Esslinger Zeitung 02.03.98
Im Finale bezwangen die Damen der ESG-Esslingen den Mannheimer ERC - Jubel kannte keine
Grenzen - Trainer Kürten überglücklich.
6:3 - Die Pesky Kids machten Ihr fünftes Meisterstück (von Katja Köhler) - Mannheim -
Für die Pesky Kids hat sich ein Traum erfüllt. Die Eishockey-Spielerinnen der ESG
Esslingen holten sich im alten Mannheimer Eisstadion zum insgesammt fünften Mal und zum
vierten Mal in Folge den deutschen Meistertitel. Sie besiegten gestern abend im Finale die
Gastgeberinnen vom Mannheimer ERC mit 6:3 (3:2, 2:0, 1:1) und sicherten sich damit den
Liga-Rekord. ESG-Trainer Peter Kürten stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben.
"Ich bin überglücklich", jubelte er, "der Wille der Mannheimer hat gegen
das Esslinger Herz verloren". Die Mannheimerinnen waren nach einem souveränen 4:1
Halbfinal-Sieg über den OSC Berlin als Herausforderer in das Finale gegangen, scheiterten
aber an ihren eigenen Nervern. "Ich bin nicht zufrieden", monierte MERC-Coach
Danilo Valenti, "wir haben einfach zu viele Fehler gemacht." Trotzdem machte
Kürten den Mannheimerinnen ein Kompliment: "Noch nie sind wir von jemandem so unter
Druck gesetzt worden. Die ersten acht Minuten hat uns das sehr zu Schaffen gemacht."
Seine Schützlinge hatten im Halbfinale ganz schön zittern müssen ehe das 3:1 gegen
Angstgegner Tus Geretsried geststand. Beide Mannschaften spielten im Finale offensic,
engagiert und hart. Mannheim setzt Esslingen von Beginn an unter Druck, doch die ESG
bewährte sich schließlich als die souveränere Mannschaft und nutzte die
Abwehrschwächen der Mannheimerinnen. Die Gastgeberinnen spielten sehr nervös und
verkrampft und waren der homogenen Spielweise der Titelverteidigerinnen nicht gewachsen.
Das erste Drittel entwickelte sich zu einem wahren Tor-Feuerwerk und wurde zur Grundlage
des Esslinger Sieges. Nach Zuspiel von Anja Schnetz und Marita Becker nutzte Mannheim die
erste Chance. Anja Scheytt traf zum 1:0 für den MERV (5.). Die nächsten drei Tore fielen
stakkatoartig. Marlen Skiba erzielte den 1:1 Ausgleich (14.) nach einem Paß von Silke
Augst. 50 Sekunden Später nahm Stephanie Frühwirt Petra Weber den Puck ab, paßte zu
Sandra Kürten und die vollendete zum 2:1 für Esslingen. Die Mannheimerin Maren Valenti
schoß nur 44 Sekunden später den 2:2 Ausgleichstreffer. Sandra Kürten sicherte mit
einem Nachschuß die 3:2 Führung zur Pause. Im zweiten Drittel setzten die Esslingerinnen
Mannheim unter Druck. Die Pesky Kids brachten eine konstante Leistung, während sich der
MERC auf seine Einzelkämpferinnen Maren Valenti, Marita Becker und Anja Scheytt verließ.
Andrea Karrer erzielte im zweiten Nchschuß das 4:2 (32.), Stephanie Frühwirt nutzte den
freien Torraum aus 15 Metern zum 5:2. Lediglich zu Beginn des dritten Drittels ließ der
3:5 Anschlußtreffer von Marita Becker Mannheim nochmals hoffen. (43.), doch Diana
Brucksch vollendete zum 6:3 (50.). Der Jubel bei den Esslingerinnen nach der Schlußsirene
kannte keine Grenzen. Die Pesky Kids lagen sich in den Armen und feierten ihren Triumph
überschwenglich. Troschützen ESG Esslingen: Skiba, Sandra Kürten (2), Karrer,
Frühwirt, Brucksch (1)
Esslinger Zeitung 02.03.98 - DM-Splitter
Trauma: ESG-Trainer Peter Kürten wischte sich nach dem 3:1 Halbfinalsieg über den
TUS-Geretsried den Schweiß vom Gesicht:"Ich bin hoch zufrieden, aber völlig
fertig", seufzte er, "das Schlimmste haben wir jetzt hinter uns."Geretsried
war der Angstgegner, "aber jetzt dürften wir das Trauma überwunden haben".
