DM 1997/1998 - Spiele

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 Deutsche Meisterschaft 97/98 I |  Deutsche Meisterschaft 97/98 II |  DM 98 Spiele |  Letzte Änderung:  Saturday, 27-Apr-2002 15:29:35 CEST

    Deutsche Meisterschaft 1997/98 

    Spielberichte

    Quelle : Deutsches Damen-Eishockey : http://www.dameneishockey.com


     

    Am Samstag (28.02.) und Sonntag (01.03.98) wurde in Mannheim die 15. Deutsche Meisterschaft im Dameneishockey ausgetragen. Das erste "Highlight" der diesjährigen Dameneishockey-Saison, wurde ein voller Erfolg. Die teilnehmenden Mannschaften boten erstklassiges Eishockey (alle Teams konnten in Bestbesetzung antreten), die Organisation rund um das Turnier verlief reibungslos (ein besonderer Dank geht dafür an den Mannschaftsleiter der MERC-Damen, Steffen Pfreundschuh) und die rund 3.000 Zuschauer (alle vier Begegnungen) sorgten für sehr gute Stimmung rund um das Stadion des MERC. Mit Vertretern des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), der Eishockey-Landesverbänden und Vertretern aus dem lokalen kommunalen Bereichen, wurde die Veranstaltung auch von der Öffentlichkeit entsprechend gewürdigt. Da alle vier Teilnehmer der Deutschen Meisterschaft auch den "Löwenanteil" an aktuellen Nationalspielerinnen stellen, nutzten auch die Bundestrainer Rainer Nittel und Kim Urech die Gelegenheit, ihre Mädels, vor der anstehenden WM-Qualifikation in Füssen, zu beobachten. Das Medieninteresse blieb im gewohnten Rahmen, doch gab es eine kleine Ausnahme: Neben der schreibenden Zunft, traf auch das Fernsehen (SDR und DSF) zum Finale ein. Die starken Leistungen der Eishockey-Frauen bei den Olympischen Spielen (Nagano), waren u.a. für das DSF der Anlaß, wenigstens zum Finale, zu Aufnahmen nach Mannheim zu kommen. Doch bis zum Finale hatte es noch Zeit. Erst standen am Samstag die Halbfinal-Spiele auf dem Programm. Nach der offiziellen Eröffnung um 14:00 Uhr, standen sich, in der ersten Halbfinal-Begegnung, die Damen des Mannheimer ERC und des OSC Berlin-Schöneberg gegenüber.

