Vorberichte
Quelle : Deutsches Damen-Eishockey : http://www.dameneishockey.com
Gastgeber und Esslingen die Favoriten, Geretsried und Berlin-Schöneberg
nur mit Außenseiterchancen
Mit den letzten drei Begegnungen fand die erstmals ausgetragene Endrunde ihren
Schlußpunkt. Mannheim kam über Geretsried zu einem 10:2-Kantersieg (je drei Tore Maren
Valenti und Monika Spring), wobei Geretsrieds Leistung wohl in die Kategorie
"Pokerspiel" einzuordnen ist. Der amtierende Meister Esslingen revanchierte
gegen Berlin mit 8:0 (je drei Tore von Sabine und Sandra Kürten) und Planegg kam
schließlich im letzten Endrundenspiel beim 7:2-Heimerfolg über Hannover zum ersten
doppelten Punktgewinn. Obwohl die sechs Teams noch mal alle im Einsatz waren, hatten die
Ergebnisse keinen Einfluß auf die Endplatzierungen und die Zusammensetzumg der
Halbfinals. Dort treffen Mannheim und Berlin sowie Esslingen und Geretsried aufeinander.
Diese entscheidenden Spiele der Saison finden bereits am Wochenende im Eisstadion des
Mannheimer ERC statt. Der MERC bewarb sich um die Ausrichtung der Endspiele, weil der
baden-württembergische Traditionsverein heuer in seinem sechzigsten Vereinsjahr steht und
somit einen würdigen Rahmen hat. Es soll praktisch der Auftakt zu einer Reihe von
Veranstaltungen zum 60jährigen Vereinsjubiläum sein. Für den optimalen Ablauf an den
beiden Tagen zeigen sich der Mannschaftsleiter der MERC-Damen, Steffen Pfreundschuh, sowie
der Geschäftsführer vom MERC, Klaus Stürmer, verantwortlich. Beide haben im Vorfeld die
organisatorischen Geschicke in ihren Händen gehalten und hoffen nun natürlich auf guten
Damen-Eishockey-Sport sowie ein zahlreiches Erscheinen der Zuschauer. Sehenswert ist das
Damen-Eishockey gerade von den Spitzenteams allemal. Was ist nun sportlich zu erwarten ?
Es wäre absolut keine Überraschung, wenn die Finalspiele den selben Ausgang wie die
Endrunde nehmen. Ausrichter Mannheim und Titelverteidiger Esslingen gelten für die
Halbfinales als mehr oder minder große Favoriten, aber in einem möglichen Endspiel
beider Teams dürften nur Nuancen die Meisterfrage entscheiden. Mit der Favoritenrolle
muß wohl der Herausforderer Mannheim leben. Es wird sich zeigen, ob die heimische Kulisse
eher motivierend oder hemmend wirkt. Bayerns Topteam Geretsried kann durchaus eine
Außenseiterchance eingeräumt werden, während Berlin mit dem Erreichen des Halbfinales
sein Potential ausgeschöpft haben sollte. Auffallend: Alle am Finalturnier beteiligten
Mannschaften haben die deutsche Meisterschaft bereits einmal gewonnen. Rekordsieger ist
die ESG Esslingen, die bereits die Premiere 1984 mit der IGES Reutlingen in Gemeinschaft
gewann und zuletzt einen Titel-Hattrick feierte. Gastgeber Mannheim siegte dreimal (1988,
1990 und 1992), der OSC Berlin-Schöneberg war 1991 erfolgreich und der TuS Geretsried
1994. (SK - Eishockey-News 25.02.98)
Spielplan der Deutschen Meisterschaft der Damen
am Samstag, den 28.02. und Sonntag, den 01.03.1998
| Halbfinale : Samstag, 28.02.1998 |
| 08:00 - 08:50 Uhr |
Training Mannheimer ERC - Spiel A |
| 09:00 - 09:50 Uhr |
Training OSC Berlin-Schöneberg - Spiel A |
| 10:00 - 10:50 Uhr |
Training ESG Esslingen - Spiel B |
| 11:00 - 12:30 Uhr |
Training Adler Mannheim |
| 12:40 - 13:30 Uhr |
Training TuS Geretsried - Spiel B |
| 14:00 Uhr |
Eröffnungsfeier |
| 15:00 Uhr |
Spiel A: Mannheimer ERC - OSC Berlin-Schöneberg |
4:1 |
| 18:00 Uhr |
Spiel B: ESG Esslingen - TuS Geretsried |
3:1 |
| Finalspiele : Sonntag, 01.03.1998 |
| 12:00 Uhr |
OSC Berlin - TuS Geretsried |
0:3 |
| 15:00 Uhr |
Mannheimer ERC - ESG Esslingen |
3:6 |
| 17:30 Uhr |
SIEGEREHRUNG |
| 19:00 Uhr |
Abschlußbankett |
Deutscher Meister 1997/98
ESG Esslingen
Machen es die Damen den Adlern vor ? Eishockey: MERC fit für den Titel ?
