht zu denken, es konnte höchstens Eishockey gekämpft werden und das taten die
Pinguine aus Weißwasser über weite Strecken der Partie besser. Die klaren
Chancenvorteile reichten am Ende nur zu einem 4:2 (1:1,2:0,1:1), was besonders an
Eishasen-Torfrau Manuela Jannone lag. Sie und Stürmerin Claudia Grundmann waren für die
Gastgeber die besten Akteure, während sich bei den Pinguinen Kapitän Heike Klinke nicht
nur wegen ihren beiden Tore hervortat. Die weiteren Treffer bei den Pinguinen besorgten
Sindy Genenncher und Birgit Engmann sowie für die Eishasen Claudia Grundmann und Kerstin
Arendt. Richtig Stimmung kam trotz des Sieges nicht auf, denn für Heike Elsner ist die
Saison nach einem unglücklichen Zweikampf vorzeitig beendet.
(Eishockey-News 21.11.94)
- Grefrather EV findet endlich seine Form -
Alle Partien waren von großer Eindeutigkeit bestimmt. Der Mannheimer ERC hat aufgrund
seines Heimsieges gegen OSC Berlin 10:3 (1:1,6:2,3:0) die Maximalpunktzahl weiter
beibehalten. Nachdem der MERC erstmals daheim in Rückstand geriet, gelang bis zur ersten
Pause lediglich der Ausgleichstreffer. Danach lief es wie erwartet und Natascha Schaffrik
(4), Maren Valenti (2), Petra Weber, Birgit Brendel, Melanie Rach und Monika Spring für
den MERC sowie Michaela Hildebrandt, Katja Bandlofsky und Katja Zobel für den OSC trafen
für ihre Mannschaften. Beim Spiel gegen den Frankfurter ESC zog der OSC mit 3:7
(1:2,0:3,2:2) den kürzeren. Fairerweise schätzte Frankfurts dreifache Torschützin Jutta
Michael ein, daß Berlin ein kleinwenig unter Wert geschlagen wurde und das Spiel
wesentlich ausgeglichener war als es das Ergebnis aussagt. Ein großes Problem haben die
FESC-Damen am kommenden Wochenende, dann soll eigentlich gegen DEC Eishasen Berlin
gespielt werden, infolge einer kurzfristigen TV-Übertragung der Frankfurt DEL-Mannschaft
fehlt jedoch die nötige Eiszeit. Der Grefrather EV scheiterte beim EC Bergkamen nur knapp
an der "10-Tore-Marke", war aber beim 9:1 (2:0,3:0,4:1) nie gefährdet. Dank der
Tore von Iris Heußen (4), Stefanie Pütz (2), Caroline Hudelet, Ilka Brix, und Monika
Wimmers können die Panther wieder verstärkt vom vierten Platz träumen, währenddessen
Bergkamen für die Viertelfinalplätze nicht mehr in Frage kommt. Für den Ehrentreffer
zeichnete sich Michaela Kiefer verantwortlich. Das 10:0 des TuS Wiehl gegen DEC Eishasen
Berlin war der deutlichste Sieg des Wochenendes in der BL-Nord. Zwar war die Leistung von
Wiehl die Beste der bisherigen Saison, trotzdem gab es danach viel Ärger. Grund ist eine
Verletzung von Elvira Leuwer, die nach Ansicht der Gastgeber vom DEC bewußt in Kauf
genommen wurde. Sollte sich die Verletzung als schwerwiegend herausstellen, soll in diesem
Fall das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Dagegen spitzt sich die Lage an der
Tabellenspitze in der BL-Süd immer mehr zu und sowohl die ESG Esslingen, als auch der
deutsche Meister TuS Geretsried sind toll in Form. Esslingen verteidigte am Wochenende
durch Siege in Memmingen 10:0 und zu Hause gegen Füssen 6:0 den ersten Platz. Am Samstag
gelang es den heimischen Memmingerinnen nicht, das Ergebnis "unter 10" zu
halten. Für Esslingen waren Sandra Kürten mit 4, Sabine Kürten und Bettina Kirschner
mit jeweils 2 Toren wieder mal am erfolgreichsten. Einen Tag später erlebten reichlich
100 Zuschauer die beste Saisonleistung ihrer ESG und da auch der EV Füssen gut
mitspielte, ergab sich ein sehr gutes Eishockeyspiel. Ausschlaggebend für den Sieg war
die größere Cleverneß vor dem gegnerischen Tor - besonders Bettina Kirschner mit 3
Treffern - und eine gute Defensivarbeit, allen voran der Torhüterleistung von Steffi
Kürten. Der TuS Geretsried hätte um ein Haar seinen eigenen Saisonrekord verbessert.