    Eröffnugsfeier


      1. Halbfinalspiel - 28.02.98
    Mannheimer ERC - OSC Berlin Schöneberg 4:1 (1:0, 1:0, 2:1)

    Mit dem MERC und dem OSC, standen sich der Tabellenerste und Vierte der Bundesliga-Endrunde gegenüber. Der haushohe Favorit aus Mannheim hatte jedoch kein leichtes Spiel gegen den OSC. Beide Mannschaften spielten von Anfang sehr offensiv. So mußte sich Nadine Spanihel im Mannheimer Tor, bereits in der 2. Min., bei einem Berliner Angriff, bewähren. Im direkten Gegenzug gelang es Kerstin Fischer (3.), auf Vorlage von Maren Valenti und Nicole Loth, das erste Mal die Berliner Torfrau, Tanja Jakupovic zu überwinden. Mit der 1:0-Führung im Rücken, konnte Mannheim sicherer aufspielen, doch die Damen des OSC ließen sich nicht beeindrucken und erspielten sich eigene gute Möglichkeiten. Die nächsten 10 Minuten gestalteten sich abwechslungsreich und es gab für die Torfrauen einiges zu tun. Nadine Spanihel zeichnete sich bei Schüssen von Sandra Kinza (8.) und Claudia Grundmann (9.) aus, Tanja Jakupovic vereitelte einen Alleingang von Maren Valenti (14.) erfolgreich. Auf den Ausgleich drängend, konnte sich Berlin zur Mitte des ersten Drittels, mehr Spielanteile sichern und sorgte für einigen Wirbel vor dem Mannheimer Tor. So z.B. in der 17. Min. nach einem Fehlpaß von Mannheims Spielführerin Anja Schnetz, der Dank guter Reaktionen der Mannheimer Torfrau, ohne Folgen blieb. Auch in der 18. Min. lag der Ausgleich in der Luft, doch wieder rettete Nadine Spanihel die knappe Führung.
    Das 2. Drittel gestaltete sich wie der erste Spielabschnitt. Torchancen auf beiden Seiten und immer wieder standen die Torfrauen im Blickpunkt. In der 28. Minute, nach einem Bullygewinn, erhöhte Anja Scheytt (Ass. Corinna Pelant, Monika Spring) dann auf 2:0 für Mannheim. Zwei Minuten später mußte dann die Mannheimerin Ilona Holliday, für 2+10 Min., wegen unkorr. Kölrperangriffs, auf die Strafbank. Berlin zog das Tempo noch einmal an und gab sich keineswegs geschlagen. Doch der Anschlußtreffer wollte nicht fallen. Wenige Sekunden vor der Sirene zur Drittelpause dann die Riesenchance für Berlin. Sandra Grütter erkämpft sich den Puck und auf einmal stehen zwei Berliner Spielerinnen einer Mannheimer Verteidigerin gegenüber. Doch statt kurz vor dem Tor auf die freie Mitspielerin vorzulegen, versucht es Sandra Grütter allein und scheitert an der gut reagierenden Nadine Spanihel im Mannheimer Tor.
    Der letzte Spielabschnitt begann mit einem Berliner Paukenschlag. In der 43. Minute sollten die Bemühungen der Hauptstädterinnen belohnt werden. Jenny Friede erkämpfte sich den Puck und paßte wunderschön auf Birgit Bandelow. Mit einem fullminanten Schlagschuß, überwindet sie die Mannheimer Torfrau, die keine Chance bei diesem Schuß hatte. Mannheim konterte im direkten Gegenzug, doch Maren Valenti scheiterte an Tanja Jakupovic, die bereits am Boden liegend, mit einem tollen Reflex den Nachschuß abwehrt. Durch das von beiden Mannschaften sehr offensiv gestalteten Spiel, ging es Schlag auf Schlag. Wieder war es Spanihel, die den Ausgleichstreffer (45.) verhinderte. Die Begegnung war zu diesem Zeitpunkt für beide Seiten offen. Durch die Berliner Angriffsbemühungen, wurde Mannheim immer mehr in die Defensivrolle gedrängt. Doch die MERC-Konter blieben brandgefährlich. In der 48. Minute erlöste Maritta Becker dann endlich die eigenen Fans-, Spielerinnen und Verantwortlichen von dem enormen Erfolgsdruck. Einen Paß von Tina Obermann, setzte sie zur 3:1-Führung in die Berliner Maschen. Berlin wollte direkt kontern, doch eine folgende Strafzeit für Sandra Kinza (49.), sie durfte wegen "hohem Stock" zwei Minuten pausieren, hinderte den OSC daran, das Spiel wieder an sich zu rei&szligen. Mannheim verlor alle Anspannungen und spielte die verbleibenden 10 Minuten, im Bewußtsein der möglichen Finalteilnahme, sicher und konzentriert. Als dann in der 54. Spielminute Corinna Pelant den Puck zu Maren Valenti spielte, und diese zu einem Alleingang über die gesammte Eisfläche, durch Freund und Feind, durchstartete - krönte sie ihre sehenswerte Aktion mit dem Treffer zum 4:1. Der Jubel im Mannheimer Stadion war groß und niemand zweifelte mehr, das dies die Entscheidung war. Das Endspiel schien erreicht, trotz der verbleibenden 6 Spielminuten. Die Enttäuschung auf Berliner Seite war groß - denn der OSC hat wohl eines seiner besten Spiele dieser Saison (neben dem Endrunden-Sieg gegen Esslingen) geboten. Das es zu keiner Sensation in Mannheim kam, lag an den starken Leistungen der Torfrauen, die auch zurecht zu den besten Spielerinnen der Begegnung gewählt wurden, sowie an der Abschlußschwäche der Berliner Stürmerinnen. Die rund 800 Zuschauer des ersten Halbfinalspiels, bedankten sich bei beiden Mannschaften mit langem Applaus für die eindrucksvolle Vorstellung.