Reiselustig: Wenn die Pesky Kids eine Reise tun, dann sind sie nicht allein. Insgesamt 68
Personen brachte Mannschaftsbetreuer Erich Kalmbach im Hotel der 16köpfigen Mannschaft
unter. Der Rest der Begleiter-Crew rekrutierte sich aus Betreuern, Funktionären und
natürlich Fans. Am Sonntag im Mannheimer Eisstadtion wurden sogar an die 150 Esslinger
gezählt.
Abgesahnt: Nach dem gewonnenen Finale sahnten die Esslinger Frauen nocheinmal ab- nämlich
als die besten Spielerinnen des Tuniers gekür(ten) wurden. Sandra Kürten erhielt die
Auszeichnung als beste Stürmerin, Sabine Kürten als beste Verteidigerin auf der rechten
Seite und Stephanie Kürten wurde zur besten Torhüterin gewählt.
Weitblick: Frauen Nationaltrainer Rainer Nittel war im Mannheimer Eisstadion auf
Beobachtungsposten. "Hier wird die Sichtung für die Qualifikation für die A-Weltmeisterschaft
1998 in Finnland abgeschlossen", sagte Nittel. Die Qualifikationsrunde findet vom
23. bis 25. März in Füssen statt. Was das Esslinger Team betrifft hatte Nittel längst
seine Entscheidung getroffen. Stephanie und Sandra Kürten sowie Stephanie Frühwirt
wurden nominiert.
C-Lizenz: ESG-Trainer Kürten und Assistent Martin Kreis rechnen für die kommende Saison
mit Trainings-Unterstützung für die 1b-Mannschaft Sabine Kürten absolvierte in
Baden-Baden den Prüfungs-Lehrgang Eishockey-Übungsleiterin.
Unverwüstlich: Die Mannheimerin Corinna Pelant erwies sich als hart im Nehmen. Nach einem
Zusammenstoß mit Esslingens Alexandra Schulz blieb die MERC-Verteidigerin liegen,
rappelte sich aber wieder auf und spielte trotz einer leichten Gehirnerschütterung
weiter. (Katja Köhler)
Stuttgarter Zeitung 02.03.98
Esslingen Meister - Mit einem 6:3-Sieg im Finale über Mannheim sicherten sich die
"Pesky Kids" der ESG Esslingen zum vierten mal in Folge den Titel des Deutschen
Meisters im Frauen-Eishockey.
Kürten-Connection in Esslingen - der Erfolg der anderen Art - Pesky Kids sind zum
fünften Mal Deutscher Meister im Frauen Eishockey - 6:3-Sieg im Finale gegen Mannheim
(von Hagen Stegmüller)
Der erste Kontakt kam 19947 bei einem Tunier in Paris zustande und sollte nicht ohne
Folgen bleiben. Als sich Erich Kalmbach, der Manager des Frauen-Eishockey-Teams der ESG
Esslingen, und Peter Kürten damals kurz nach Mitternacht handelseinig wurden, war der
Bundesligist um einen Trainer, eine Betreuerin und drei Spielerinnen reicher. Kurz darauf
fuhr im westfälischen Neuss der Möbelwagen vor und verfrachtete die fünfköpfige
Familie Kürten samt Inventar ins schwäbische Wernau. Es war der Beginn einer neuen Ära
im deutschen Frauen-Eishockey. Gestern wurde der erfolgreichen Zusammenarbeit ein weiteres
Kapitel hinzugefügt: Im Finale um die Deutsche Meisterschaft bezwangen die Esslingerinnen
den Gastgeber Mannheim mit 6:3 (3:2,2:0,1:1). Die Tore für die Pesky Kids erzielten
Andrea Karrer, Steffi Frühwirt, Marlen Skiba, Diana Brucksch und Sandra Kürten (2). Es
war der fünfte Titel der ESG insgesammt und der vierte in Folge. Denn nach besagtem
Zusammtreffen im Jahr 1994 stand bei Deutschen Meisterschaften ohnehin nur noch ein Team
ganz oben. Bereits 1995,1996 und 1997 ging der Titel an die Pesky Kids. Daß in Esslingen
aber schon seit der ersten Deutschen Meisterschaft 1984 erfolgreich Eishockey gespielt
wird ging im Kürten-Trubel ziemlich unter. Schlagzeilen heimsten die
"Golden-Girls" Sabine, Steffi und Sandra Kürten ein, die im Esslinger Team alle
wichtigen Positionen besetzen. Torhüterin ist die 19jährige Steffi. Schwester Sabine 20
ist als Verteidigerin nahezu pausenlos auf dem Eis und die 17jährige Sandra schoß
Esslingen mit mehr als 60 Treffern zur Meisterschaft. Aus den Pesky Kids die Kürten Kids
zu machen wäre freilich grundverkehrt. "Wir haben viel ausgeprägte Charaktere"
sagt Spielführerin Sybille Rother. Und es ist ein wahrlich bunter Haufen, der da in
Esslingen übers Eis jagt. Als die 34jährige Sybille Rother 1979 mit einigen
eishockeybegeisterten Frauen im Esslinger Hirschmann-Eisstadion ihre erste Übungseinheit
absolvierte - und dabei von herbeigeeilten Kollegen der Männermannschaft gnadenlos
verspottet wurde - war die 15jährige Andrea Karrer noch gar nicht einmal auf der Welt.