Interview mit Nationalspielerin Natascha Schaffrik - von Sibylle Dornseiff (Mannheimer
MORGEN)
Das wäre ein Clou für Mannheims Eishockey-Fans: Zuerst werden die MERC-Damen deutscher
Meister, danach die Adler ! Die Spielerinnen können am Wochenende schon mal vorlegen,
dann entscheidet sich der Titelkampf zwischen MERC, ESG Esslingen, TuS Geretsried und OSC
Berlin-Schöneberg. Natascha Schaffrik, 88malige Nationalspielerin, und (mit Ausnahme der
Saison 96/97) seit 1984 in "Diensten" des MERC, will mit Mannheim ihren dritten
Titel holen und nimmt zu den Chancen Stellung.
Mannheim geht als Nummer eins der Meisterrunde und Favorit in die Endrunde. Wie hoch
schätzen Sie die Siegchancen ein ?
N.Sch.: Sehr gut, denn wir sind eine geschlossene Mannschaft. Unser Vorteil gegenüber
unserem Mitfavoriten Esslingen ist der, daß wir darüber hinaus über sehr viele gute
Einzelspielerinnen verfügen, deren Level gleichhoch ist.
Mannheim war 1988, 1990 und 1992 deutscher Meister, aber in den letzten Jahren lief es
nicht mehr so gut. Essligen will den vierten Meistertitel in Folge holen. Wirkt das
einschüchternd oder als Herausforderung ?
N.Sch.: Wir sehen das als Herausforderung und Motivation. Wenn jemand dreimal
hintereinander Meister wird, dann ist das schon etwas. Und so jemanden zu schlagen, das
motiviert. Wir werden sehr stolz sein, wenn es uns gelingt.
Gibt es noch jemanden, der in den Titelkampf eingreifen könnte ?
N.Sch.: Alle vier Finalrundenteilnehmer können ganz oben stehen. Berlin hat zwar in
der Vorrunde nicht so gut gespielt, um so besser aber in der Meisterrunde, darin sogar
gegen Esslingen gewonnen. Ich denke, es wird eine sehr harte Meisterschaft.
Wie sieht die MERC-Taktik aus ?
N.Sch.: Wir werden uns vor allem auf eine gute Defensivarbeit stützen. Chancen vorne
kommen immer. Aber in Defensive zu vernachlässigen, wäre tödlich.
Bereitet die Favoritenrolle Druck ?
N.Sch.: Etwas schon. Aber wir sehen das nicht verbissen, sind noch immer mit Spaß bei
der Sache. Das hat auch das letzte Training am Mittwoch abend gezeigt. Es geht zwar am
Wochenende um viel, aber eigentlich haben wir nichts zu verlieren, denn wir haben in den
letzten Jahren ja nicht einmal das Finale erreicht. Aber wir wissen auch, was wir können.
Das müssen und wollen wir nur noch beweisen.
Was für eine Kulisse wünschen Sie sich ?
N.Sch.: Ich hoffe sehr, daß so 1.000 oder 2.000 Zuschauer kommen. Toll wäre es, wenn
darunter auch eingefleischte Adler-Fans sind, denn die sorgen immer für Super-Stimmung.
Und es motiviert unwahrscheinlich, wenn viele jubeln und uns anfeuern. Außerdem bringt
Esslingen immer eine ganz starke Fan-Gruppe mit. Und die würden wir gerne übertönen.
Sie selbst sind verletzt. Wird Sie das sehr belasten ?