Beim EC Stuttgart gab es ein sagenhaftes 21:0, was eindrucksvoll die erneuten
Meisterschaftsambitionen unterstreicht.
(Eishockey-News 28.11.94)
- Spiele mit Beteiligung des DEC Berlin abgesagt -
Magerkost gab es am vergangenen Wochenende in der Bundesliga-Nord. Aufgrund einer
premiere-Übertragung des DEL-Spiels Frankfurt-Mannheim, hatte die Damenmannschaft des
Frankfurter ESC keine Eiszeit mehr zur Verfügung und mußte somit das Heimspiel gegen den
DEC Eishasen Berlin kurzfristig absagen. Um Reisekosten zu sparen baten die Eishasen
ihrerseits beim Mannheimer ERC um Spielverlegung. Wann die Eishasen ihren
"Doppelpack", mit den Spielen in Mannheim und Frankfurt, nachholen ist noch
nicht bekannt. Einen großen Schritt in Richtung Viertelfinale hat die Mannschaft vom
Aufsteiger Grefrather EV durch den 8:0 (2:0,4:0,2:0) Heimsieg über den OSC
Berlin-Schöneberg gemacht. Der überaus hohe Sieg war Resultat einer sehr guten
konzentrierten und spielerischen Leistung, in der sich die beiden Nationalstürmerinnen
Stefanie Pütz und Iris Heußen mit jeweils 3 Toren noch besonders hervortaten. Nicole
Schmitten und Melanie Weddershoven komplettieren die Torschützenliste. Insgesamt
distanzierte Grefrath den Gast klar, obwohl dieser etwas unter Wert geschlagen wurde, doch
die Torchancen des OSC machte Torfrau Esther Thyßen mit glänzenden Paraden zunichte. Am
erfreulichsten war die Fairneß beider Teams, da es lediglich eine Strafzeit gab. Für den
OSC Berlin-Schöneberg wird es nun sehr schwer noch in den Kampf um den 4. Platz
einzugreifen, allenthalben der Heimvorteil in den noch ausstehenden Spielen gegen
Mannheim, Frankfurt, Grefrath und Bergkamen gibt Anlaß zur Hoffnung. Wesentlich
spannender ging es in der zweiten Partie zu, denn in der Weißwasseraner Eishalle gab es
zwischen den Pinguinen und dem EC Bergkamener Bären ein leistungsgerechtes 3:3
(1:0,1:1,1:2) Unentschieden. Die Gastgeberinnen führten nach Toren von Sindy Genenncher
(20.) und Marlen Skiba (24.) bereits mit 2:0, wurden dann aber von den Bären mehrfach
mustergültig ausgekontert. So kippte das Spiel durch Tore von Traudel Maluga (33.),
Nicole Hertrich (43.) sowie Michaela Kiefer (45.) und hätte Nicole Hertrich einen
weiteren Konter in der 50. Minute erfolgreich abgeschlossen, dann hätten die Gäste das
Eis bestimmt als Sieger verlassen. So behielt der ESW seine Chance und die Mannschaft
fightete zurück. Eine Überzahlsituation machte sich der Gastgeber zu nutze und glich zum
späteren Endstand aus (53.). Umjubelte Torschützin war Fanny Klenner, die von Marlen
Skiba hervorragend bedient wurde.