Und die Verteidigerin Helga Pfeiffer drückt ihr Baby der Oma in den Schoß, während sie
gegen den Puck schlägt. Marlen Skiba war im sächsischen Weißwasser eine große Nummer
im Eisschnellauf, ehe es sie nach Esslingen verschlug. Aus dem 200 Kilometer entfernten
Zweibrücken kommt die 16jährige Diana Brucksch zu Training oder Spiel an den Neckar. Aus
reiner Liebe zum Eishockey auch wenn manchmal die Fetzen fliegen. "Die Spielerinnen
können wegen Lappalien fuchsteufelswild werden", sagt Manager Erich Kalmbach und
Sybille Rother gibt zu: "Für Frauen ist es viel schwieriger miteinander
auszukommen". Langweilig wirds bei den Pesky Kids jedenfalls nie. Am Ende
raufen wir uns aber doch wieder zusammen", meint die Spielführerin, die die
Situation mit einem Trainer, der gelichzeitig Vater von drei Spielerinnen ist, als
"zwiespältig"bezeichnet. "Peter Kürten ist sich aber im klaren, daß ich
die Interessen der Mannschaft zu vertreten habe und dabei kein Blatt vor den Mund
nehme." Nur zu gut weiß das Gründungsmitglied der Pesky Kids, daß den
Mitspielerinnen die Reduzierung der Erfolge auf die Kürten-Connection gegen den Strich
geht. Aber, betont Sybille Rother, "die drei Mädchen sind die letzten, die dafür
etwas können". Und wenn am Ende gefeiert wird, gibts ohnehin keine
Animositäten mehr.
Esslinger Zeitung 03.03.98
Die ESG Esslingen verfügt über ein homogenes Mannschaftgefüge - Dominierendes Team in
Deutschland. (Von Katja Köhler)
Esslingen - Fürwahr, die Pesky Kids haben sich selbst ein Denkmal gesetzt. Nach dem 6:3
Erfolg über den Mannheimer ERC holten sie zum vierten Mal in Folge - zum fünften Mal
insgesamt - den Titel des deutschen Meisters. Das hat vor ihnen noch niemand geschafft.
Die Vorherrschaft der ESG Esslingen im deutschen Frauen-Eishockey ist unbestritten. Den
alten und neuen deutschen Meister reicht derzeit niemand das Wasser. Auch Herausforderer
Mannheim nicht, der im Finale an der eigenen Nervosität einerseits und der Souveränität
der Esslingerinnen andererseits scheiterte. ESG-Trainer Peter Kürten machte den Gegnern
immerhin das Kompliment, daß sie "uns wie niemand zuvor unter Druck setzten".
Die anhaltenden Erfolge der Esslinger Spielerinnen prechen für sich. Sie setzen die
Maßstäbe in der Bundesliga und haben auf nationaler Ebene praktisch alles erreicht.
Dieser Umstand macht auch einem Motivationskünstler wie Peter Kürten das Trainerleben
nicht einfach: "Wir müssen immer darauf achten, unseren Standard zu halten, und
dürfen nicht nachlassen".Leichte Siege und steter Erfolg machen nachlässig und
überheblich. Davon blieben auch die Pesky Kids nicht verschont. In der Vorrunde verlor
die ESG gegen den als leicht eingeschätzten Gegner OSC Berlin überraschend mit 1:3.
"Das war zum richtigen Zeitpunkt", gibt Stürmerin Stephanie Frühwirt zu,
"da sind dann alle wieder aufgewacht." Kritiker bemängeln fehlende Spannung und
Attraktivität im Fraueneishockey. Das liegt nicht am Mangel an Talenten. Die deutsche
Nationalmannschaft gilt als eines der hoffnungsvollstenen Teams, behauptet Bundestrainer
Rainer Nittel. Aus Esslingen sind vier Spielerinnen für den nächsten Termin der
Nationalmannschaft nominiert:Sabine, Steffi, und Sandra Kürten sowie Steffi Frühwirt
werden vom 23. bis 25 März um die Qualifikation für die Weltmeisterschaft mitkämpfen.