N.Sch.: Ich habe eine Bänderdehnung in der Schulter. Eigentlich würde es einige
Wochen dauern, bis die auskuriert ist. Aber es muß auch so gehen. Mein Physiotherapeut
tut was er kann - und ich werde eben die Zähne zusammenbeißen.
Grußworte zur Deutschen Meisterschaft
Liebe Eishockey-Freunde, in diesem Jahr wir die Deutsche Meisterschaft von dem
dreimaligen Deutschen Meister Mannheimer ERC ausgerichtet. Den ersten Titel errangen die
Mannheimerinnen vor genau 10 Jahren bei der Deutschen Meisterschaft 1988 in Füssen und
leiteten damit ihre bislang erfolgreichste Zeit ein. Von 1988 bis 1994 wurde sechsmal das
Endspiel um die Deutsche Meisterschaft erreicht, gewonnen wurde es 1988, 1990 und 1992. Zu
diesen drei Titeln kommen drei zweite Plätze (1989, 1993 und 1994) sowie ein dritter
Platz. Danach konnten die ganz großen Erfolge nicht mehr erreicht werden, dreimal war das
Viertelfinale Endstation, dreimal ging der Titel nach Esslingen. In dieser Saison scheinen
die Mannheimerinnen jedoch zu alter Stärke zurückgefunden zu haben. Die Vorrunde der
Bundesliga Nord wurde verlustpunktfrei mit 93:10 Toren absolviert, in der Endrunde mußten
bisher lediglich zwei Punkte abgegeben werden. Einer dieser Punkte holte sich der große
Rivale Esslingen, der die Vorrunde im Süden gleichermaßen dominiert hat. So scheint
alles auf ein Finale des alten Meisters Mannheim gegen den amtierenden Meister aus
Esslingen hinauszulaufen, wobei die anderen Mannschaften nicht unterschätzt werden
dürfen, die den beiden Favoriten in der Bundesliga-Endrunde ja bereits Punkte abgenommen
haben. Auf jedem Fall ist für Spannung gesorgt. In diesem Sinne wünsche ich den
Zuschauern ein interessantes Turnier, den Organisatoren einen reibungslosen Verlauf und
den Spielerinnen spannende und faire Spiele um die Deutsche Meisterschaft.
(Deutscher Eishockey-Bund e.V. - Andreas Lauer - Damen-Beauftragter)
Zum Finalturnier der Deutschen Meisterschaft im Dameneishockey vom 28. Februar bis 01.
März 1998 begrüßen wir die teilnehmenden Mannschaften, Funktionäre, Betreuer und alle
Fans auch im Namen des Gemeinderates sehr herzlich in Mannheim. Das Finale der Deutschen
Meisterschaft im Dameneishockey findet 1998 zum ersten Mal in Mannheim statt und bildet
den Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen anläßlich des 60jährigen Bestehens des
Mannheimer ERC. Für Mannheim und die Damen des MERC ist die Austragung der Deutschen
Meisterschaft sicherlich die Krönung ihrer äußerst erfolgreichen Spielzeit. In dieser
Saison können sich die MERC Damen bisher ohne Spielverlust als Tabellenführerinnen in
der Bundesliga behaupten. Somit besteht die berechtigte Hoffnung, daß die weiblichen
Cracks in diesem Jahr zum vierten Mal nach 1988, 1990 und 1992 den Meistertitel in die
Quadratestadt holen. Wie erfolgreich der Mannheimer Eissport ist, zeigt sich ebenfalls bei
den Adlern, die im Moment als Tabellenführer die DEL anführen und in der vergangenen
Saison als Meister beendeten. Für die Stadt Mannheim ist die Durchführung des
Finalturniers eine Bestätigung dafür, daß Mannheim als lebendige Sportstadt ideale
Rahmenbedingungen für herausragende Sportveranstaltungen bietet. Den teilnehmenden
Mannschaften sowie den Zuschauerinnen und Zuschauern wünschen wir spannende und faire
Wettkämpfe und dem Organisator, den MERC Damen, einen guten Veranstaltungsverlauf. Wir
würden uns freuen, wenn Aktive und Besucher über das eigentliche Sportgeschehen hinaus
die Zeit fänden, Mannheim näher kennenzulernen und laden Sie gerne zum Wiederkommen ein.
Mannheim, im Februar 1998
(Gerhard Widder - Oberbürgermeister, Lothar Mark - Bürgermeister für Schule, Kultur
und Sport)