      2. Halbfinalspiel - 28.02.98
    ESG Esslingen - TuS Geretsried 3:1 (1:0, 1:0, 1:1)

    Auch das zweite Halbfinale stand unter dem "Gütesiegel" Spitzen-Eishockey. Der noch amtierende Deutsche Meister ESG Esslingen, mußte sich auf den Weg in’s Finale, dem TuS Geretsried stellen. Mit zwei Siegen in der Bundesliga-Vorrunde gegen Geretsried, galt Esslingen als Favorit für diese Paarung. Vor rund 500 Zuschauer untermauerten die "Pesky Kids" bereits nach 17 Sekunden Spielzeit ihren Anspruch auf die Finalteilnahme. Geretsried wurde kalt erwischt - ein Bullygewinn brachte Stephanie Frühwirt in gute Schußposition, und deren Schlagschuß ließ Manuela Hirt im Geretsrieder Tor, keine Chance. Esslingen begann das Spiel druckvoll und mit der 1:0-Führung, ließ es sich befreit aufspielen. So stand in der 7. Minute erneut Manuela Hirt im Blickpunkt des Geschehens, als sie einen Schuß, und den darauf folgenden Nachschuß von Sandra Kürten, erfolgreich abwehren konnte. Geretsried, angeschlagen durch den frühen Treffer, konnte sich nun immer besser in Szene setzen. So startete Rekord-Nationalspielerin Christina Oswald (99 Länderspiele), mit einem sehenswerten Alleingang aus dem eigenen Drittel, auf das Esslinger Tor durch. Ihren Schuß aber, wehrte die deutsche Nationaltorhüterin Stephanie Kürten sicher ab. Das Spiel entwickelte sich zu einer Kopie der ersten Halbfinal-Begegnung. Die "Moskitos" aus Geretsried drängten auf den Ausgleich und ein um das andere Mal, mußte sich die "Pesky-Torfrau" bewähren, um Schüsse von Oswald, Merkel, Lanzl und Co. abzuwehren. Zum Ende des ersten Drittels, brannte es immer öfter im Esslinger Torraum. So konnte Stephanie Kürten, eine Minute vor der Drittelpause, nur mit einem guten Reflex, den möglichen Ausgleich durch "Zaubermaus" Michaela Lanzl (sie feierte vor einer Woche ihren 15. Geburstag), verhindern. Wenige Sekunden später war es erneut Steffi Kürten, die mit überzeugender Leistung, die 1:0-Drittelführung für Esslingen sicherte.
    Im zweiten Spielabschnitt konnten sich die "Peskys" ein wenig vom Druck der "Moskitos" befreien. Ein offener Schlagabtausch sorgte in beiden Fan-Lagern für Spannung. Wieder einmal standen die Torfrauen im Mittelpunkt des Geschehens. Manuela Hirt fehlte aber das "Quentchen Glück". So mußte sie, bei Überzahlspiel von Esslingen (Gabriele Sindlhauser saß wegen Beinstellens 2 Min. für Geretsried auf der Strafbank), in der 25. Minute das 2:0 der "Pesky Kids" über sich ergehen lassen. Zuvor wehrte sie einen Schuß von Sandra Kürten ab, aber der Puck gelangte auf den Schläger von Sabine Kürten, die plaziert von der blauen Linie, den Puck im Geretsrieder Tor versenkte. Wie zuvor Berlin, steckten die "Moskitos" nicht auf. In der 33. Minute verhinderte Alexandra Schulz den möglichen Anschlußtreffer nur, indem sie Michael Lanzl von den Beinen holte. Esslingen überstand die Strafzeit aber schadlos, genauso wie in der 37. Min., nachdem Sabine Kürten die Strafbank aufsuchen mußte. Geretsried kämpfte verbissen um den Anschluß, doch Deutschlands Torfrau Nr. 1, verhinderte durch tolle Paraden, einen Geretsrieder Torerfolg.
    Wie im ersten Halbfinale, kam der Favorit mit einem 2:0-Vorsprung, zum letzten Drittel aus der Kabine. Der Geretsrieder Druck ließ ein wenig nach (bedingt durch zwei Strafzeiten) und Esslingen konzentrierte sich darauf, das Spiel, daß sich im letzten Drittel mehr auf’s Kontern verlegte, wieder in eigene Hände zu nehmen. So mußte Manuela Hirt, einige brenzlige Situationen im Geretsrieder Tor überstehen. In der 48. Spielminute fiel dann die Entscheidung. Sandra Kürten nutzte eine unübersichtliche Situation vor dem Tor von Geretsried, und Manuela Hirt, durch einige Spielerinnen in der Sicht behindert, mußte den Schuß zum 3:0 passieren lassen. Vier Minuten später hatte Stephanie Frühwirt sogar das 4:0 auf dem Schläger, doch diesmal gab es kein vorbeikommen an der Geretsrieder Torfrau, die sich bei dieser Rettungsaktion (sie wurde von einer eigenen Verteidigerin überrannt) leicht verletzte. Den Schlußpunkt in dieser Partie setzte Geretsried. In der 56. Minute gelang es Rosi Strobl doch noch, nachdem sie bereits eine Minute vorher wiedermals an Steffi Kürten scheiterte, die Esslinger Torfrau zu überwinden. Mit ihrem Treffer zum 3:1-Endstand, setzte sie den krönenden Abschluß eines tollen Halbfinaltages, an dem es eigentlich keinen Gewinner hätte geben dürfen. Alle Teams käpften aufopferungsvoll und mit ganzem Herzen um den Einzug ins Finale, und noch nie waren die Halbfinal-Begegnungen so offen in der Entscheidung, wie an diesem Tage. Mit Manuela Hirt (Geretsried) wurde erneut eine Torfrau zur besten Spielerin der Begegnung gewählt, und von Esslinger Seite, durfte Stephanie Frühwirt die Auszeichnung entgegennehmen.