Die Problematik liegt nicht im mangelden Potential, sondern an den Umständen. Das
Frauen-Eishockey wird in vielen Vereinen Stiefmütterlich behandelt, auch beim Deutschen
Eishockey Bund (DEB) stieß Frauenpower lange Zeit auf wenig Gegenliebe. In den Clubs
mangelt es häufig an Geld, Eiszeiten, Training und professioneller Führung. Einzelne
Spielerinnen stehen im Vordergrund; darüber wird das Grundlagentraining vernachlässigt.
Über die äußeren Bedingungen in Esslingen kann sich Peter Kürten nicht beklagen.
"Wir haben gewonnen, weil bei uns alle an einem Strang ziehen und weil wir hart an
der technisch-taktischen Ausbildung arbeiten", erklärt Peter Kürten das Geheimnis
der Pesky Kids. Auch bei ihm stehen einzelne Spielerinnen - unter anderem die Töchter des
Trainers - im Rampenlicht. Kürten weiß um die Problemantik dieser Konstellation."Es
ist schwer gerecht und erfolgreich zugleich zu sein", hat er erkannt. In intensiven
Trainingsstunden ist den "teuflischen Kindern" die Wandlung zu einem homogenen
Team dennoch geglückt. Das war der Grundstein, auf dem sie sich am Sonntag ein kleines
Denkmal gesetzt haben.
Danke an Ray Guillard
für die Berichte !

| Presse - Raum Rheinland-Pfalz |
Sonntag Aktuell - 01.03.1998
Die MERC-Damen auf Titelkurs - Den Mannheimerinnen winkt die vierte deutsche
Eishockey-Meisterschaft
MANNHEIM - Die Eishockey-Damen des Mannheimer ERC nehmen Kurs auf den Titel bei den 15.
Deutschen Meisterschaften. Nach 1988, 1990 und 1992 kann die Mannschaft von Danilo Valenti
heute die vierte Meisterschaft unter Dach und Fach bringen. Den Tabellenvierten OSC Berlin
Schöneberg fegten die MERC-Damen vor rund 1000 Zuschauern mit 4:1 (1:0, 1:0, 2:1) vom
Eis. Minuten nach der Partie glich der Mannheimer Friedrichspark einem Tollhaus.
Überglücklich lagen sich die MERC-Spielerinnen in den Armen. "Wir standen vor
heimischem Publikum unter enormen Druck. Die Nervosität wirkte sich auch auf das Spiel
aus", bilanzierte Teamleiter Steffen Pfreundschuh. Heute treffen die
Valenti-Schützlinge auf den Sieger der Partie ESC Esslingen - TuS Geretsried. Das
Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Großer Rückhalt der
Mannheimerinnen war Goalie Nadine Spanihel, die vor allem im Mitteldrittel - als die
Valenti-Truppe zweimal in Unterzahl spielte - die Führung verteidigte. Auffällig auch
Stürmerin Anja Scheytt. Die Nationalspielerin markierte das 2:0, rackerte und erarbeitete
sich etliche Torchancen. Nationalspielerin Natascha Schaffrik mußte aufgrund ihrer
Verletzung, die sie sich am vergangenen Wochenende zuzog, passen. Mannheim war im ersten
Drittel drückend überlegen, ging bereits nach zwei Minuten durch Kerstin Fischer mit 1:0
in Führung. Vorausgegangen war ein schönes Zusammenspiel von Verteidigerin Nicole Loth
und MERC-Goalgetterin Maren Valenti. Der OSC wirkte anfangs im Angriff zu harmlos. Ein
ähnliches Bild auch im zweiten Drittel. Mannheim agierte, Berlin reagierte. Anja Scheytt
erhöhte nach Zuspiel von Coa Pelant in der 27. Minute auf 2:0. In der Folgezeit kam
Berlin immer besser in die Gänge, erspielte sich die eine oder andere Chance. Eng wurde
es im Schlußdrittel als der OSC durch Birgit Bandelow - von Anja Herzog in Szene gesetzt
- in der 43. Minute auf 1:2 verkürzte. In der letzten Viertelstunde waren es aber erneut
die Mannheimerinnen, die das Heft in der Hand hielten. Die beiden Nationalspielerinnen
Maritta Becker (47. Minute) und Maren Valenti sorgten für den 4:1-Endstand. Das Spiel um
Platz drei zwischen dem OSC Berlin-Schöneberg und dem Verlierer des zweiten Halbfinales
steigt heute um 12 Uhr. Das Finale mit dem Mannheimer ERC findet um 15 Uhr statt. (Saskia
Jeck)
Die Rheinpfalz - 02.03.1998
In Unterzahl untergegangen - DAMEN-EISHOCKEY: Mannheimer ERC unterliegt Esslingen im
Endspiel (Von unserem Mitarbeiter Saskia Jeck)
MANNHEIM. Aus der Traum vom vierten Titel bei den 15. Deutschen Frauen-Meisterschaften
für die Eishockey-Damen des Mannheimer ERC! Zehn Jahre nach ihrem ersten Erfolg mußte
sich die Mannschaft von Trainer Danilo Valenti gestern im heimischen Eisstadion im
Friedrichspark mit Rang zwei begnügen. Vor rund 1000 Zuschauern unterlagen sie im
Endspiel dem Titelverteidiger ESG Esslingen "Pesky Kids" mit 3:6 (2:3, 0:2,
1:1). Die Enttäuschung unter den Spielerinnen des Tabellenführers war riesengroß.