(Eishockey-News 04.12.94)
- Raffaela Wolf schießt gegen Eishasen Berlin 7 Tore -
Am Wochenende setzte der Mannheimer ERC, nach dreiwöchiger Pause, gegen den TuS Wiehl
seine Siegesserie fort. Mit 10:1 wurde der Tabellenzweite nach Hause geschickt, was die
Vormachtstellung der Baden-Württembergerinnen unterstreicht. Die Tore für Mannheim
erzielten Maren Valenti 5, Antje Pfau 2, Natascha Schaffrik, Martina Schmitt und Tina
Obermann. Den Ehrentreffer für Wiehl erzielte Sabine Küpper. Dahinter geht es ungleich
spannender zu. Zwar sollten Wiehl, Grefrath und Frankfurt ihre Viertelfinalteilnahme
sicher haben, doch die Plätze sind heißumkämpft. Vor allem Grefrath punktete fleißig,
wobei der Einsatz von Raffaela Wolf für viel Furore sorgt. Seit dem sie spielt, hat sie
die Hälfte aller Tore von Grefrath geschossen. Auch Frankfurt konnte durch einen 6:4 Sieg
bei Bergkamen weitere Punkte sammeln. Die Torschützin für Frankfurt: Stefanie Komma 3,
Jutta Michael 2 und Patricia Nink. Ebenfalls keinen Ausrutscher leistete sich der TuS
Wiehl in Bergkamen. Nach Toren von Birgitt Schlesinger 2, Irina Wichmann, Sandra Meding
und Beate Roßkothen führte Wiehl bereits mit 5:0, ehe Silvia Schneegans und Manuela
Schonz für den Gastgeber trafen. Außerdem trafen für Bergkamen am Samstag gegen
Frankfurt Silvia Schneegans 2, Marina Heyse und Sabine Grauer. Die beiden Spiele des OSC
Berlin-Schöneberg endeten jeweils 0:3 für die Gäste. Am Samstag war der OSC in
Weißwasser zu Gast und gewann verdient durch Tore von Jessica Lasserre, Marjaana Tommola
und Katja Bandlofsky, während am Sonntag der Grefrather EV in Berlin beide Punkte
entführte. In der Bundesliga-Süd trafen schon in der Vorwoche die beiden Spitzenteams
aus Geretsried und Esslingen aufeinander, indem es auch das Duell zwischen Christina
Oswald und Sabine Kürten, den beiden besten Spielerinnen in der Südliga, gab. Zwar zog
im Duell der beiden Stars Christina Oswald klar den kürzeren, doch ihre Mitspielerinnen
waren insgesamt cleverer und nutzten zwei Überzahlsituationen bzw. grobe Abwehrschnitzer,
um zu Torerfolgen zu kommen. Am Ende gewann der amtierende Meister das hochklassige Spiel
knapp mit 4:2 (1:1,1:1,2:0). Die Tore für den Gastgeber erzielten Wiltrud Schmidt (10.
min.), Andrea Weißbach (21., 56.) und Stephanie Frühwirt (58.) sowie Sabine Kürten (1.)
und Angelika Meineck (34.) für Esslingen.
(Eishockey-News 18.12.94)
- Gute Spiele im Viertelfinale dürften garantiert sein -
Im Gegensatz zu den Profis ruht im Damenbereich über die Feiertage der Spielbetrieb in
den beiden Bundesligen. Über zwei Wochen Pause können sich aber nicht alle Spielerinnen
freuen, da die Nationalspielerinnen zum Christmas-Cup weilen (EH-News berichtet in seiner
nächsten Ausgabe). Doch zurück zu den Bundesligen. Spannung ist vorallem in der BL-Süd
angesagt, wo es am 06. Januar in Esslingen zum entscheidenden Spiel zwischen Meister TuS
Geretsried und der heimischen ESG kommt. Die Konstellation ist eindeutig: Esslingen muß
mit mehr als zwei Toren Unterschied gewinnen, wenn der 1. Platz erreicht werden soll.
(direkte Vergleich entscheidet) Geretsried sollte aber, nicht zuletzt wegen der besseren
Ausgangslage, als Favorit angesehen werden. Indirekt hat auch das DEB-Team seinen Einfluß
auf dieses Spiel, da mit Christina Oswald, Andrea Weißbach und Stephanie Frühwirt (TuS)
sowie Sabine, Steffi und Sandra Kürten (ESG) jeweils drei Spielerinnen mit in Norwegen
sind. Wer in der besten Verfassung zurückkehrt, könnte sein Team schließlich zum Sieg
führen. Demgegenüber hat die BL-Nord ihren Klassenprimus schon längst gefunden. Der
Mannheimer ERC bestimmt die Liga nach belieben und hat keine ernsthafte Konkurrenz, was
bei der Endrunde zum Nachteil werden kann. Mit Natascha Schaffrik hat der MERC dennoch nur
eine Nationalspielerin, was jedoch verschiedenste Gründe hat. Auch der Kampf um den 4.