      Spiel um Platz 3 - 01.03.98
    OSC Berlin-Schöneberg - TuS Geretsried 0:3 (0:1, 0:1, 0:1)

    Wie ein "gutes Vorzeichen" mag es den Zuschauern, besonders den Fans der ESG Esslingen und des Mannheimer ERC, am Final-Tag der 15. Deustchen Meisterschaft, vorgekommen sein. Sonne in Mannheim, im restlichen Deutschland - Regen, Schnee und Stürme !
    Ein gutes Omen für das Deutsche Damen-Eishockey ? - Nun, bevor sich einer der beiden Finalteilnehmern den "Platz an der Sonne" erkämpfen konnte, spielten Berlin und Geretsried um den dritten Platz. Eine etwas enttäuschende Kulisse von nur ca. 350 Zuschauern, verfolgte diese Begegnung vor dem "großem Finale".
    Pünktlich um 12:00 Uhr gab es den ersten Puck-Kontakt. Die Spielerinnen des OSC gingen ohne Nationalspielerin Sandra Kinza, die am Vortage zu den "Besten" auf Berliner Seite zählte, in die Begegnung. Kinza erlitt im Halbfinale gegen Mannheim einen Mittelhand-Knochenbruch. Mit dem ausscheiden von Sandra Kinza, fehlte den Spielerinnen des OSC-Berlin ein wichtiger "Motor" im Angriffsspiel. Aber auch für die Deutsche Nationalmannschaft und dem Bundestrainer hat die Verletzung Kinza’s Folgen. Sehr wahrscheinlich wird die erfahrene Nationalspielerin für die WM-Qualifikation in Füssen ausfallen. Drei weitere Nationalspielerinnen zeigten sich dafür in bester Spiellaune. Christina Oswald, Anja Merkel und auch Michaela Lanzl, alle drei im Team der TuS Geretsried, setzten die Glanzpunkte im ersten Drittel der Begegnung. Geretsried schloß lückenlos an die Leistung vom Vortage an. Bereits in den ersten Minuten dominierten sie das Spiel. Die erspielten Chancen der Geretsrieder Damen scheiterten aber allesamt an der erneut guten Torhüter-Leistung von Tanja Jakupovic im Berliner Gehäuse. Trotz einer guten Defensivarbeit auf Berliner Seite, blieb es nicht aus, das die Angriffsbemühungen der "Moskitos" mit einem Treffer belohnt wurden. In der 18. Minute stellte Michaela Lanzl erneut ihre spielerischen Qualitäten unter Beweis. Auf Vorlage von Rosi Strobl brachte sie ihre Mannschaft mit 0:1 in Front. Mit diesem Ergebnis ging man dann auch in die Drittelpause.
    Im zweiten Spielabschnitt kam der OSC etwas besser ins Spiel, doch meistens beschränkten sich die Berlinerinnen auf’s kontern. Geretsried ließ nichts anbrennen und bestimmte weiterhin das Spiel. So blieb es nicht aus, das Geretsried die Führung weiter ausbauen konnte. In der 25. Minute überwand Andrea Weißbach, auf Zuspiel von Michaela Lanzl, die Berliner Torfrau und erhöhte auf 0:2. Trotz des Treffers, gab sich