"Wir hatten eigentlich fest mit dem Sieg gerechnet", meinte Nationalspielerin
Anja Scheytt, die am Wochenende zu den herausragenden Akteurinnen zählte. "Es hätte
jede der beiden Mannschaften gewinnen können. Wir hatten heute einfach den schlechteren
Tag erwischt", so die Stürmerin weiter. Die Pesky Kids, die im Halbfinale den TuS
Geretsried "Die Moskitos" vom Eis fegten, spielten im ersten Drittel abwartend,
waren aber in den entscheidenen Situationen hellwach und einfach einen Tick abgeklärter
als ihre Gegnerinnen. Größtes Manko der Mannheimerinnen: In Unterzahl kassierten sie
drei von sechs Treffern. Als die MERC-Amazonen in der vierten Minute durch Anja Scheytt
nach schöner Vorarbeit von Maritta Becker mit 1:0 in Führung gingen, war die Welt noch
in Ordnung. Esslingens Doppelschlag nach 13 Minuten ließ die Mannheimerinnen zunächst
eiskalt, beantworteten sie die Führung doch prompt mit dem Ausgleich. Eine Vorlage von
Verteidigerin Ilona Holliday nutzte Maren Valenti in der 14. Minute zum 2:2. Das 2:3 zur
Pause bauten die Gäste, gestern Bärenstark bei Kontern, im Mitteldrittel auf 2:5 aus.
Zwar konnten die MERC-Cracks durch Maritta Becker im Schlußdrittel auf 3:5 verkürzen,
doch zehn Minuten vor dem Ende machten die "Pesky Kids" mit dem 3:6 alles klar.
Die Gäste machten in der Abwehr die Schotten dicht, ließen die Mannheimerinnen in der
Schlußphase schier gegen eine Wand anrennen. Der Traum war ausgeträumt, Platz zwei ist
dennoch ein Erfolg.
Geretsried gewinnt "kleines Finale"
Im Spiel um Platz drei setzte sich der TuS Geretsried mit 3:0 gegen den OSC Berlin
Schöneberg, im Halbfinale "Opfer" des MERC ("Sonntag aktuell"
informierte) durch. So spielten sie: - Mannheimer ERC: Spanihel - Schnetz, Pelant, Maier,
Weber, Holliday, Fischer, Fougere, Spring, Obermann, Gelo, Weiss, Scheytt, Rach, Becker,
Heitzmann, Schaffrik, Valenti. - Tore: 1:0 (Scheytt (4.), 1:1 Skiba (13.), 1:2 Kürtsch
(13.), 2:2 Valenti (14.) 2:3 Sandra Kürten (19.), 2:4 Karrer (31.), 2:5 Frühwirt (35.),
3:5 Becker (42.), 3:6 Bruksch (49.) - Beste Spielerinnen: Spanihel, Scheytt, Valenti -
Sabine Kürten, Sandra Kürten - Zuschauer: 1000 - Schiedsrichter: Klein (Bad Liebenzell).
Danke an Frank Busse für die
Berichte !
| Deutsche Damen-Meisterschaft 98 - Gesamtstatistik - Saison 1997/98 |
Plazierungen Spiele g u v Tore Punkte
1) ESG Esslingen 2 2 0 0 9: 4 4: 0
2) Mannheimer ERC 2 1 0 1 7: 7 2: 2
3) TuS Geretsried 2 1 0 1 4: 3 2: 2
4) OSC Berlin Schöneberg 2 0 0 2 1: 7 0: 4
Gesamt 8 4 0 4 21: 21 8: 8