Platz verspricht in der BL-Süd mehr Spannung. Zwar haben der DEC Königsbrunn und der EV
Füssen die besten Ausgangspositionen, doch mit dem EV Landshut gibt es noch eine
Mannschaft die im Rennen ist. Auch hier offenbart der Quervergleich, daß es im Norden
schon klare Fronten gibt. Wiehl, Grefrath und Frankfurt spielten am stabilsten und stehen
nicht unverdient auf den Plätzen 2 - 4. Die Endplazierungen werden in beiden Ligen heiß
umkämpft sein, da mit jeder besseren Endplazierung die Chancen im Viertelfinale steigen.
Im Norden waren Weißwasser, OSC Berlin und Bergkamen zu instabil, um für das
Viertelfinale in Frage zu kommen. Die Form der drei Teams war wie eine Fieberkurve, wobei
alle von Dauerausfällen geplagt waren. Letzter und in der BL-Nord momentan überfordert
sind die Eishasen aus Berlin. Gleichfalls ohne Punktgewinn ziert der EHC Memmingen im
Süden das Tabellenende und wird es sehr schwer haben, dort noch einmal wegzukommen. Gut
mitspielen tut der Aufsteiger SG Planegg/Ottobrunn, von dem in der nächsten Zeit noch
einiges zu hören sein wird.
(Eishockey-News 26.12.94)
Viertelfinals im Dameneishockey versprechen viel Spannung
- Spiele finden an den nächsten beiden Wochenenden statt -
Aufgrund der gerade zu Ende gegangenen Vorrunden in den Bundesligen Nord und Süd ergeben
sich folgende Viertelfinalansetzungen: Mannheimer ERC - DEC Tigers Königsbrunn, ESG
Esslingen - Grefrather EV, TuS Wiehl - EV Füssen und TuS Geretsried - Frankfurter ESC. Im
Dameneishockey geht es also langsam in die entscheidende Phase und guten Sport bekommen
die Zuschauer bei diesen Ansetzungen garantiert zu sehen. Die Hinspiele finden bereits am
nächsten Wochenende (28./29.01.) statt, während die Rückspiele eine Woche später am
04./05.02. über die Bühne gehen. Die vier Sieger spielen dann am 18./19. Februar in
Königsbrunn (dazu nächste Woche mehr) den Deutschen Meister 1995 aus.
(Eishockey-News 22.01.95)
- In Grefrath sichert Steffi Kürten mit tollen Paraden knappen Sieg von
Esslingen -
Die große Sensation gab es im einzigen Sonntagsspiel zwischen dem EV Füssen und BL-Nord
Meister Mannheimer ERC. Mit 11:5 (4:2,3:2,4:1) wurde der MERC nach Hause geschickt und
dürfte damit schon nach dem Hinspiel alle Chancen auf die Endrunde verspielt haben. Woran
mag es gelegen haben? Hatten die Mannheimer den Gegner ganz einfach nur unterschätzt oder
war die fehlende Konkurrenz im Norden daran schuld? Auf jeden Fall bot Füssen sehr gutes
Eishockey und hatte in Sonja Kuisle die überragende Spielerin auf dem Eis. Fünf Tore
gingen allein auf ihr Konto, aber auch ihre Mitspielerinnen zeigten sich von der besten
Seite. Simone Schnabel, Silvia Hockauf je 2, Isabel Jonas und Karin Martin je 1 Tor. Für
Mannheim trafen Maren Valenti 2, Antje Pfau, Monika Spring sowie Ilona Holliday je 1 Tor.
Fast ebenso überraschend ist der 8:1 (0:1,3:0,5:0) Sieg des DEC Tigers Königsbrunn über
den TuS Wiehl. Besonders die Höhe des Sieges ist erstaunlich, denn gerade diese
Viertelfinalansetzung versprach viel Spannung. Zwar ging Wiehl durch Claudia Odermatt in
Führung (11.) und konnte das 1:0 lange halten, doch spätestens als der Gastgeber
innerhalb von 9 Sekunden durch Nadine Kirchner und Sandra Kinza zwei Tore erzielte, war
der Bann gebrochen. Eine Minute später war es erneut Nadine Kirchner die auf 3:1
erhöhte. Im letzten Abschnitt klappte dann bei den Tigers alles. Fünf weitere Tore durch
Beate Baert 2, Renate Lang und wiederum Nadine Kirchner sowie Sandra Kinza ließen das
Ergebnis in die Höhe schnellen. Der Wiedereinsatz von Sandra Kinza und Beate Beart sowie
die guten Leistungen von Nadine Kirchner und Torhüterin Christina Meier waren die
Hauptgründe für die beste Saisonleistung des DEC. Schwerer hatte es da schon BL-Süd
Meister ESG Esslingen beim Grefrather EV. Tore bekamen die Zuschauer nur im ersten
Abschnitt zu sehen, als Alexandra Schulz (8.) und Sandra Kürten (17.) für den Gast
trafen, während die Französin Carolin Hudelet zum zwischenzeitlichen Ausgleich (13.)