Berlin nicht auf. Unterstützt durch drei Strafzeiten für Geretsried (R. Strobl - 26., Carolin König - 33., G. Sindlhauser - 37.) fanden sie noch mal Anschluß ans Spiel. Die letzten 10 Minuten im zweiten Spielabschnitt bestimmten eindeutig die Berlinerinnen. Das es zu keinem zählbaren Erfolg reichte, lag letztendlich an der bereits erwähnten mangelnden Chancenauswertung und an einer überzeugenden Vorstellung der Geretsrieder Torfrau Manuela Hirt.
    Im letzten Drittel begann Berlin noch einmal druckvoll. Ihre Angriffe wurden aber meistens schon, vor einem möglichen Torschuß von Geretsried abgefangen. Der Anschlußtreffer schien in weite Ferne zu rücken. Den "Moskitos" erging es aber nicht anders - auch sie blieben oft in der gut positionierten Abwehr des OSC hängen. In der 49. Minute mußte dann die Berlinerin Yvonne Fleck das Eis für zwei Minuten verlassen und nur eine Minute später, folgte ihr Susann Gaebel (beide wegen Beinstellens). Die 5:3-Überzahlsituation wußte Geretsried aber nicht zu nutzen. Ein wenig aus den Spielrhythmus gebracht, lief Berlin nun die Zeit davon. Als dann in der 54. Minute die OSC-Damen eine Bankstrafe erhielten (eine Spielerin zuviel auf den Eis), gelang Geretsried, wenige Sekunden vor Ablauf der Strafzeit, der Ausbau der Führung. Die Geretsrieder "Power-Play-Elite" zeigte sich erfolgreich.Chr.Oswald Christina Oswald spielte den Puck zu Anja Merkel (die National-Verteidigerin wechselte erst zur Endrunde von Landshut nach Geretsried) und diese behielt die Übersicht, spielte der besser positionierten Michaela Lanzl den Puck zu, und "Michi" sorgte mit dem Treffer zum 0:3 für den Endstand in dieser Final-Begegnung. Esslingens Manager Erich Kalmbach reagierte begeistert: "Die Nr. 10 (M. Lanzl) würde auch gut zu uns passen !" Ein Wunsch, dem sich jeder Verantwortliche eines Damen-Teams in Deutschland, bedenkenlos anschließen würde. Michaela Lanzl, die jüngste Nationalspielerin des deutschen Damen-Eishockeys ("Eigengewächs der Geretsrieder Talentschmiede"), wurde zur besten Spielerin der Begegnung gewählt und es war bestimmt nicht das letzte Mal, das sie diese Ehrung erhielt ! Obwohl "mehr drin gewesen währe", freuten sich die Geretsrieder Spielerinnen königlich über den Dritten Platz bei der "Deutschen". Christina Oswald verlieh ihrer Freude noch einen besonderen Ausdruck. Mit der bayerischen Landesflagge verabschiedete sie sich von den Konkurentinnen aus der Bundeshauptstadt.


      Finale der 15. Deutschen Meisterschaft - 01.03.98
    Mannheimer ERC - ESG Esslingen 3:6 (2:3, 0:2, 1:1)