einschoß. Obwohl sich Grefrath mit zunehmender Spielzeit ein Menge Torchancen
herausspielte fielen keine weiteren Tore mehr, denn ESG-Torfrau Steffi Kürten wurde für
ihre Mannschaft zum Turm in der (Abwehr)schlacht und sicherte mit vielen Glanzparaden den
Sieg. So gewann Esslingen knapp mit 2:1 (2:1,0:0,0:0) und für das Rückspiel dürfte viel
Spannung angesagt sein. Nicht ganz so schwer tat sich der amtierende Meister TuS
Geretsried beim Frankfurter ESC. Aber immerhin ist das 3:5 (1:3,1:2,1:0) für Frankfurt
ein guter Ergebnis und hätte der Gastgeber den Anfang nicht verschlafen wäre noch mehr
drin gewesen. Ganz anders der TuS: Hier sorgte Christina Oswald mit 3 Toren für klare
Fronten und obwohl noch nicht ganz fit beflügelte ihr Einsatz die gesamte Mannschaft.
Dennoch ist für die Frankfurter Damen die Viertelfinalteilnahme der größte Erfolg ihrer
Vereinsgeschichte. Die Tore der Löwinnen erzielte Stephanie Komma, Jutta Michael und
Petra Knöffel.
(Eishockey-News 22.01.95)
Noch 10 Tage dann beginnt in Königsbrunn die 12. Endrunde zur Deutschen
Meisterschaft im Dameneishockey. Erstmals nehmen nur noch die vier besten Mannschaften an
der Endrunde teil und ermitteln in Halbfinal- und Endspielen ihren Besten. Die bisher
praktizierte Turnierform wurde ad acta gelegt, denn meist zog sich die Endrunde dadurch
nur unnötig in die Länge und die Qualität der Spiele litt ebenfalls. Das ausgerechnet
der DEC Tigers Königsbrunn Gastgeber ist hat natürlich auch seinen guten Grund, denn
nirgendwo hat man so gute Erfahrungen wie in bei den "Tigers" gemacht. Schon bei
der 9. Endrunde 1992, dem Christmas-Cup 1992 sowie dem im Januar erstmals ausgetragenen
Länderpokal bewiesen die Königsbrunner ihr organisatorisches Geschick. Auch diesmal
gelang es mit Hilfe des Hauptsponsors Augsburger Aktienbank sowie Mitsponsors OBI-Markt
Augsburg-Stadtbergen die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Schirmherr der Endrunde
ist der Direktor der Augsburger Aktienbank Gottfried Neumann.
(Eishockey-News 03.02.95)
- Mannheim und Wiehl gewinnen zwar Rückspiele, scheiden dennoch aus -
Wohl nicht einmal die kühnsten Optimisten aus Bayern hätten damit gerechnet das es im
Viertelfinale einen Durchmarsch ihrer Mannschaften geben wird. Am meisten Zittern mußte
der EV Füssen bei seiner 3:8 (0:3,1:2,2:3) Niederlage beim Mannheimer ERC. Der
6-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel reichte aber und so konnte Füssen die kaum erwartete
Endrundenteilnahme feiern. Den MERC-Damen nutzte auch die Unterstützung von 600
Zuschauern nichts, denn das Pech klebte ihnen am Schläger und zudem versagten die
Schiedsrichter zwei Toren die Anerkennung. Für Mannheim ist das Ausscheiden eines der
bittersten Niederlagen, denn eigentlich war die Mannschaft einer der großen
Meisterschaftsfavoriten. Die Tore erzielten: Monika Spring, Maren Valenti je 3, Tina
Obermann, Melanie Rach je 1 (MERC); Simone Schnabel 2, Ursula Hipp 1 (EVF). Den zweiten
Sieg eines Nordvereines gab es für Nordrhein-Westfalen-Meister TuS Wiehl gegen DEC Tigers
Königsbrunn beim 9:8 (1:4,3:1,5:3). Es war ein Spiel so recht nach dem Geschmack der
Zuschauer: 17 Tore, ein ständiges auf und ab, aber vorallem ein Happy End für den
Gastgeber. Dabei sah Königsbrunn lange Zeit wie der sichere Sieger aus und spätestens
als der Gast mit drei Toren innerhalb von drei Minuten auf 8:5 davonzog schien die
Entscheidung gefallen. Doch Wiehl zeichnet nicht umsonst ein großer Kampfgeist aus und so
gelang ihnen das Kunststück in den letzten 10 Minuten noch vier Tore zu erzielen und das
Spiel zu kippen. Angesichts des schmalen Spielerkaders den der TuS zur Verfügung hat
verdient diese Leistung noch größeren Respekt. Immerhin mußte Wiehl auf Elvira Leuwer
und Irina Wichmann sowie ab dem letzten Drittel auf Sandra Meding verzichten. Für den
Ausgang des Viertelfinals war der Sieg jedoch unerheblich, da Königsbrunn im Hinspiel mit
8:1 gewann. Sowohl in Hin- und Rückspiel gewannen der amtierende Meister TuS Geretsried
und die ESG Esslingen. Zwar tat sich der TuS Geretsried gegen den Frankfurter ESC sehr
schwer, letztlich reichte es aber dennoch zu einen ungefährdeten 7:2 (1:1,2:0,4:1) Sieg,
bei dem im letzten Drittel die größeren Kraftreserven den Ausschlag gaben. In die
Torschützenliste konnten sich Martina Weiß, Wiltrud Schmid, Andrea Weißbach je 2 und
Christina Oswald 1 (TuS) sowie Stefanie Komma 2 (FESC) eintragen. Das die bayerischen
Vereine bei der Endrunde nicht ganz unter sich sind, ist der ESG Esslingen zu verdanken.
Über 600 Zuschauer sahen zwischen Esslingen und Grefrath ein Spiel auf hohem Niveau, in
dem der Gastgeber mit 6:3 (3:1,1:2,2:0) gewann. Der entscheidende Vorteil hieß diesmal
Sandra Kürten, die mit ihren 4 Toren zum Matchwinner wurde. Desweiteren trafen Sabine
Kürten, Sibylle Rother für Esslingen und Stefanie Pütz (2) sowie Iris Heußen für den
Gast. Aber auch die anderen Spielerinnen verdienten sich Bestnoten und trugen so zu diesem
guten Spiel bei.
(Eishockey-News 06.02.95)
- Jeder Endrundenteilnehmer hat seine Vor- und Nachteile -
Noch drei Tage dann beginnt in Königsbrunn die Endrunde wo der 12. Deutsche Meister im
Damen-Eishockey ermittelt wird. Bekanntlich qualifizierten sich mit Esslingen, Geretsried,
Königsbrunn und Füssen vier Mannschaften aus der Bundesliga-Süd. Obwohl es in deren
Vorrunde klare Verhältnisse gab, dürfte eine Prognose äußerst schwer sein, denn jede
der vier Vertretungen besitzt Vor- und Nachteile, die einen mehr die anderen weniger.
EV Füssen: Der größte Vorteil des EV Füssen dürfte seine Außenseiterrolle sein, denn
wohl nur die wenigsten haben mit einer Endrundenteilnahme gerechnet und so kann die
Mannschaft unbeschwert aufspielen. Unterschätzen sollte man Füssen dennoch nicht,
schließlich bewiesen die Spielerinnen des 8-maligen Bayernmeisters im
Viertelfinalhinspiel gegen Mannheim was sie an guten Tagen leisten können.
DEC Tigers Königsbrunn: Der Geheimfavorit ist sicherlich der Gastgebende DEC Tigers
Königsbrunn. Über die gesamt Vorrunde spielte die Mannschaft von Trainer György Buzas
zu Hause gutes Eishockey und mußte sich nur einmal geschlagen geben. Vorallem der
Wiedereinsatz von Sandra Kinza und Beate Baert dürfte den Mitspielerinnen den
entscheidenden Motivationsschub geben, immerhin können die beiden routinierten
Spielerinnen für den nötigen Rückhalt im Team sorgen. Mit zahlreichen Fans im Rücken
ist den Tigers einiges zuzutrauen. Nachteilig könnte sich auswirken, daß die Mannschaft
über keine Spielerin verfügt die eine (gesunde) Christina Oswald aufhalten kann.