    Mit 1.600 Zuschauern fand sich zum Endspiel um die Deutsche Meisterschaft der Damen eine recht ansehnliche Kulisse ein. Das es nicht noch mehr wurden, lag leider mit an der zeitgleichen TV-Übertragung des DEL-Meisterschaftsspiel des Mannheimer ERC (Herren) im DSF.
    Kurz vor 15:00 Uhr - der "Countdown" beginnt ! Kann Esslingen die vierte Meisterschaft in Folge antreten oder wird Mannheim, nach konstanten und überzeugenden Leistungen in der Bundesliga, die Nase am Ende vorne haben ? Wie geht Mannheim mit der Favoritenrolle vor eigenem Publikum um, können sie den belastenden Druck kompensieren ? Wie schneiden die Torfrauen ab .... Fragen über Fragen, die immer wieder unter den Zuschauern auftauchten. Es dauerte nur wenige Minuten, und die ersten Fragen wurden von den Mannschaften auf dem Eis beantwortet !
    Die Mannheimer Damen begannen ihr Spiel sehr offensiv und brachten die "Pesky Kids" schon in den ersten Minuten arg in Bedrängnis. Mannheim ließ keinen Zweifel daran aufkommen, daß sie nach 60 Minuten, das Eis als Sieger verlassen wollten. Um diesen Eindruck noch zu verstärken, gingen die Mannheimerinnen bereits in der 5. Minute in Führung. Eine brenzlige Situation vor dem Esslinger Tor sorgte für Verwirrung unter den Spielerinnen.MERC - ESG Anja Scheytt nutzte die Gelegenheit (Ass. Maritta Becker, Anja Schnetz) und erzielte die 1:0-Führung. Gegen den abgefälschten Schuß, war Steffi Kürten machtlos. Ein ungutes Gefühl machte sich in diesem Moment unter den Esslinger Fans breit, doch nur zwei Minuten später, befreiten sich die "Peskys" von dem anfänglichen Mannheimer Druck, und erspielten sich die selber eine Chance zum Ausgleich. Die Kürten-Schwestern Sabine und Sandra, prüften Nadine Spanihel im Mannheimer Tor und bewiesen damit ihre nicht zu unterschätzende Torgefährlichkeit. Unterstützt durch eine Esslinger Strafzeit (Silke Augst - 9.) blieb Mannheim am Drücker, doch gute Reaktionen der Esslinger Torfrau verhinderten einen frühzeitigen Ausbau der Mannheimer Führung. Das Unterzahlspiel bewältigten die Esslingerinnen sicher. Frühzeitig wurde Mannheims Power-Play-Aufbau gestört, und der Puck wurde schnell aus dem eigenen Drittel gebracht. Ein Bandencheck, für den Maren Valenti in der 12. Minute auf die Bank mußte, leitete die Wende für Esslingen ein. Im eigenem Power-Play versuchten nun die Esslinger Damen, Nadine Spanihel im Mannheimer Tor zu bezwingen. Wenige Sekunden vor Ablauf der Strafe von Valenti (14.), gelang es Marlen Skiba (Ass. Sabine Kürten, Silke Augst) dann, den Puck zum Ausgleich in das Mannheimer Tor zu schlenzen. Nur 30 Sekunden später, tauchten die "Peskys" erneut vor dem Gehäuse von Mannheim auf. Stefanie Frühwirt sieht an der blauen Linie Sandra Kürten frei stehen, spielt ihr den Puck zu, und diese behält die Nerven. Statt abzuziehen, geht sie noch einige Schritte auf Nadine Spanihel zu, und erst dann schießt sie unbehindert zur 1:2-Führung ein. Nadine Spanihel blieb bei diesem Schuß keine Abwehrmöglichkeit. Wie bei den Anfeuerungen der Fans auf der Tribühne, ging es auf dem Eis - Schlag auf Schlag. Mannheims Spielerinnen steckten den Rückstand erstaunlicherweise schnell weg und Maren Valenti narrte, nach Vorlage von Ilona Holliday, die gesammte Esslinger Verteidigung, einschließlich der am Boden liegenden Steffi Kürten, indem sie das Esslinger Tor umfuhr, und den Puck unbehindert in der rechten unteren Torecke versenkte. Ein "Herzschlag-Finale" - Dramatik pur war im Mannheimer Stadion angesagt. Kurz nach dem Mannheimer Ausgleich, mußte Tina Obermann für 2 Minuten auf die Strafbank (18.), wegen Behinderung. Esslingens Spielerinnen tümmelten sich vor dem Manheimer Tor. Alexandra Schulz versuchte es mit einem Schlagschuß von der blauen Linie, durch Freund und Feind. Nadine Spanihel wehrte den Schuß mit guten Reflexen ab, doch gegen den Nachschuß von Sandra Kürten (20.), war auch sie machtlos. Erster Frust auf Mannheimer Seite machte sich breit. Nach der Sirene zur Drittelpause, blieben Anja Scheytt und Maren Valenti mit hängenden Köpfen auf der Mannheimer Spielerbank sitzen und folgten ihren Mitspielerinnen erst einige Minuten später in die Kabine.