TuS Geretsried: Was der große Vorteil des amtierenden Meisters ist klang eben schon an.
Christina Oswald gilt als die beste Spielerin in Deutschland und hauptsächlich von ihr
hängt ein erfolgreiches Abschneiden des TuS ab. Zwar verfügt Geretsried mit Andrea
Weißbach, Gabriele Wörschhauser und Rosi Strobl über andere hervorragende Spielerinnen,
doch das Spiel ist voll auf Christina Oswald zugeschnitten und das kann sich wenn ein
probates Gegenmittel gefunden wird nachteilig auswirken. Zudem fällt die verletzte
Nationalstürmerin Stephanie Frühwirt aus und die Torhüterposition ist möglicherweise
der Schwachpunkt des Meisters.
ESG Esslingen: Am wenigsten Gegentore einhergehend mit den meisten Shut outs zeigen
deutlich das die ESG auf die beste Defensivarbeit in Deutschland bauen kann.
(Eishockey-News 11.02.95)
20.02.95 ESG Esslingen neuer Deutscher Meister bei den Damen!
- Kürten-Geschwister gewinnen vier der sechs Ehrenpokale -Neuer Deutscher
Damenmeister wurde in Königsbrunn die baden-württembergische Mannschaft der ESG
Esslingen. In einem souverän geführten Endspiel vor über 1000 Zuschauern wurde der
Gastgeber DEC Tigers Königsbrunn mit 5:2 (2:1,3:0,0:1) geschlagen. Damit setzte sich der
Vorrundenerste der Bundesliga-Süd nicht unerwartet auf den Meisterthron. Die Entscheidung
fiel im zweiten Drittel wo Esslingen innerhalb von vier Minuten von 2:1 auf 5:1 davonzog.
Den Dritten Platz belegte die Mannschaft des TuS Geretsried, die sich im Spiel um Platz 3
gegen den EV Füssen mit 4:2 (2:1,1:1,1:0) durchsetzte. Zuvor gab es aber die beiden
Halbfinalspiele und das Erste zwischen der ESG Esslingen und dem Überraschungsteam EV
Füssen war ein typische Eröffnungsspiel. Über weite Strecken der Partie agierten beide
Mannschaften sehr nervös, wobei Favorit Esslingen lange nicht zu seinen Spiel fand.
Dagegen schien Füssen optimal auf den Gegner eingestellt und ging in der 35. Minute durch
Isabel Jonas nicht einmal unverdient in Führung. Da besonders EVF-Torfrau Astrid Pfeffer
einen guten Tag erwischte, versprachen die letzten zwanzig Minuten viel Dramatik. Die
blieb letztlich aber aus, weil Esslingen durch zwei Tore von Alexandra Schulz (44.) und
Sandra Kürten (47.) das Blatt wendete und Füssen nur noch selten zu Chancen kam.
Spätestens nach dem 3:1 (54.) wiederum durch Alexandra Schulz war die Entscheidung
gefallen. Den letzten Treffer zum 4:1 (0:0,0:1,4:0) Endstand erzielte Petra Schulz (56.).
Das niveauvollere und schnellere Halbfinale sahen die Zuschauer zwischen dem DEC Tigers
Königsbrunn und dem TuS Geretsried. Nach einem ausgeglichenen ersten Drittel stand es
dann auch leistungsgerecht 1:1. Zunächst gelang Rosi Strobl der Führungstreffer (6.)
für den TuS, ehe zur Freude der heimischen Fans Beate Baert (17.) ausgleichen konnte. Die
gleiche Dramaturgie im nächsten Abschnitt. Erst gelang Christina Oswald (25.) mit einem
Solo das 2:1. Danach übernahm jedoch Königsbrunn immer mehr die Initiative und kam
vorallem über Sandra Kinza, Beate Beart und Renate Lang gefährlich vor das Tor des bis
dato amtierenden Meisters. Der Lohn der Mühe war das 2:2 von Beate Baert (40.) nach einer
schönen Einzelleistung. Die endgültige Überraschung besiegelte dann Martina Petsch
(44.). Erstmals in Führung gab der Gastgeber diese nicht mehr her und zog so mit einem
3:2 (1:1,1:1,1:0) Erfolg ins Finale ein. Im "Kleinen Finale" war sowohl
Geretsried als auch Füssen die Frustration über den verpaßten Finaleinzug anzumerken
und so bemühten sich beide Mannschaften zwar redlich, doch viel gelang ihnen nicht und
auch der letzte Einsatz blieb aus. Schließlich gewann der Meister des letzten Jahres
durch Tore von Andrea Weißbach (6./47.), Christina Oswald (15.) und Rosi Strobl (34.)