    Das zweite Drittel begann mit einer Esslinger Strafzeit. Marlen Skiba mußte wegen Beinstellens auf die Strafbank und Esslingen geriet sofort wieder unter Mannheimer Druck. Die "Peskys" hielten diesem Stand und in der 25. Minute traf es dann Maritta Becker für Mannheim. Das Esslinger Überzahlspiel hielt nur wenige Sekunden, dann traf es erneut Marlen Skiba mit 2 Minuten für Beinstellen. In der 28. Spielminute, Mannheim war wieder komplett, da hatte Anja Scheytt die große Möglichkeit zum erneuten Ausgleich. Den Schlagschuß konnte Steffi Kürten aber mit der Fanghand parieren und so blieb es noch bei der knappen Führung. In der 31. Minute traf es dann Maren Valenti. Wegen übertriebener Härte, durfte sie nun das Spiel für 2 Minuten von außen beobachten. In der 32. Minute kam es, wie es kommen mußte. Wieder nutzte Esslingen ein Überzahlspiel, um die Führung auszubauen. Sabine Kürten spielt den Puck zu Bettina Kirschner die sofort auf das Mannheimer Tor schoß. Nadine Spanihel kann den Puck nur abprallen lassen. Andrea Karrer war dann zur Stelle, um die Hartgummischeibe, endgültig im Netz zu versenken. Mannheim schien geschlagen und als in der 34. Minute, erneut eine Mannheimer Spielerin auf die Strafbank mußte, da lagen auch bei einigen Fans die Nerven blank. Gegenstände flogen auf’s Eis, doch die erhitzten Gemüter beruhigten sich schnell wieder, nachdem auch Sabine Kürten das Eis für zwei Minuten verlassen mußte. Die Begegnung konnte ohne Unterbrechung weitergeführt werden, doch zeigten nun auch einige Mannheimer Spielerinnen Nerven. In der 36. Minute mißglückte Corinna Pelant im eigenen Drittel ein Paß. Der Puck gelangte auf den Schläger der freistehenden Stephanie Frühwirt und mit einem kraftvollen Schlagschuß landete der Puck zur 2:5-Führung in den Mannheimer Maschen. Mit diesem Stand ging es auch in die letzte Drittelpause.
    Das Schlußdrittel ließ noch einmal Hoffnung für Mannheim aufkommen. In der 43. Minute gelang Maritta Becker (Ass. Corinna Pelant, Monika Spring) noch einmal der Anschluß zum 3:5. Mannheim setzte noch einmal alles auf eine Karte und bestürmte das Esslinger Tor. Gelegentliche Konter der "Peskys", sorgten für Entspannung vor dem Gehäuse von Steffi Kürten. So auch in der 50. Spielminute. Silke Augst spielte Diana Brucksch an und mit einem beherzten Schuß, hatte Nadine Spanihel erneut das Nachsehen. Der Treffer zum 3:6 bedeutete auch gleichzeitig den Endstand. Weitere Chancen beider Teams, wurden von den Torfrauen zunichte gemacht. So blieb auch in der 57. Minute, nach einem sehenswerten Alleingang von Maren Valenti, deren Schuß im Fanghandschuh von Steffi Kürten hängen. Esslingen gewann durch eine überzeugende und geschlossene Mannschaftsleistung, während sich Mannheim, durch zu viele Einzelaktionen und vermeidbare Strafzeiten, um den krönenden Abschluß einer tollen Saisonleistung brachte.

    DM ESG Esslingen


    Im Anschluß an das Finale, wurden die Mannschaften und Spielerinnen geehrt !

    Zum All-Star-Team wurden gewählt :

    All-Star-Team

    Michaela Lanzl (TuS Geretsried), Corinna Pelant, Anja Scheytt (Mannheimer ERC), Stephanie, Sabine und Sandra Kürten (ESG Esslingen)

    Der Fairness-Pokal wurde an den OSC Berlin-Schöneberg überreicht !

     

 

Unabhängige Dameneishockey Infoseite : http://www.damen-eishockey.de
Kontakt: alexander maischein & http://alexander.maischein.de