verdient mit 4:2 (2:1,1:1,1:0). Für den Viertplazierten EV Füssen waren Sonja Kuisle
(14.) und Silvia Hockauf (26.) erfolgreich.
Das Endspiel zwischen der ESG Esslingen und dem DEC Tigers Königsbrunn 5:2 (2:1,3:0,0:1)
machte seinen Namen alle Ehre und war über vierzig Minuten das beste Spiel an diesem
Wochenende. Nach vorsichtigen Abtasten in der Anfangsphase war es Sandra Kinza (8.) die
freistehend an ESG-Torfrau Steffi Kürten scheiterte. Auf der Gegenseite stellt Christine
Maier bei einem fulminanten Schlagschuß von Sabine Kürten (11.) ihr Können unter
Beweis. Nach einer Kombination der drei besten DEC-Spielerinnen Beate Baert und Sandra
Kinza ist es Renate Lang die zum stürmisch gefeierten 1:0 (12.) einschießt. Doch der
Jubel verstummt schon kurze Zeit später, als Sandra Kürten (13.) für den Favoriten
ausgleichen kann. Von verhaltener Spielweise ist danach nichts mehr zu sehen und nachdem
Alexandra Schulz für Esslingen sowie Heike Witschel für den DEC knapp scheitern, gelingt
Alexandra Schulz aus spitzem Winkel der 2:1 (18.) Führungstreffer. Nach der Drittelpause
scheitert noch einmal Sandra Kinza an der ESG-Torfrau, dann wird Esslingen von Minute zu
Minute überlegener und kommt in der 33. Minute zum 3:1 durch Sabine Kürten. Schon vorher
vergaben Angelika Meineck, Helga Joos, Sabine Kürten und Angela Lezziero klarste
Einschußmöglichkeiten. Als gar Angela Lezziero in Unterzahl den Puck erkämpft und
Sandra Kürten zum 4:1 (34.) einschoß waren die Gastgeberinnen völlig von der Rolle. Ein
Fehler der DEC-Torfrau brachte dann die endgültige Entscheidung durch Helga Joos (37.).
Die letzten zwanzig Minuten machten die ca. 200 mitgereisten Fans der Pesky Kids aus
Esslingen zur (Eis)party. Da die junge Mannschaft des Gastgebers nie aufsteckte hatten
auch die Tigers die Sympathien ihrer Fans sicher und kamen durch Beate Baert in der
Schlußminute noch zum letzten Treffer des Turniers. Warum, neben der geschlossenen
Mannschaftsleistung, die ESG Esslingen zum zweitenmal nach 1984 Deutscher Meister wurde
zeigt ein Blick auf die Vergabe der Ehrenpokale für die jeweils beste Spielerin jeder
Position. Dort räumten die Kürten-Geschwister verdientermaßen ab und gewannen vier der
sechs Ehrenpreise. Zur besten Stürmerin sowie Scorerkönigin wurde Sandra Kürten
gekürt, während Steffi Kürten als beste Torhüterin und Sabine Kürten zur besten
Verteidigerin ausgezeichnet wurden. Vom zweiten Finalisten wurden Beate Baert als beste
Torschützin sowie Sandra Kinza als beste Spielerin geehrt. Den Fair-Play-Pokal erhielt
die Mannschaft des TuS Geretsried. Rückblickend ist den Verantwortlichen um Karl Rogg und
Roland Wegmann samt ihren Mitstreitern wiedereinmal ein von Anfang bis Ende sehr gut
durchorganisiertes Turnier gelungen, der auch sportlich den größten Erfolg in der
Vereinsgeschichte brachte. Wenn überall in Deutschland soviel für das Dameneishockey
getan würde, bräuchte sich keiner um das Dameneishockey zu sorgen. Doch leider ist
Königsbrunn eine der wenigen Ausnahmen!
(Eishockey-News 20.02.95)